Coronavirus in Baden-Württemberg

Liebesleben während Corona: Mehr Zweisamkeit in der Pandemie – kommt jetzt der Baby-Boom?

Ein Mann und eine Frau liegen in einem Bett. Für eine statistisch belastbare Aussage zu Schwangerschaften während Corona sei es noch viel zu früh, sagen Ärzte. Foto: Christin Klose/dpa-tmn/dpa
+
Ein Mann und eine Frau liegen in einem Bett. Für eine statistisch belastbare Aussage zu Schwangerschaften während Corona sei es noch viel zu früh, sagen Ärzte. Foto: Christin Klose/dpa-tmn/dpa
  • Julia Cuprakowa
    vonJulia Cuprakowa
    schließen

Das Coronavirus breitet sich wieder rasant in Baden-Württemberg aus. Menschen verbringen mehr Zeit zu Hause und zwangsweise miteinander. Die Zwangsnähe in der Pandemie verändert nach Experteneinschätzung das Liebesleben in vielen Beziehungen.

Baden-Württemberg - Das Coronavirus hat das Land wieder voll im Griff. Reisen werden verschoben, keine Konzerte finden statt und gefeiert wird ebenfalls nicht. Beschäftigen können sich viele deutsche Paare auch anders. „Sie haben mehr Geschlechtsverkehr“, nimmt zumindest der Psychotherapeut und Buchautor Wolfgang Krüger an. Die Pandemie helfe gegen die Liebesmüdigkeit. Kommt es deswegen zu einem Baby-Boom in etwa ab Ende des Jahres?

In Deutschland werden laut Berufsverband der Frauenärzte (BVF) jährlich zwischen 770.000 und 800.000 Kinder geboren. Das seien etwa acht neue schwangere Frauen in jeder frauenärztlichen Praxis pro Monat. Eine leichte Zunahme an Schwangerschaften in ganz Deutschland und auch Baden-Württemberg sei zwar denkbar. „Weil vielleicht Paare, die einen Kinderwunsch hatten, mehr Zeit und Gelassenheit hatten“, sagt BVF-Präsident Christian Albring. Das werde sich aber, wenn überhaupt, sicherlich nur im einstelligen Bereich bewegen. Denn andererseits kämen durch die Corona-Krise im Land Paare auch in finanzielle Not, sodass sie möglicherweise den Gedanken an ihren Kinderwunsch zurückstellten, so Albring.

Baden-Württemberg: Kein Baby-Boom während Pandemie

Für eine statistisch belastbare Aussage zu Schwangerschaften während Corona-Krise in Baden-Württemberg sei es noch viel zu früh, sagen Ärzte. Doch die bisherige Einschätzung vieler Experten und Expertinnen ist dieselbe: Es werde keinen Baby-Boom in Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie geben.

Die Zwangsnähe in der Pandemie verändert nach Experteneinschätzung das Liebesleben in vielen Beziehungen. Aber bedeutet das zwingend mehr Babys? 

Corona-Baby-Boom in Baden-Württemberg: Frauenarzt-Praxen verzeichnen sogar Rückgang

Einige Praxen verzeichnen sogar einen Rückgang bei den Anmeldungen Schwangerer in Geburtsvorbereitungskursen, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. „Die Frauen müssen mit Mundschutz und Mindestabstand ihre Atemübungen machen“, sagt eine Hebamme. Viele Kurse seien deswegen storniert worden.

Auch wenn die Zahl der Schwangerschaften während der Corona-Krise den Ärzten und Hebammen zufolge nicht steigt - mehr Zeit im Bett haben die Deutschen nach Annahmen des Berliner Beziehungsexperten Krüger trotzdem. „Ein enges Beisammensein gepaart mit einer gewissen Angst oder Unsicherheit fördert immer die Sexualität“, sagt Krüger. Ob es deswegen aber auch mehr Babys geben werde, kann er nicht sagen. „Wir wissen, dass es mehr Geschlechtsverkehr gibt. Aber ob der verhütet ist, oder nicht - so genau wollen wir es ja dann auch nicht wissen“, sagt Krüger mit Verweis auf eine Umfrage von ihm und lacht.

Das könnte Sie auch interessieren