Neue Maßnahmen in der Corona-Pandemie

Schon wieder härter! Diese Corona-Regeln gelten jetzt in Baden-Württemberg

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Bund und Länder haben die Corona-Maßnahmen noch einmal verschärft. Maskenpflicht, Hundefriseure, Gottesdienste: Diese neuen Regeln gelten in Baden-Württemberg ab dem 25. Januar.

Zwar ist die exponentielle Entwicklung der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg* gestoppt, doch ein Ende der harten Maßnahmen ist für die Bürger noch nicht in Sicht. Das liegt vor allem an den Corona-Mutationen aus Großbritannien* und Südafrika*, die die Experten beunruhigen. Beide sind bereits in Baden-Württemberg nachgewiesen worden. Sie sollen deutlich ansteckender sein als die bisher bekannte Virus-Variante, wie echo24.de* berichtet.

Deswegen haben Bund und Länder beim jüngsten Corona-Gipfel* beschlossen, die harten Corona-Regeln vorsorglich erneut zu verschärfen. Denn derzeit sind über 85 Prozent der Intensivbetten im Südwesten belegt (Stand 24. Januar). Die Maßnahmen gelten ab Montag, 25. Januar, und vorerst bis zum 14. Februar. Was gilt jetzt konkret in Baden-Württemberg? Ein Überblick.

Coronavirus Baden-Württemberg: Welche Regeln gelten? Alle Infos zur Maskenpflicht

Die wohl größte Änderung ab dem 25. Januar betrifft die Maskenpflicht. In einigen Bereichen in Baden-Württemberg reicht es ab jetzt nicht mehr aus, einen Mund-Nasen-Schutz aus Stoff, eine sogenannte Alltagsmaske, zu tragen – denn dort müssen dann medizinische Masken zum Einsatz kommen. Möglich sind FFP2-Masken oder die günstigere Alternative*. Wo gilt ab jetzt FFP2-Maskenpflicht?

  • im ÖPNV: in Eisenbahnen, Straßenbahnen, Bussen, an Bus- und Bahnsteigen, Taxis, Passagierflugzeugen, Fähren, Fahrgastschiffen (und im Wartebereich der Anlegestellen), Seilbahnen, in Bahnhofs- und Flughafengebäuden
  • beim Arzt: Arztpraxen, Zahnarztpraxen, beim Heilpraktiker, in Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes
  • beim Einkaufen: im Einzelhandel
  • in Arbeits- und Betriebsstätten und Einsatzorten
  • im Gottesdienst: Während Veranstaltungen von Religions-, Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften zur Religionsausübung
  • Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser darf man nur mit FFP2-Maske, KN95- oder N95-Maske betreten
  • Kinder bis einschließlich 14 Jahre dürfen weiter Alltagsmasken tragen, Kinder bis einschließlich 5 Jahre sind von der Maskenpflicht ausgenommen

Corona-Maßnahmen Baden-Württemberg: Schulen und Hundefriseur – diese Regeln sind wichtig

Schulen und Kitas bleiben geschlossen. Die weitergehenden Schulen bleiben mindestens bis zum 14. Februar dicht, Fernunterricht ist die Devise. Sonderregelungen für Abschlussklassen sind möglich. In Baden-Württemberg kann es sein, dass Grundschulen und Kitas* bereits ab dem 1. Februar vorsichtig und schrittweise öffnen. Das hängt aber vom Infektionsgeschehen ab. Die Landesregierung will noch in dieser Woche darüber beraten.

Hundesalons, Hundefriseure und ähnliche Einrichtungen für die Tierpflege dürfen – anders als Friseure – weiter geöffnet haben und ihre Dienstleistungen anbieten. Allerdings muss das Tier vom Kunden abgegeben und nach der Behandlung wieder abgeholt werden. Abgabe und Abholung sollen kontaktarm stattfinden und innerhalb eines festgelegten Zeitfensters organisiert sein. Bei der Behandlung darf der Tierbesitzer nicht vor Ort sein.

Wann und wie es in den Schulen in Baden-Württemberg weitergeht, ist noch nicht klar.

Corona-Regeln Baden-Württemberg: Das gilt in Gottesdiensten und bei Beerdigungen

Bei Gottesdiensten und Beerdigungen – konkret: „Veranstaltungen von Religions-, Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften zur Religionsausübung sowie Veranstaltungen bei Todesfällen“ – müssen Zusammenkünfte mit mehr als zehn Personen bei der zuständigen Behörde spätestens zwei Tage vorher angemeldet werden, sofern mit dieser keine generellen Absprachen getroffen wurden.

Die Regel zum Ausschank und Konsum von Alkohol wird etwas gelockert. Bislang war das im gesamten öffentlichen Raum verboten. Jetzt ist Alkoholkonsum in Innenstädten und jenen öffentlichen Orten untersagt, an denen sich Menschen auf engem Raum oder für längere Zeit aufhalten. Die zuständigen Behörden vor Ort legen diese Plätze fest. Die Abgabe von alkoholhaltigen Getränken ist nur in verschlossenen Behältnissen erlaubt. Diese neue Regelung gilt ab dem 27. Januar.

Coronavirus Baden-Württemberg: Diese strengen Regeln gelten weiterhin

Die meisten Maßnahmen im Corona-Lockdown in Baden-Württemberg wurden schlichtweg verlängert. Sie gelten nun vorerst bis zum 14. Februar. Diese Regeln gelten aktuell:

Kontaktbeschränkungen

Weiterhin darf man sich Haushalt nur mit maximal einer weiteren Person treffen – egal, ob öffentlich oder privat. Kinder bis einschließlich 14 Jahre werden nicht mitgezählt (das gilt nur in Baden-Württemberg!). Bei Kindern sollen aber möglichst feste „Haushaltspartnerschaften“ gebildet werden.

Ausgangsbeschränkungen

Zwischen 20 und 5 Uhr dürfen die Menschen in Baden-Württemberg nur aus triftigem Grund die eigene Wohnung verlassen. Zu diesen Gründen zählen beispielsweise Berufsausübung, Gassi gehen, Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, Begleitung Sterbender. Auch tagsüber gelten Ausgangsbeschränkungen, allerdings gibt es hier mehr Ausnahmen, unter anderem auch Sport, Einkaufen, Bewegung oder Wahrnehmung von Dienstleistungen.

Schutz von vulnerablen Personen

Der Zutritt zu Krankenhäusern ist nur unter Vorlage eines negativen Antigen-Tests oder mit dem Tragen einer FFP2-Maske gestattet. Der Zutritt zu Pflege- und Altenheimen ist nur mit FFP2-Maske und nach negativem Corona-Schnelltest erlaubt. Das dortige Personal wird mehrmals in der Woche getestet.

Einzelhandel

Der Einzelhandel bleibt weiter geschlossen, allerdings sind Lieferdienste und Abholdienste, sogenanntes Click-and-Collect, in Baden-Württemberg erlaubt. Geöffnet bleiben dürfen lediglich Geschäfte mit Produkten für den täglichen Bedarf, also Supermärkte, Drogerien, Tankstellen, Optiker, ...

Homeoffice

Arbeitgeber sollen wo möglich Homeoffice ermöglichen. Am Arbeitsplatz gilt Maskenpflicht, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Gastronomie

Restaurants, Bars, Clubs und Kneipen bleiben geschlossen. Es ist möglich, Essen liefern zu lassen oder bis 20 Uhr selbst abzuholen. Auch Kantinen schließen, Angebote zum Mitnehmen sind erlaubt.

Dienstleistungen

Friseurbetriebe, Kosmetikstudios, Nagelstudios, Massagebetriebe, Sonnenstudios, Tattoo-Studios und Piercing-Studios bleiben zu. Geöffnet sind medizinisch notwendige Dienstleistungen wie Ergotherapie, Logopädie oder Physiotherapie.

Veranstaltungen

Keine Zusammenkünfte und Veranstaltungen im öffentlichen Raum. Ausnahmen sind unter anderem Gerichtsverhandlungen und Eheschließungen

Kultur- und Freizeitgestaltung

Kultur- und Freizeiteinrichtungen – Theater, Kinos, Zoologische Gärten, Museen, Freizeitparks – bleiben geschlossen. Geöffnet sind Spielplätze im Freien, auch Wandern und Spazieren ist möglich.

Sport

Sportstätten wie Schwimm- und Spaßbäder, Fitnessstudios, Thermen und Saunen, Yogastudios bleiben zu. Weitläufige Anlagen im Freien wie Golfplätze, Hundesportplätze, Reitanlagen und Tennisplätze sind geöffnet.

Reisen

Es gilt weiter der Appell, auf private Reisen sowie Ausflüge zu touristischen Zielen zu verzichten. In Baden-Württemberg werden tagestouristische Hotspots, im Winter beispielsweise bekannte Rodelhänge, durch die örtlichen Behörden verstärkt kontrolliert. Touristische Busreisen und touristische Übernachtungsangebote (auch Campingplätze) sind verboten. Geschäftsreisen und Reisen in besonderen Härtefällen sind möglich.

Vor dem „Ablaufdatum“ der Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg, also dem 14. Februar, werden sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder noch einmal treffen, um die aktuelle Infektionslage und das weitere Vorgehen zu besprechen. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

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