Coronavirus im Südwesten

Was kommt nach dem Lockdown? Baden-Württemberg plant neue Pandemiestufen – mit diesem Ziel

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Die zweite Corona-Welle traf Baden-Württemberg mit voller Wucht. Die Folge: ein zweiter Lockdown. Damit Baden-Württemberg nach November zielgenauer reagieren kann, sind jetzt weitere Pandemiestufen geplant.

In Baden-Württemberg gilt die Alarmstufe Rot! Der Grund: der rasante Anstieg an Neuinfektionen* mit dem Coronavirus und das diffuse Ausbruchsgeschehen im Land. Doch diese Alarmstufe, die der Pandemiestufe 3 entspricht, wurde bereits Mitte Oktober ausgerufen. Damals – als eine landesweite Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen kurz bevor stand – traten am 19. Oktober eine neue Fassung der Corona-Verordnung und die Pandemiestufe 3* zeitgleich in Kraft, wie echo24.de* berichtet.

Nur zwei Tage später überschritt Baden-Württemberg bereits die landesweite 7-Tage-Inzidenz von 50, am 30. Oktober wird die traurige 100er-Marke geknackt, zuletzt lag der Wert bei 121,4 (Stand 4. November). Seit dem 2. November gelten aufgrund dieser beunruhigenden Entwicklung ein auf vier Wochen beschränkter Teil-Lockdown mit verschärften Corona-Regeln*. Unter anderem Gastronomie und Kultureinrichtungen wie Kinos und Theater geschlossen, auch im Sport gelten neue Regeln*. Schulen, Kitas und der Einzelhandel bleiben unter Auflagen offen.

Baden-Württemberg: Was kommt nach dem Lockdown? Kretschmann will neue Pandemiestufen

Bei der Pressekonferenz am Dienstag, an der Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Gesundheitsminister Manfred Lucha teilnahmen und sich zu den neuen Corona-Maßnahmen äußerten, sagte der Landeschef laut der Stuttgarter Zeitung kaum etwas zur langfristigen Strategie nach den vier Wochen „Lockdown 2.0“. Genau diesen Punkt hatte beispielsweise auch die FDP der Regierung vorgeworfen, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke fragte zuletzt nach einem Plan, „wenn diese Maßnahmen bis Ende November nicht fruchten“. Allerdings nannte Kretschmann am Dienstag einen Wert, ab dem der Lockdown beendet werden* könnte.

Einen Punkt zu der Frage nach dem „Was passiert nach dem Lockdown?“ brachte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Dienstag dennoch ins Gespräch: weitere Pandemiestufen. So wolle man im Kampf gegen das Coronavirus zielgenauer vorgehen können, berichtet die StZ. Das Sozialministerium soll jetzt bis Ende des Monats weitere Pandemiestufen ausarbeiten. Bisher gibt es die Pandemiestufen eins bis drei* beziehungsweise nach der „Corona-Ampel“ die Stufen grün, gelb und rot. Aufgrund der extremen Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus seien aber zusätzliche Stufen vonnöten, so Kretschmann.

Wie soll es nach dem Teil-Lockdown, wegen dem unter anderem Restaurants schließen müssen, in Baden-Württemberg weitergehen? Kretschmann will weitere Pandemiestufen.

Coronavirus Baden-Württemberg: Weitere Pandemiestufen sollen kompletten Lockdown verhindern

Wichtig sei aber zunächst, wie sich die verschärften Corona-Regeln in der kommenden Zeit auf die Infektionszahlen auswirken. Kretschmann und Lucha hoffen, dass die Infektionszahlen wieder unter 50 Neuinfektionen pro Woche je 100.000 Einwohner sinken. Auf echo24.de*-Nachfrage beim Sozialministerium Baden-Württembergs teilt auch Pressesprecher Pascal Murmann mit: „Jetzt heißt es, die Entwicklung abzuwarten und zu sehen, wie die Maßnahmen greifen.“ Mitte November ist ein weiteres Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder angesetzt, bei dem das weitere Vorgehen besprochen werden soll. Dennoch erarbeite die Landesregierung Baden-Württembergs derzeit Konzepte für unterschiedliche Szenarien, so Murmann.

Ziel sei es, „das Infektionsgeschehen im Land so weit unter Kontrolle zu halten, dass weder die Gesundheitsämter noch das Gesundheitssystem überlastet sind“. Zuletzt hatte die Stadt Stuttgart die Bundeswehr erneut um Hilfe gebeten*. Sobald das der Fall sei, könnten mit der Hotspot-Strategie je nach Infektionsgeschehen lokal oder regional begrenze schärfere Maßnahmen eingeleitet werden. „Sollten die Infektionszahlen – was wir nicht hoffen – weiter ansteigen und sich nicht auf einem Plateau einpendeln, sind weitere Pandemiestufen vorgesehen. Allerdings immer mit dem Ziel, einen kompletten Lockdown zu verhindern“, sagt Murmann. Weitere Details nennt der Pressesprecher nicht. Das Konzept müsse noch innerhalb der Landesregierung von Baden-Württemberg abgestimmt werden. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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