Wegen Impfstoffmangel

Chaos bei Impfterminen in BaWü: Lucha gesteht „großen Fehler“

  • Julia Thielen
    vonJulia Thielen
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Gesundheitsminister Manne Lucha räumt Fehler bei der Vergabe von Impfterminen in Baden-Württemberg ein. Die Ursache sei aber vor allem der massive Impfstoff-Mangel.

Seit Dezember werden in Baden-Württemberg Corona-Impfungen verabreicht. Wer einen Termin brauchte und wollte musste aber von Beginn an einige Hürden in Kauf nehmen. Monate später hat sich die Situation nur unmerklich verbessert. Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha hat deshalb Fehler beim Vergabesystem eingeräumt. Die eigentliche Ursache liegt laut ihm aber an anderer Stelle, wie echo24.de* berichtet.

„Es war schlicht und einfach das falsche System, um einen Mangel verwalten zu können“, sagte Lucha gegenüber der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten. Die Terminvergabe über die Hotline 116 117 zu regeln, sei im Nachhinein „ein großer Fehler“.

Corona-Impfungen: Chaos in BaWü – Lucha räumt „großen Fehler“ ein

Dass die Telefonnummer nicht zufriedenstellend ihren Zweck erfüllen könne, liege vor allem am immer noch herrschenden Impfstoffmangel. „Da helfen dann auch 500 Callcenter-Mitarbeiter nicht viel weiter“, erklärte Lucha. Der Gesundheitsminister gesteht, dass für die Vergabe der Impftermin eine falsche Strategie* gewählt wurde, wie auch *bw24.de berichtet.

Corona-Impfungen in Baden-Württemberginsgesamt/nach Bevölkerungsanteil (Stand: 20. Mai)
Mindestens einmal Geimpfte4.145.485/37,3%
Vollständig Geimpfte1.325.369/11,9%
Verabreichte Impfdosen5.453.811
Gelieferte Impfdosen6.106.098

Impfstoffmangel und Probleme bei der Termin-Hotline* sorgten von Beginn an für Kritik an der Impfkampagne in Deutschland. Auch aktuell gibt es in Baden-Württemberg einen massiven Engpass bei den Corona-Impfungen.

Corona-Impfungen Baden-Württemberg: Lucha räumt Fehler bei Hotline ein

Zwar konnten Terminabsagen weitestgehend vermieden werden, wie Lucha erst kürzlich mitteilte, doch sind die Impfzentren bei weitem nicht ausgelastet. Aktuell können in Baden-Württemberg deshalb praktisch keine Erstimpfungen durchgeführt werden.

Dass nun auch die Hausärzte gegen Covid-19 impfen, führte nicht zu einer Entspannung der Lage. Im Gegenteil. Nun hängen Patienten auch hier an überlasteten Telefonleitungen.

Baden-Württemberg: Impftermin-Hotline war laut Lucha ein Fehler

Die Kassenärztliche Vereinigung hatte deshalb am gestrigen Mittwoch sogar dazu aufgerufen, zumindest in dieser Woche keine Anrufe mehr beim Hausarzt wegen einer Corona-Impfung zu tätigen. „Sie blockieren die Leitungen“, hieß es dort.

Obwohl die Impftermine derzeit Mangelware sind, kam es zuletzt erneut zu einem Ansturm. Grund dafür war die Aufhebung der Priorisierung bei den Hausärzten. Theoretisch kann sich dort nun jeder gegen Corona impfen lassen. Praktisch steht dafür immer noch zu wenig Impfstoff zur Verfügung.

Trotzdem verteidigte Manne Lucha die Entscheidung der Regierung. Man habe damit den Wunsch der Hausärzte erfüllt, sagte er den Zeitungen. „Wir sind an der Front bei den Menschen und bekommen jeden Tag den Druck zu spüren. Wir konnten gar nicht anders, als so zu entscheiden.“ *echo24.de und *bw24.de sind Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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