Impfen in sozial schwachen Stadtteilen

Soziales Impfen in Baden-Württemberg: Mobile Impfteams ergänzen Impfzentren

Um Heranwachsende schnellstmöglich zu impfen, sollen Impfmobile an Schulen eingesetzt werden.
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In Baden-Württemberg wird mit mobilen Impfteams gezielt in sozial schwachen Stadtteilen gegen das Coronavirus geimpft. (Symbolbild)
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In Baden-Württemberg wird seit dieser Woche gezielt in sozial schwachen Stadtteilen mit mobilen Impfteams gegen das Coronavirus geimpft.

Mobile Impfteams der baden-württembergischen Impfzentren suchen seit dieser Woche im Kampf gegen die Corona-Pandemie gezielt sozial schwache Stadtteile auf, wie das Ministerium für Soziales und Integration mitteilt. Mannheim, Pforzheim und Tuttlingen gehören zu den Landkreisen mit der niedrigsten Impfquote in Baden-Württemberg.

„Wir unterstützen das Engagement der einzelnen Kreise und Städte sowie ihrer Impfzentren beim Einsatz von Mobilen Impfteams in Stadtvierteln mit niedrigen Impfquoten. Es ist die richtige Antwort, um alle gefährdeten Menschen zu erreichen und die Pandemie schneller zurückzudrängen“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) anlässlich der Aktionen am Montag (17. Mai) in Stuttgart.

Es gibt Gruppen in unserer Gesellschaft, die wir mit unserer Impfkampagne noch nicht ausreichend erreichen. Daher müssen wir raus aus den Impfzentren und hin zu diesen Menschen.

Gesundheitsminister Manne Lucha

Soziales Impfen in Baden-Württemberg: Mobile Impfteams im Kampf gegen Corona

Am vergangenen Wochenende wurde in Baden-Württemberg die Marke von vier Millionen Erstimpfungen in den Impfzentren und bei den niedergelassenen Ärzten überschritten. Vollständig geimpft sind inzwischen knapp 1,25 Millionen Menschen im Land. Sozialminister Lucha blickt optimistisch in die Zukunft: „Bald hat die Hälfte der Erwachsenen eine Erstimpfung. Die Zahlen zeigen uns, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind. Schon heute haben über 73 Prozent der über 60-Jährigen eine Impfung erhalten und sind damit geschützt.“

Das Sozialministerium hat Anfang Mai erstmals die Impfquoten (PDF) der Stadt- und Landkreise bezogen auf die jeweiligen Wohnorte der Bürger (ohne Impfungen durch Hausärzte) veröffentlicht. Sie beruhen auf der Postleitzahlenauswertung der Geimpften, unabhängig davon, wo die Impfung stattfand. Das Ergebnis: Die Impfquoten sind gerade in Universitätsstädten besonders hoch, teilweise auch im ländlichen Raum — wie etwa im Kreis Emmendingen.

Baden-Württemberg: Schlechtere Impfquoten in sozial schwachen Regionen

Städte mit größeren Bevölkerungsgruppen, die im Durchschnitt vergleichbar schwierigere sozioökonomische Bedingungen aufweisen (Arbeitslosigkeit, Bildungsniveau) haben hingegen oft niedrigere Impfquoten. Bevölkerungszahl, Impfstoffmengen — die Frage, ob ein Zentrales Impfzentrum im Stadt- oder Landkreis liegt — sowie die Entfernung zum nächsten Impfzentrum können die großen Unterschiede zwischen den Landkreisen allein nicht erklären. In Kreisen mit niedrigen Impfquoten werden die Impfzentren offenbar verstärkt von Menschen aus den Nachbarkreisen genutzt.

Impffortschritt in Deutschland (Stand: 17. Mai)

Inzwischen sind in Deutschland bereits 9.548.021 Personen — das entspricht 11,5 Prozent der Gesamt­bevölkerung — vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Insgesamt haben 31.150.725 Personen (37,5  Prozent) mindestens eine Impf­dosis erhalten.

Die Mobilen Impfteams (MIT) sind organisatorisch an die jeweiligen Impfzentren angebunden. Sie sind eine Ergänzung zur Struktur der Zentralen Impfzentren und Kreisimpfzentren. Zu Beginn der Impfkampagne haben die mobilen Impfteams die Alten- und Pflegeeinrichtungen oder auch stationäre Einrichtungen der Eingliederungshilfe aufgesucht, um die dort lebenden Personen vor Ort zu impfen. Zwischenzeitlich können die MIT auch Vor-Ort-Termine in den Kommunen anbieten, um dort impfberechtigte Menschen zu impfen.

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