Coronavirus-Impfkampagne

„Baden-Württemberg braucht mehr Impfstoff“ - Lucha mit Mega-Appell an Spahn

Manne Lucha
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Manne Lucha fordert, vom Bund mehr Corona-Impfstoff für Baden-Württemberg. (Symbolbild)
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    vonChristina Rosenberger
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Manne Lucha, Baden-Württembergs Gesundheitsminister, hat den Bund aufgefordert, dem Südwesten im Mai und Juni mehr Impfstoff zur Verfügung zu stellen - aus einem bestimmten Grund.

Mit der weiter voranschreitenden Impfkampagne gegen die Corona-Pandemie kommt auch Baden-Württemberg seinem Ziel, die Lockdown-Regeln bald wieder lockern zu können, stetig ein kleines Stückchen näher - doch das Tempo lässt noch zu wünschen übrig. Das liegt allerdings anscheinend nicht an der Landesregierung. Wie echo24.de* berichtet, hat Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) deshalb jetzt den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dazu aufgefordert, Baden-Württemberg im Mai und Juni mehr Impfstoff zur Verfügung zu stellen.

Denn sowohl Baden-Württemberg als auch das restliche Bundesgebiet arbeiten schließlich auf eine Herdenimmunität der Bevölkerung* hin - heißt: Es müssten - so Experten - zwischen 50 und 90 Prozent der Bundesbürger geimpft sein, damit die gesamte Gesellschaft geschützt ist und die Pandemie eingedämmt werden kann. Wegen gefährlicher Corona-Mutanten* drängen Forscher darauf, den Herdenschutz so schnell wie möglich zu erreichen.

Lucha-Appell an Spahn: Bisherige Impflieferung an Baden-Württemberg nicht ausreichend

Doch bisher ist Deutschland noch weit von einer Herdenimmunität entfernt - und im bundesweiten Vergleich gesehen liegt der Südwesten sogar noch eher hinten. Laut dem Impfdashboard kommt Baden-Württemberg auf 23,8 Prozent der Bevölkerung, die wenigstens ein Mal geimpft wurde. Vollständig geimpft sind hier 7,1 Prozent. Das sind im Bundesländer-Ranking Platz 10 und 11.

Und das liegt wohl an der Impfstoffverteilung des Bundes. Zwar klingen fast 4 Millionen gelieferte Impfdosen amtlich, doch prozentual auf die Einwohner gerechnet hat Baden-Württemberg nicht so übermäßig viel abgekriegt - und kommt laut Impfdashboard nur auf Platz Elf unter den Bundesländern.

Lucha appelliert an Spahn: Mehr Corona-Impfstoff für Baden-Württemberg

Deshalb hat BaWü Gesundheitsminister Lucha jetzt an Bundesgesundheitsminister Spahn geschrieben. In einem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, erklärt der Grünen-Politiker, das Land habe gezeigt, „dass wir ohne Weiteres - sofern nur mehr Impfstoff zur Verfügung steht - mehr als 300.000 Impfungen die Woche schaffen.“ Es stehe fest, dass zahlreiche Impfzentren ihre Kapazität noch steigern könnten.

Spahn habe die Gesundheitsminister der Länder immer wieder dazu aufgefordert, zu beweisen, dass sie ihren Anteil an den 2,25 Millionen gelieferten Dosen pro Woche verbrauchen können - erst dann würden die Länder mehr Impfstoff erhalten. „Baden-Württemberg hat diesen Nachweis erbracht“, heißt es von Lucha. Die bisher für Baden-Württemberg angekündigten Lieferungen von rund 317.000 bis maximal 338.000 Impfdosen pro Woche seien nicht ausreichend.

Lucha-Appell an den Bund: Mehr Corona-Impfstoff - auch für Betriebsärzte

Weiter schrieb der baden-württembergische Gesundheitsminister: „Zusätzlich ist es unerlässlich, auch den niedergelassenen Bereich und die Betriebsärztinnen und Betriebsärzte mit wesentlich mehr Impfstoff auszustatten.“ Nur so könne der Südwesten die Impfkampagne ernsthaft vorantreiben - und auch hier müsse der Bund dringend mehr Impfstoff zur Verfügung stellen.

Lucha forderte außerdem, „dass auch die Bundesregierung ihre Hausaufgaben macht: Bisher fehlen Regelungen, wie der Impfstoff direkt in die Betriebe kommen kann - ohne Umweg über ein Impfzentrum“. Es müsse geklärt werden, dass Betriebsärzte direkt vom Pharmagroßhandel und den Apotheken mit Impfstoff beliefert werden könnten. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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