Corona-Lockdown: Händler wissen oft nicht weiter

Insolvenz-Welle durch Corona-Lockdown droht: Einzelhandel fordert Öffnung

  • Anna-Maureen Bremer
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12.000 Geschäfte stehen wegen Corona und dem Lockdown vor dem Aus. Der Einzelhandel in Baden-Württemberg will wieder öffnen.

Noch ist es für viele nicht greifbar, was der Corona-Lockdown in Baden-Württemberg für die Geschäfte heißt. Wer allerdings im Einzelhandel beschäftigt oder gar selbstständig ist, spürt das bereits ganz genau. Viele Händler wissen jetzt schon nicht mehr, wie sie Pacht und weitere Kosten decken sollen. Der baden-württembergische Branchenverband malt ein ganz düsteres Szenario.

Baden-Württemberg: Corona-Lockdown bringt Einzelhandel in gefährliche Lage - Läden wollen öffnen

Wie der SWR berichtet, geht der Verband für die kommenden zwei Jahre im schlimmsten Fall von coronabedingt bis zu 12.000 Geschäftsschließungen und Insolvenzen aus. Im Bericht heißt es: „Der Verband vertritt die Interessen von 40.000 Betrieben mit insgesamt mehr als einer halben Million Beschäftigten.“ Ein beliebtes Restaurant in Heilbronn verkündete seine Schließung erst vor wenigen Tagen. Hierbei überrascht allerdings der Grund.

Am Mittwoch, 10. Februar, findet das nächste Bund- und Ländertreffen statt, bei welchem über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie und auch den Lockdown entschieden werden soll. „Der Handel braucht dringend eine Öffnungsperspektive. Ohne die geht es nicht“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg, Sabine Hagmann, der Deutschen Presse-Agentur

Wann machen die Geschäfte wieder auf? Neue Regeln für Baden-Württemberg noch nicht bekannt

Sie hält die aktuelle Regelung für ein „Gießkannenprinzip“. Würden die aktuellen Maßnahmen fortgeführt, sei das für sie und auch den Handel nicht nachvollziehbar. Unter anderem wegen des Lockdowns hatte beispielsweise die Parfümerie Douglas in Baden-Württemberg mehrere Filialen schließen* müssen, wie bw24.de* berichtet. Es brauche eine Veränderung. Aber es geht doch um den Schutz der Bevölkerung?

Hagmann ist sich allerdings sicher, dass die Schließung des Handels nicht zu niedrigeren Corona-Infektionszahlen geführt hat. Deshalb hat sie nun eine klare Forderung: Bund und Länder sollten transparent und verbindlich festlegen, nach welchen bundesweit einheitlichen Maßstäben und Werten es regional zu schrittweisen Lockerungen kommen könne.

Sich dabei nur auf den definierten Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen zu konzentrieren, hält Hagmann für unzureichend. Orientieren könne man sich zum Beispiel an der Sieben-Tages-Inzidenz, am Alter der Neuinfizierten, an der aktuellen Belastung des Gesundheitssystems oder am Impffortschritt im Land. *bw24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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