Modellversuche in Baden-Württemberg

Party ohne Abstand und Maske: Clubs öffnen am Wochenende - so lief Tag 1

  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Tanzen ohne Abstand und Maske - das ist an diesem Wochenende endlich wieder möglich. Drei Clubs öffnen, um ein besonderes Konzept zu testen.

Update, 3. Juli: Über ein Jahr Corona-Pause sind vorbei - am Freitag (2. Juli) haben zum ersten Mal wieder Clubs in Baden-Württemberg ohne Maske und Abstandskonzept geöffnet. Es durfte getrunken und getanzt werden. Vor dem Ravensburger Club „Kantine“ warteten am Abend dutzende Menschen auf ihren negativen Corona-Test, um endlich wieder feiern zu können. 450 durften am Freitag gleichzeitig rein.

Der SWR berichtet, die Besucher seien zunächst zurückhaltend geblieben. Statt auf die Tanzfläche zu stürmen seien viele zunächst im Außenbereich geblieben. „Kantine“-Betreiber René Minner kann das zögerliche Verhalten seiner Gäste verstehen. Er meint, man müsse sich erst wieder herantasten. Doch sowohl in der „Kantine“ als auch im „Douala“ war der Andrang laut der Deutschen Presse-Agentur dpa groß. Insgesamt feierten 700 Menschen die Öffnung der Clubs.

Party am Wochenende: So lief der erste Club-Abend in Ravensburg

Das Modellprojekt „Cluböffnung“ läuft in Ravensburg laut Stadtverwaltung bis zum 24. Juli. Die Partygäste müssen sich sowohl vor als auch nach den Veranstaltungen testen lassen. Die wissenschaftlichen Ergebnisse werden schließlich von der Hochschule Ravensburg-Weingarten ausgewertet. Unter anderem soll die Verbreitung von Aerosolen beim abstandslosen Feiern gemessen werden.

Dutzende Menschen warten vor dem Club Kantine, um nach einem Corona-Test in den Club zu dürfen.

In Mannheim startet am Sonntag ein weiteres Modellprojekt zur Öffnung von Clubs. Dort sollen, wenn das Wetter hält, 500 Menschen bei einem Open-Air-Event ohne Maske und Abstand feiern - auch hier wird es wissenschaftliche Untersuchungen zur Verbreitung des Coronavirus geben.

Clubs öffnen am Wochenende: In zwei Städten in Baden-Württemberg wird gefeiert

Erstmeldung, 30. Juni: Es ist, was viele junge Menschen in Baden-Württemberg in den letzten beinahe anderthalb Jahren schmerzlich vermisst haben - Tanzen zu elektronischen Beats, mit einem kalten Drink in der Hand und vielen Gleichgesinnten auf der Tanzfläche. Doch die neue Corona-Verordnung für Baden-Württemberg hat in dieser Hinsicht kaum Erleichterungen gebracht. Die Club-Betreiber sind deshalb ziemlich sauer.

Doch drei Clubs im Südwesten leisten am kommenden Wochenende (3. und 4. Juli) Pionierarbeit und wagen sich an einen Modellversuch. Der Hafen49 in Mannheim, sowie die beiden Ravensburger Diskotheken Kantine und Douala dürfen nach Angaben des Sozialministeriums öffnen - für genehmigte Modellprojekte. Insgesamt können so 1.200 Gäste in Club-Atmosphäre feiern.

Party am Wochenende: Mehrere Clubs in Baden-Württemberg öffnen

Die drei Partys werden dabei wissenschaftlich begleitet - denn es darf ohne Maske und Abstand getanzt werden. Die Erkenntnisse, die Forscher dann bei den unterschiedlichen Events gewinnen, können dazu verwendet werden, mögliche Erleichterungen in der Clubszene zu verwirklichen - „sofern die Ergebnisse vielversprechend und weitere Öffnungen verantwortbar sind“. Laut Ministerium gibt es allerdings bislang keine konkreten Zielvorgaben.

Für die Besucher der Veranstaltungen am Wochenende gilt die Regel: Sowohl vor als auch nach dem Besuch müssen sie sich auf das Coronavirus testen lassen, um zuverlässige Daten zu erhalten. Die Open-Air-Party in Mannheim am Sonntag war nach Angaben des dortigen Veranstalters enorm nachgefragt. Innerhalb von nur eineinhalb Stunden waren alle 500 Online-Karten ausverkauft. In Ravensburg gibt es zum Kartenverkauf noch keine Angaben.

Baden-Württemberg: Clubs öffnen mit Modellversuch - restliche Diskothek-Betreiber gehen leer aus

Seit am Montag (28. Juni) die neue Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg in Kraft getreten ist, dürfen Clubs und Diskotheken zwar auch unabhängig von den Modellprojekten wieder aufschließen, dafür gelten allerdings extrem strenge Auflagen. Dazu zählt, dass Clubs nur einen Feiernden pro zehn Quadratmetern Fläche einlassen dürfen, die Gäste einen Mund-Nasen-Schutz tragen und Mindestabstände einhalten müssen. Außerdem müssen sie einen 3G-Nachweis erbringen. Steigt die 7-Tage-Inzidenz wieder über 10, müssen Betreiber ihren Club wieder schließen.

Rubriklistenbild: © Felix Kästle/dpa/Archivbild

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