Hohe Bußgelder für Verstöße

Maske, Abstand, Veranstaltungen: So teuer werden Corona-Verstöße in Baden-Württemberg

Wie teuer ist ein Verstoß gegen die Corona-Verordnung? Im Bußgeldkatalog ist genau festgehalten, wie viel das Missachten der Corona-Regeln kostet.

  • In Baden-Württemberg gibt es bislang 120.861 Coronavirus-Infektionen, wovon schätzungsweise 76.246 Personen bereits genesen und 2.332 Personen in Verbindung mit Sars-CoV-2 verstorben sind (Stand: 18. November 2020).
  • In allen Regionen wurden bereits verschiedene Warnstufen ausgerufen. Für ganz Baden-Württemberg ist wegen steigender Coronavirus-Neuinfektionen ein „Lockdown light“ ausgerufen* worden – mit strengen Regeln.

Bußgeldkatalog Baden-Württemberg: Das sind die aktuellen Bußgelder

Baden-Württemberg* zählt neben NRW und Bayern* zu den bislang am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Bundesländern. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurden bundesweit mehrere Maßnahmen und Regeln* eingeführt, wie echo24.de* berichtet. Dabei halten sich nicht alle an die Corona-Verordnung*. Doch wie hoch fallen die Sanktionen laut Corona-Bußgeldkatalog in Baden-Württemberg bei Verstößen gegen die Corona-Verordnung aus?

Im Bußgeldkatalog für Baden-Württemberg ist festgehalten, wie viel ein Verstoß gegen die Maskenpflicht oder das Kontaktverbot kostet. Jedes Bundesland hat einen eigenen Katalog, in anderen Bundesländern kann es bei einem Verstoß zu höheren oder niedrigeren Kosten kommen. Das ist der aktuelle Corona-Bußgeld­katalog des Landes Baden-Württem­berg (Stand: 07.08.2020):

  • Nichtein­haltung des Mindest­abstands: 50 - 250 € für jede betei­ligte Person
  • Nichteinhaltung der Maskenpflicht: 100 - 250€ pro Person
  • Verstoß gegen die zulässige Personenanzahl bei privaten Veranstaltungen: 100 - 500€ pro Teil­nehmer
  • Abhalten einer Veranstaltung ohne Einhaltung der (Hygiene-)Anforderungen: 50-2.500€ für Veran­stalter
  • bei Versammlungen Nichteinhaltung der Verpflichtung, darauf hinzuwirken, dass zwischen Personen ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird: 250 - 1.000€ für Versammlungsleiter
  • Betrieb eines Clubs oder einer Diskothek: 2.500 - 5.000€ für den Verantwortlichen
  • Betrieb von Prostitutionsstätten, Bordellen oder ähnlichen Einrichtungen oder Ausübung des Prostitutionsgewerbes: 2.500 - 5.000€ für die Verantwortlichen
  • Betrieb oder Angebot von Einrichtungen, Angeboten oder Aktivitäten ohne Einhaltung besonderer (Hygiene-)Anforderungen: 50 - 2.500€ für Betreiber, Anbieter
  • Zutritt zu einer Einrichtung oder einem Angebot trotz Betretungsverbot: 250 - 1.500€ für Be­sucher der Einrich­tung
  • Zutritt durch Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko zu einer Einrichtung oder einem Angebot trotz Betretungsverbot: 500 - 2.000€ für Be­sucher der Einrich­tung
Die Polizei ist der derzeit vermehrt präsent, um die Einhaltung der Corona-Maßnahmen zu kontrollieren (Symbolbild).

Bußgelder für Verstöße: Was besagt die aktuelle Corona-Verordnung?

Das Coronavirus breitet sich in ganz Deutschland exponentiell* aus. Die Gesundheitsämter sind an ihren Grenzen, rund 75 Prozent aller Corona-Infektionen lassen sich keinem Ursprung mehr zuordnen. Hauptbestand der Corona-Maßnahmen ist die Kontaktbeschränkung. Seit 02. November gelten vorerst befristet bis zum 30. November neue Corona-Regelungen in Baden-Württemberg:

  • Für Zusammenkünfte im privaten Raum und im öffentlichen Raum gelten die gleichen Regeln. Im öffentlichen und im privaten Raum dürfen nur noch zehn Personen zusammenkommen. Diese Personen dürfen aus nicht mehr als zwei Haushalten stammen. Haushalt bedeutet eine abgeschlossene Wohneinheit wie etwa eine Wohnung, Wohngemeinschaft, Wohngruppe oder ein Einfamilienhaus.
  • Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, sind grundsätzlich nicht mehr erlaubt. Dazu zählen alle möglichen Feste, aber auch Tanzveranstaltungen, Tanzaufführungen, Tanzunterricht und Tanzproben. Außerdem sind Amateurmusikveranstaltungen und Amateurtheater-Aufführungen nicht gestattet.
  • Die Kontaktbeschränkung für Ansammlungen gilt nicht, wenn die Treffen oder der Aufenthalt im öffentlichen Raum aufgrund des Arbeits-, Dienst- oder Geschäftsbetrieb oder der sozialen Fürsorge stattfinden.
  • Restaurants, Gaststätten, Bars, Kneipen, Imbisse, Cafés und andere gastgewerbliche Einrichtungen müssen schließen. Dazu zählen auch Shisha-Bars. Weiterhin erlaubt ist der Verkauf über die Theke für den Verzehr außer Haus, sowie Abhol- und Lieferdienste.
  • Friseure bleiben geöffnet.
  • Der Besuch und die Nutzung von öffentlichen Spielplätzen ist nicht verboten. Spielplätze werden von Seiten des Landes nicht geschlossen. Dagegen sind Indoor-Spielplätze, Trampolinhallen und ähnliche Einrichtungen geschlossen.
  • Öffentliche und private Sportanlagen und Sportstätten einschließlich anderer Einrichtungen wie Fitnessstudios, Yogastudios und Tanzschulen müssen schließen.
  • Schwimm- und Hallenbäder dürfen nur noch für den Spitzen- und Profisport sowie den Schulunterricht und Studienbetrieb (Hochschulen) genutzt werden.

Corona-Verordnung Baden-Württemberg: Wo besteht Maskenpflicht?

Am häufigsten wird gegen die Maskenpflicht verstoßen. Insgesamt 63.000 Corona-Verstöße* wurden seit dem 23. März in Baden-Württemberg gezählt, mindestens 35.000 davon waren Verstöße gegen die Maskenpflicht. echo24.de* berichtete bereits darüber. Doch wo gilt derzeit überall in Baden-Württemberg die Maskenpflicht?

  • im öffentlichen und touristischen Personenverkehr, an Bahn- und Bussteigen, im Wartebereich der Anlegestellen von Fahrgastschiffen sowie in Flughafengebäuden
  • in den Verkaufsräumen von Ladengeschäften und allgemein in Einkaufszentren
  • in Friseur-, Massage-, Kosmetik-, Nagel-, Tattoo- und Piercingstudios und in medizinischen und nicht medizinischen Fußpflegeeinrichtungen
  • in Arztpraxen und Praxen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe und Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes
  • für Besucher in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen
  • von Mitarbeitern in Freizeitparks, Vergnügungsstätten, Beherbergungsstätten und dem Gaststättengewerbe bei direktem Kundenkontakt

Ist bald ein Ende der Corona-Pandemie und Bußgelder in Sicht?

Seit Jahresanfang stehen zwei zentrale Fragen im Raum: „Wann kommt endlich der Impfstoff?“ Und „Kann ich ein zweites Mal an Corona erkranken“? Auf beide Fragen gibt es inzwischen erste Antworten. CureVac verkündet die nächste gute Nachricht* zur Entwicklung eines Corona-Impfstoffs. Es könnte ein wertvoller Vorteil in der Bekämpfung der Corona-Pandemie sein. Eine Prognose, wann der Impfstoff fertig sein könnte*, hatte CureVac bereits bekannt gegeben.

Bisher war nicht klar, ob Menschen immun gegen SARS-CoV-2 werden oder erneut erkranken können. Bei über 30 Patienten konnten Forscher des Uniklinikum Freiburg* nun etwas Interessantes beobachten, weshalb davon ausgegangen wird, dass bei der Mehrheit der Menschen nach einer überstandenen SARS-CoV-2-Infektion ein gewisser Schutz vor einer erneuten Corona-Infektion besteht. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: ©  Friso Gentsch/dpa

Das könnte Sie auch interessieren