Parkgebühren bald zwölfmal teurer?

Anwohnerparken in BaWü - Mega-Preiserhöhungen kommen

Anwohner müssen bald in vielen Baden-Württembergischen Städten mehr zahlen, wenn sie ihr Auto parken wollen. (Symbolbild)
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Anwohner müssen bald in vielen Baden-Württembergischen Städten mehr zahlen, wenn sie ihr Auto parken wollen. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
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Parken in baden-württembergischen Innenstädten ist teuer - doch auch Bewohner müssen künftig vielerorts für einen Anwohner-Parkausweis tiefer in die Tasche greifen.

Mit einem Auto in der Stadt zu wohnen - das ist für viele eine ungemütliche Angelegenheit. Oft gibt es nicht genügend Stellplätze, Garagen sind nur selten verfügbar, die Parkgebühren in Parkhäusern* sind zu hoch und auch die Parkplätze an der Straße reichen nicht aus. Doch in einigen Baden-Württembergischen Städten kommt wohl bald noch ein weiterer Punkt dazu, wieso man zweimal darüber nachdenken sollte, ob man seinen Privat-PKW nicht lieber abgibt. Wie echo24.de* berichtet, wollen mehrere Kommunen über teils massive Preiserhöhungen beim Anwohnerparken nachdenken.

Möglich wird das durch eine Gesetzesänderung, die im vergangenen Sommer für ganz Deutschland in Kraft getreten ist. Bis zu diesem Punkt durften Anwohnerparkausweise nicht mehr als 30,70 Euro pro Jahr kosten. Diese Deckelung wurde aufgehoben. Damit können Länder die Gebührensätze frei festlegen - oder den Städten gleich selbst überlassen, wie viel sie für den Parkausweis verlangen wollen.

Anwohnerparken in Baden-Württemberg: Gebühren bald zwölfmal so hoch?

Die entsprechende Landesverordnung fehlt in Baden-Württemberg aktuell noch - doch noch vor der Sommerpause soll es soweit sein. Dann will das Stuttgarter Verkehrsministerium eine gesetzliche Grundlage für den Südwesten verabschieden. So die Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Doch bis dahin können die Städte ihre Erhöhungen selbst in Angriff nehmen - und die Planungen laufen vielerorts schon.

In Freiburg beispielsweise soll die Erhöhung für das Anwohnerparken jetzt von 30 Euro auf satte 360 Euro pro Jahr und Auto steigen - das ist zwölfmal so teuer - auf einen Schlag. Und genauso hoch könnte der Preisaufschlag für einen Anwohnerparkausweis in Tübingen ausfallen. Die Stadt erklärte gegenüber der dpa: „Es besteht die feste Absicht, die Gebühr anzuheben, sobald dies möglich ist.“ Voraussichtlich soll auch hier pro Monat künftig eine Gebühr von 30 Euro anfallen - aktuell sind es noch 30 Euro im Jahr. Immerhin: Ein Antrag von Grünen und SPD will vorerst einen Zwischenschritt von zunächst zehn Euro pro Monat erwirken, bevor die vollständige Preiserhöhung eintritt.

Anwohnerparken in Baden-Württemberg: Diese Städte denken über Preiserhöhungen nach

Auch Karlsruhe steht bereist parat. Einzelne Fraktionen möchten hier dringend die Bewohnerparkausweisgebühren anpassen. Die Grünen und die Linken hätten im Gemeinderat bereits Anträge gestellt, teilt die Stadt mit. Unabhängig davon arbeitet die Stadtverwaltung aktuell an einer Projektskizze, die nicht nur die Anpassung der Gebühren, sondern auch noch weitere Maßnahmen beinhaltet.

Doch auch hier ist eine saftige Erhöhung der Gebühren wahrscheinlich, denn alle baden-württembergischen Städte, die bisher Preiserhöhungen angekündigt haben, wollen gleich aufs Ganze gehen und massiv in die Taschen der Anwohner greifen. Auch Ulm schwebt als Hausnummer eine „Größenordnung von 300 Euro im Zuge des Parkraummanagements“ im Raum Die Erhöhung würde hier etwa 2.000 Parkausweis-Inhaber betreffen.

Anwohnerparken in Baden-Württemberg: Landesverkehrsministerium begrüßt Vorstöße der Kommunen

Zwar gibt es auch noch genügend Städte, die sich bisher nicht konkret zum Thema Anwohnerparken in Baden-Württemberg* geäußert haben, doch hat beispielsweise Heilbronn bereits im vergangenen Jahr in der nördlichen Innenstadt eine einheitliche Parkzone* geschaffen, wo nun Parkschein-Pflicht gilt. Konstanz und Heilbronn wollen sich mit den Preiserhöhungen der Anwohnerparkscheine noch Zeit lassen will - doch sieht das Landesverkehrsministerium schon die bisherigen Erhöhungspläne als kleinen Erfolg. Das Bewohnerparken sei bislang nicht geeignet, den Menschen einen Anreiz für alternative Verkehrsmittel zu bieten, erklärte ein Sprecher gegenüber der dpa.

Es kann nicht sein, dass wir unsere Straßen den Anwohnern fast kostenlos zur Verfügung stellen.

Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende BUND

Das denkt auch die Umweltschutzorganisation BUND. Die Meinung hier: Höhere Anwohnerparkgebühren sind längst überfällig. Es könne nicht sein, dass Städte den Anwohnern ihre Straßen fast kostenlos zur Verfügung stellen. Deshalb sei die Hoffnung, dass es durch höhere Kosten unattraktiver werde, in der Stadt ein eigenes Auto zu besitzen. Wie hoch die Gebühren in den jeweiligen Städten letztendlich jeweils ausfallen, und ob sich das auf die Auto-Dichte auswirkt, bleibt abzuwarten. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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