Über 400 Beamte im Einsatz

Baden-Württemberg: In Nazi-Uniform Krieg gespielt – Polizei nimmt 19 Personen fest

Granaten auf einem Tisch, daneben eine Binde mit dem Hakenkreuz.
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Eine Gruppe hat mit Waffen und in Wehrmachtsuniformen Kriegsszenarien nachgestellt. (Symbolfoto)
  • vonDaniel Hagen
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Ulm – Der Polizei ist ein Schlag gegen rechte Extremisten gelungen. Bei einer groß Angelegten Durchsuchung werden Waffen, Symbole und Wehrmachtsuniformen gefunden.

Mit einem Großaufgebot ist die Polizei in Baden-Württemberg* und Bayern gegen eine Gruppe von rechten Extremisten vorgegangen. Rund 400 Beamte sind an dem Einsatz in München, den Landkreisen Augsburg, Biberach, Esslingen, Günzburg, Kempten, Sigmaringen, Tübingen und Ostallgäu sowie dem Ostalb- und Rems-Murr-Kreis beteiligt gewesen. Dabei sind so viele illegale Waffen gefunden worden, dass ein Lkw zum Abtransport genutzt werden muss. Über den Vorfall berichtet HEIDELBERG24.de*.

Baden-Württemberg: Gruppe übt Kriegsszenarien in Nazi-Uniformen

Am Donnerstag (15. Oktober) durchsuchen die Polizisten, darunter auch Spezialkräfte, insgesamt 17 Wohnungen und ein Waldstück nach Beweisen. Das teilen das Polizeipräsidium Ulm und die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit. Der Grund für die Ermittlungen ist ein Hinweis auf eine Gruppe bewaffneter Personen in Wehrmachtsuniformen, die sich in einem Gebäude im Landkreis Biberach getroffen haben sollen. Auch in der Bundeswehr hat es einen Skandal wegen dieser Bekleidung gegeben.

Bei dem Großeinsatz werden die Beamten auch fündig. Die Ermittler beschlagnahmen unter anderem Computer, eine Vielzahl
an Waffen, Munition, Uniformteile, Fahrzeuge und verfassungsfeindliche Symbole. Sprengstoffexperten müssen sich vor Ort um sichergestellte Granaten kümmern. Zwei Zündkapseln müssen zudem kontrolliert gesprengt werden. In den Landkreisen Esslingen,
Sigmaringen und Rems-Murr sind sogar Lastwagen nötig, um die vielen Waffen abzutransportieren. Jetzt muss geklärt werden, ob es sich um echte Waffen oder nur um Attrappen handelt.

Baden-Württemberg: Ermittlungen gegen 19 Personen

Das Polizeipräsidium Ulm und die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermitteln nun gegen 19 Beschuldigte – unter anderem wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Die tatverdächtigen Männer und Frauen zwischen 27 und 77 Jahren sollen in Wehrmachtsuniformen und mit Waffen in einem Wald Kriegsszenarien nachgestellt haben. Die Verdächtigen sollen weder behördliche Erlaubnisse für die Veranstaltung noch zum Führen der Waffen gehabt haben.

Zudem besteht der Verdacht, dass die Männer und Frauen bei ihren Kriegsszenarien Waffen benutzt haben, die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen und dabei Uniformen mit verfassungsfeindlichen Symbolen getragen haben. In Rheinland-Pfalz fällt seit kurzem auch die Reichsflagge darunter*. Bei einem der Beschuldigten hat die Polizei außerdem Betäubungsmittel gefunden. Alle Personen sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Die Auswertung der sichergestellten Beweise könnte nun etwas länger dauern, da es so viele sind. (dh) HEIDELBERG24.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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