Harte Maßnahmen treffen die Ungeimpften

Ausgangssperre in Baden-Württemberg: Ab wann gilt sie? Alle Infos

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Baden-Württemberg: Weitere Einschränkungen mit der Alarmstufe II. Zahlreiche Gründe heben eine Ausgangssperre wieder auf.

Die aktuelle Corona-Lage in Baden-Württemberg spitzt sich weiter zu. Die aktuellen Zahlen im Coronavirus-Ticker von echo24.de zeigen weiter steigende Werte. Erneut hat die Regierung die Maßnahmen verschärft. Seit dem 24. November gilt die Alarmstufe II.

Die Beschlüsse von Bund und Länder vom 18. November reichen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann nicht aus. Für Baden-Württemberg braucht es eine Regelverschärfung. Die neue Alarmstufe II greift laut Verordnung „ab einer Belegung von 450 Intensivbetten mit COVID-19 Patienten oder ab Erreichen oder Überschreiten einer 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz von 6“.

Alarmstufe II in Baden-Württemberg: Ungeimpfte stark eingeschränkt

Da die aktuelle Auslastung der Intensivbetten in Baden-Württemberg bei 510 liegt (Stand 23. November), tritt die neue Alarmstufe II unmittelbar ab 24. November in Kraft - und mit ihr zahlreiche weitere Einschränkungen im öffentlichen Leben. Besonders Ungeimpfte bekommen die harten Corona-Regeln jetzt zu spüren.

Eine ganz entscheidende Maßnahme im Kampf gegen die Ausbreitung von Corona ist in der neuen Verordnung die Ausgangssperre. Aktuell gilt diese Einschränkung nur für Ungeimpfte.

Ausgangssperre in Baden-Württemberg: Für wen und wann gilt sie?

Die Ausgangssperre ist in der Corona-Verordnung von Baden-Württemberg für Stadt- und Landkreisen festgelegt, „in denen während der geltenden Alarmstufe II die 7-Tage-Inzidenz an zwei aufeinanderfolgenden Tagen über 500 liegt“. In dieser Region gilt dann zudem im Einzelhandel (der nicht der Grundversorgung dient) die 2G-Regel.

In den Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg, in denen eine Ausgangssperre in Kraft getreten ist, „dürfen nicht genesene und nicht geimpfte Personen zwischen 21 und 5 Uhr die Wohnung oder sonstige Unterkunft etwa eine Beherbergungsstätte oder ein Wohnheim nur mit triftigem Grund verlassen“. Die Ausnahmen im Überblick:

  • Medizinische Notfälle
  • Arbeitsgründe
  • Allein ausgeübte körperliche Betätigung wie spazieren gehen, joggen oder ähnliches. Dazu dürfen jedoch keine Sportanlagen genutzt werden.
  • Besuch von Veranstaltungen:
    - Gremiensitzungen von juristischen Personen, Gesellschaften und vergleichbaren Vereinigungen.
    - Veranstaltungen, die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der sozialen Fürsorge dienen.
    - Veranstaltungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
    - Veranstaltungen und Sitzungen der Organe, Organteile und sonstigen Gremien der Legislative, Judikative und Exekutive.
    - Veranstaltungen von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften.
    - Ausübung beruflicher und dienstlicher Tätigkeiten, einschließlich der unaufschiebbaren beruflichen, dienstlichen oder akademischen Ausbildung
    - Besuch von Ehegatten, Lebenspartnern sowie Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft in deren Wohnung oder sonstigen Unterkunft.
    - Inanspruchnahme medizinischer, pflegerischer, therapeutischer und veterinärmedizinischer Leistungen.
    - Begleitung und Betreuung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen
    - Begleitung und Betreuung von sterbenden Personen.
    - Unaufschiebbare Handlungen zur Versorgung von Tieren, etwa Gassi gehen, Fütterung von Tieren im Stall.

Die lokalen Ausgangsbeschränkungen werden dann aufgehoben, wenn im jeweiligen Stadt- oder Landkreis die 7-Tage-Inzidenz an fünf Tagen in Folge wieder unter 500 liegt.

Ausgangssperre in Baden-Württemberg: Diese Landkreise sind betroffen

Bereits am 22. November wurde für drei Landkreise die Ausgangssperre für Ungeimpfte in Kraft gesetzt. Die Zahlen dort waren so extrem angestiegen, dass die Verantwortlichen die Beschlüsse der Landesregierung nicht mehr abwarten konnten. Betroffen waren zu diesem Zeitpunkt bereits als Corona-Hotspot der  Schwarzwald-Baar-Kreis, Ostalbkreis und Biberach.

Und auch im Hohenlohekreis gelten ab dem 24. November laut einer Mitteilung der Pressestelle Hohenlohekreis Ausgangssperren und Beschränkungen im Einzelhandel. Ungeimpften ist der Zutritt zu Einzelhandel und Märkten nicht gestattet. Ausgenommen sind Geschäfte und Märkte, die der Grundversorgung dienen.

Der Landkreis Heilbronn meldet am Mittwoch, 24. November die Ausgangssperre für Ungeimpfte. In einer Mitteilung der Stabsstelle Landrat heißt es dazu: „Ab sofort gilt für Nichtgeimpfte und Nichtgenesene eine Ausgangsbeschränkung von 21 bis 5 Uhr. Im Einzelhandel gilt in diesem Fall grundsätzlich 2G (Ausnahme: Grundversorgung)“. Ebenfalls mit der Ausgangssperre für Ungeimpfte hat der Stadtkreis Heilbronn reagiert. Auch hier lag die die 7-Tages-Inzidenz an 2 aufeinanderfolgenden Tagen über 500.

Baden-Württemberg: Die Stufen im Überblick* - Basis- bis Alarmstufe II

  • Basisstufe: Hospitalisierungsinzidenz unter 1,5 und nicht mehr als 249 Intensivbetten mit COVID-19-Patienten belegt.

    Warnstufe: Ab Hospitalisierungsinzidenz von 1,5 oder ab 250 mit COVID-19-Patienten belegten Intensivbetten (AIB).

    Alarmstufe: Ab Hospitalisierungsinzidenz von 3,0 oder ab 390 mit COVID-19-Patienten belegten Intensivbetten.

    Alarmstufe II: Ab Hospitalisierungsinzidenz von 6,0 oder ab 450 mit COVID-19-Patienten belegten Intensivbetten.

    *Corona-Verordnung Baden-Württemberg

Weihnachtsmärkte abgesagt: Harte Regeln und die Folgen

Den neuen harten Verordnungen sind besonders die Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg zum Opfergefallen. Am Montag, 22. November, sagten gleich drei beliebte Märkte ihre Eröffnung ab: der Stuttgarter Weihnachtsmarkt, in Esslingen und der Ludwigsburger Barock-Weihnachtsmarkt 2021. Zuvor hatte sich auch schon Heilbronn gegen die Ausrichtung des Käthchen-Weihnachtsmarktes entschieden.

Rubriklistenbild: © Marius Bulling/dpa

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