Kampf gegen das Coronavirus

Ausgangsbeschränkungen für Corona-Hotspots? Diese Regionen in BaWü könnte es treffen

Zwei junge Männer gehen mit ihren Einkaufstaschen über die Stuttgarter Königstrasse.
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Bei Ausgangsbeschränkungen in Baden-Württemberg dürften die Bürger in Hotspots ihre Wohnung nur noch bei triftigen Gründen verlassen – und eben nicht fürs Shopping (Symbolbild)
  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Wenn es nach dem Gesundheitsministerium geht, soll es in Corona-Hotspots in Baden-Württemberg Ausgangsbeschränkungen geben. Welche Regionen würde das konkret treffen?

Was passiert, wenn die Corona-Zahlen in einigen Regionen in Baden-Württemberg völlig außer Kontrolle geraten? Wenn die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung der Kontaktketten nicht mehr hinterherkommen und Intensivbetten in Krankenhäusern immer häufiger belegt sind? Welche Maßnahmen müssen dann ergriffen werden, welche Regeln müssen gelten, um diesen dramatischen Zustand schnellstmöglich zu beenden? Mit exakt dieser Frage befasst sich derzeit die Landesregierung, wie echo24.de* berichtet. Es ist die Frage nach einer Hotspot-Strategie.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kommen Ausgangsbeschränkungen in Hotspots?

Konkret geht es um die Städte und Gemeinden mit Inzidenzwerten über 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Das baden-württembergische Gesundheitsministerium hatte für diese Super-Hotspots bereits einen Entwurf hinsichtlich schärferer Corona-Regeln ausgearbeitet. Dieser sieht unter anderem weitere Kontaktbeschränkungen und allgemeine Ausgangsbeschränkungen* vor. Die Bürger in den betroffenen Regionen in Baden-Württemberg dürften demnach ihre Wohnung nur noch „bei triftigen Gründen“ verlassen, etwa für Beruf, Schule, Sport, Einkauf oder Arztbesuche. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Obwohl noch weitere Regeln für Corona-Hotspots geplant sind, sind die Ausgangsbeschränkungen als weitestgehende Maßnahme noch umstritten. Wie ein Pressesprecher des Sozialministeriums von Baden-Württemberg gegenüber echo24.de* mitteilte, berät derzeit eine Arbeitsgruppe unter Federführung des Ministeriums mit den betroffenen Ressorts und den kommunalen Landesverbänden über potenzielle Ausgangsbeschränkungen. Derzeit sei über diese Maßnahme politisch noch nicht entschieden. Das Problem sei unter anderem, die Gebiete vernünftig abzugrenzen, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann laut der dpa. Eventuelle Ausgangsbeschränkungen sollen gegebenenfalls durch Verordnung des Landes festgesetzt werden.

Baden-Württemberg: Diese Corona-Hotspots wären von Ausgangssperren betroffen

Aber welche Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg würden solche Ausgangsbeschränkungen eigentlich betreffen? Voraussetzung für generell schärfere Corona-Regeln in Hotspots ist laut Sozialministerium „eine Inzidenz im betreffenden Kreis von über 200 je 100.000 Einwohner über circa drei Tage hinweg und ein diffuses, nicht klar eingrenzbares Infektionsgeschehen“. Landesweit beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit 131,8 (Stand 1. Dezember). Diese Stadt- und Landkreise haben eine Sieben-Tage-Inzidenz über 200 (zum Vergleich die Zahlen vor einer Woche):

Meldekreis7-Tage-Inzidenz am 1. Dezember (Wert am 24. November)
Stadtkreis Pforzheim246,9 (199,3)
Landkreis Lörrach210,3 (205,5)
Stadtkreis Heilbronn210,1 (241,7)
Stadtkreis Mannheim206,3 (247,2)
Landkreis Tuttlingen 204,6 (217,4)
Landkreis Schwarzwald-Baar-Kreis201,9 (168,0)

Diese Inzidenz-Zahlen veröffentlichte das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg am 1. Dezember. Alle sechs betroffene Meldekreise lagen auch in den letzten drei Tagen über der Grenze von 200 bei der Sieben-Tage-Inzidenz. Zuletzt lag der Stadtkreis Heilbronn* am 28. November mit 192,0 knapp darunter. Aber es gibt auch weitere Meldekreise in Baden-Württemberg, die nur knapp unter der 200er-Marke liegen und in denen somit in Kürze Ausgangsbeschränkungen drohen könnten. Dazu zählen (Stand 1. Dezember) die Landkreise Calw (185,3) und Enzkreis (178,4), der Stadtkreis Ulm (167,2) und der Landkreis Reutlingen (162,0).

Baden-Württemberg im Kampf gegen Corona: Scharfe Maßnahmen für Hotspots geplant

Am 26. November lag auch der Landkreis Ostalbkreis laut Landesgesundheitsamt (LGA) mit einem Inzidenzwert von 225,1 als Corona-Hotspot deutlich über der 200er-Marke. Diese Zahl stimmte aber nicht mit denen vom Landratsamt des Ostalbkreises selbst überein. Laut der Schwäbischen Post handelte es sich dabei um einen Meldefehler an die übergeordnete Behörde. Seitdem vermeldet auch das LGA von Baden-Württemberg keine Inzidenzwerte aus dem Gebiet mehr.

Das große Ziel ist laut der Landesregierung ein Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern, der eine Kontaktverfolgung gewährleisten würde. Dieser sei aber angesichts der aktuellen Corona-Zahlen in Baden-Württemberg* „bei weitem noch nicht erreicht“. Aus diesem Grund hatte das Land zuletzt die Corona-Verordnung angepasst und die Corona-Maßnahmen noch einmal verschärft* – mit Ausnahmen an Weihnachten. Eine anfangs angepeilte Verlängerung der Weihnachtsferien wegen Corona* ist seit dem 1. Dezember aber vom Tisch. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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