Asiatische Hornisse kam über Frankreich nach Deutschland

Eingewandert: Asiatische Hornisse - Gefahr für Honigbiene in Baden-Württemberg?

  • Dominik Jahn
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Baden-Württemberg: Wird die Asiatische Hornisse zur Gefahr für die Honigbiene? Eine Expertin des NABU erklärt die Auswirkungen.

Die fremde Gefahr! Immer wieder kommt es vor, dass heimische Tier-, Pflanzen- und Insektenarten durch eingeschleppte Arten bedroht werden. Und auch für den Menschen besteht nicht selten eine neue Gefahr durch die unbekannte Spezies. Jetzt könnte es unserer Honigbiene an den Kragen gehen.

Wie die Deutsche Presse-Agentur und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) melden, ist die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) in Europa auf dem Vormarsch. Den ersten Nachweis über das Insekt gab es bereits 2014 in Waghäusel bei Karlsruhe in Baden-Württemberg. 2019 wurde auch in Südhessen ein Tier gefunden.

Asiatische Hornisse: Gefahr und erster Fund in Baden-Württemberg

Einen Lebendfund der Asiatischen Hornisse gab es dann Anfang September 2019 in Hamburg-Billbrook. Es war der nördlichste Fund dieser Insekten - die eigentlich als eher wärmeliebend gelten. Sie gilt seit 2016 als „invasiv“. Die EU bezeichnet damit Arten, die es schaffen, sich als gebietsfremd zu etablieren, sich fortzupflanzen und einheimische Arten zu verdrängen. „Die Asiatische Hornisse wurde vermutlich mit asiatischen Importwaren eingeschleppt“, erklärt NABU-Expertin Melanie von Orlow.

Doch wie gefährlich ist die Asiatische Hornisse wirklich? Die Bedrohung für den Menschen ist mehr als gering. Glaubt man der Expertin vom NABU, dann ist sie nicht gefährlicher als normale Wespen. Dazu gilt die Vespa velutina als die „kleinere Verwandte“ der Europäischen Hornisse. Orlow erklärt in einem NABU-Bericht: „Die Tiere verhalten sich friedlich und defensiv, reagieren aber empfindlich bei Annäherungen unter zwei Metern an ihr Nest.“

Der Gefahren-Vergleich: Asiatische Hornisse und Asiatische Riesenhornisse

Die Asiatische Hornisse ist nicht gleich Riesenhornisse (Vespa mandarinia). Dieses Insekten-Monster ist seit 2020 in den USA als „Honigbienenkillerin“ und gelegentlich (bei allergischen Reaktionen) auch für den Menschen gefährliche Art bekannt. Dieser Hornissen-Horror kommt in Deutschland aber nicht vor!

Die Gefahr für die einheimische Honigbiene ist aber durchaus da, wie der Blick nach Frankreich zeigt. Hier hatten und haben die heimischen Insekten durchaus mit der Asiatischen Hornisse zu kämpfen. In Deutschland gab es aber bisher keine Anzeichen solcher Schwierigkeiten. In Frankreich versucht man laut NABU, der Asiatischen Hornisse unter anderem „durch großangelegte Fangaktionen mit beköderten Flaschen beizukommen“. Solche Maßnahmen wären bei uns allerdings nicht gestattet. Auch unzählige heimische und bedrohte Insekten könnten ums Leben kommen.

Vor einem zu entspannten Umgang mit der fremden Art warnt Melanie von Orlow allerdings in dem Beitrag des NABU: „Zwar bringt die Asiatische Hornisse aller Voraussicht nach keine essenzielle Bedrohung für die europäische Imkerei, die genauen Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt sind jedoch noch nicht abzusehen.“ Und sie gibt zu bedenken: „Diese Einschleppung verdeutlicht einmal mehr die Gefahren, die ein weltweiter Warenverkehr für Ökosysteme haben kann.“

Auch die Asiatische Tigermücke ist in Baden-Württemberg angekommen

Auch die Asiatische Tigermücke hat den Weg nach Deutschland und bis nach Baden-Württemberg gefunden. Sie gilt laut Bill Gates als das „gefährlichste Tier der Welt“. In Ludwigsburg arbeitet man an einem Weg, die Tierchen wieder loszuwerden.

Rubriklistenbild: © Soeren Stache/dpa

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