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Alarmstufe in BW: Das bedeutet der Lockdown-Hammer für Ungeimpfte

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  • Melissa Sperber
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In Baden-Württemberg treten ab Mittwoch, 17. November, harte Regeln im Kampf gegen Corona in Kraft. Die Alarmstufe kommt für Ungeimpfte praktisch einem Lockdown gleich.

Update vom 16. November, 13.30 Uhr: Was bereits seit Tagen befürchtet wurde, ist jetzt fix. Ab Mittwoch, 17. November, gilt in Baden-Württemberg die Corona-Alarmstufe. Denn die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen überschreitet am zweiten Werktag in Folge den kritischen Wert von 390. Das verkündete Ministerpräsident Winfried Kretschmann am heutigen Dienstag.

Welche Regeln in der Alarmstufe im Detail gelten, hat echo24.de in einer Übersicht zusammengefasst. Für Ungeimpfte wird der Alltag damit deutlich unbequemer, denn in vielen Bereichen gilt nur noch 2G. Konkret bedeutet die Ausrufung der Alarmstufe* in Baden-Württemberg: Ungeimpfte werden ab Mittwoch von der Teilnahme am öffentlichen Leben weitgehend ausgeschlossen. Darüber berichtet auch HEIDELBERG24*.

Alarmstufe in Baden-Württemberg ab Mittwoch: 2G-Regeln und Lockdown für Ungeimpfte fix

So sind beispielsweise Besuche in Restaurants und Museen oder Ausstellungen sowie der meisten anderen öffentlichen Veranstaltungen nur noch mit 2G möglich. Ausnahmen von der 2G-Regel gelten unter anderem für öffentliche Verkehrsmittel oder Religionsveranstaltungen. Auch Geschäfte der Grundversorgung sind natürlich weiterhin für alle Bürger zugänglich.

Hart wird es jedoch bei den Kontaktbeschränkungen: Ein Haushalt darf sich nur mit einer weiteren Person treffen - Geimpfte oder Genesene werden nicht mitgezählt. Ausgenommen sind auch Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, ebenso wie Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre.

Die Corona-Regeln der Alarmstufe in Baden-Württemberg in der Übersicht:

  • Treffen und Veranstaltungen privat: nur mit Angehörigen eines Haushalts und einer weiteren Person. (Geimpfte und Genesene, Personen bis einschließlich 17 Jahre sowie Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, werden nicht mitgezählt. Paare, die nicht zusammen leben, zählen als ein Haushalt.)
  • Theater, Kino, Feste, Sportveranstaltungen: Nicht-immunisierten Personen ist der Zutritt nicht gestattet. Es gilt 2G.
  • Kultureinrichtungen wie Museen: Es gilt 2G. Nicht-immunisierten Personen ist der Zutritt nicht gestattet. (Ausnahme: Landesbibliotheken und Archive mit PCR-Test)
  • Diskos: Es gilt 2G. Nicht-immunisierten Personen ist der Zutritt nicht gestattet.
  • Betrieb von Gastronomie, Vergnügungsstätten: Nicht-immunisierten Personen ist der Zutritt zu geschlossenen Räumen nicht gestattet. Im Freien ist der Zutritt nur nach Vorlage eines PCR-Testnachweises gestattet.
  • Einzelhandel, Ladengeschäfte und Märkte: Es gilt 3G. Nicht-immunisierten Personen ist der Zutritt nur nach Vorlage eines Antigen- oder PCR-Testnachweises gestattet. (Ausgenommen sind Geschäfte der Grundversorgung, Märkte im Freien und Abhol- und Lieferangebote)
  • körpernahe Dienstleistungen: Es gilt 3G. Nicht-immunisierten Personen ist der Zutritt nur nach Vorlage eines Antigen- oder PCR-Testnachweises gestattet. (Ausgenommen sind Logopädie, Physio- und Ergotherapie etc.)
  • Messen, Austellungen, Kongresse: Es gilt 2G. Nicht-immunisierten Personen ist der Zutritt nicht gestattet.
  • Beherbergung: Es gilt 3G. Nicht-immunisierten Personen ist der Zutritt nur nach Vorlage eines PCR-Testnachweises gestattet. Ein neuer Test muss alle 3 Tage vorgelegt werden.
  • Touristischer Verkehr: Es gilt 2G. Nicht-immunisierten Personen ist der Zutritt nicht gestattet.
  • Sport in geschlossenen Räumen: Es gilt 2G. Nicht-immunisierten Personen ist der Zutritt nicht gestattet.
  • Sport im Freien: Es gilt 3G. Nicht-immunisierten Personen ist der Zutritt nur nach Vorlage eines PCR-Testnachweises gestattet.
    *Angaben des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg, Stand 5. November 2021

Quasi-Lockdown für Ungeimpfte droht - Land plant aber noch schärfere Regeln

Update vom 16. November: Kaum noch Zugang zu Freizeitbeschäftigungen, Kontaktbeschränkungen und viele benötigte Testnachweise - das könnte schon ab dem morgigen Mittwoch, 17. November, die Realität für Menschen ohne Corona-Impfung sein. Dann nämlich könnte in Baden-Württemberg die sogenannte Alarmstufe in Kraft treten. Diese beinhaltet strenge Regeln für Ungeimpfte. Sie kommen einem Beinahe-Lockdown für einen Teil der Gesellschaft gleich. Das Land erwägt offenbar, diese Maßnahmen sogar noch zu verschärfen.

Hintergrund sind die auch weiter rasant ansteigenden Corona-Zahlen. Damit droht auch eine Überlastung der Intensivstationen in den Kliniken. Sollte die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen den Grenzwert 390 am heutigen Dienstag zum zweiten Mal in Folge überschreiten, tritt ab Mittwoch die Alarmstufe in Kraft. Am Montag waren es landesweit 406 Intensivpatienten mit dem Coronavirus.

Baden-Württemberg: Quasi-Lockdown für Ungeimpfte wohl ab Mittwoch

Dann gilt in Restaurants, Museen und bei den meisten anderen öffentlichen Veranstaltungen die 2G-Regel (geimpft oder genesen). Ungeimpfte haben dann keinen Zutritt mehr. Auf die Frage, ob das Land womöglich Weihnachtsmärkte oder Großveranstaltungen einschränken oder verbieten werde, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Montagabend der Deutschen Presse-Agentur: „Das müssen wir diese Woche besprechen.“ Der Koalitionspartner CDU dringt ebenfalls auf weitere Schritte und kritisiert die Corona-Politik der angehenden Ampel-Partner SPD, Grüne und FDP im Bund scharf.

An diesem Dienstag will die grün-schwarze Regierung die Lage im Land erörtern, am Donnerstag steht dann der Corona-Gipfel mit Bund und Länderchefs an. Die Südwest-CDU forderte SPD, Grüne und FDP im Bund auf, die epidemische Lage von nationaler Tragweite auch über den 25. November hinaus aufrechtzuerhalten, „damit uns weiterhin das komplette Instrumentarium gegen die Covid-19-Pandemie zur Verfügung steht“. Doch das schließen die designierten Ampel-Partner aus.

Ungeimpfte haben wohl bald in vielen Bereichen bald keinen Zutritt mehr.

Ausgangs- oder Reisebeschränkungen sowie generelle Schließungen von Schulen, Läden oder Gaststätten sollen nach dem Auslaufen der epidemischen Lage nicht mehr möglich sein. Die Länder sollen aber über Öffnungsklauseln auch künftig Kontakte beschränken und Freizeitveranstaltungen untersagen können.

Baden-Württemberg: Alarmstufe wohl ab Mittwoch - harte Regeln für Ungeimpfte

Erstmeldung, 15. November: Sie kommt, die Alarmstufe, da ist sich Gesundheitsminister Lucha so gut wie sicher. Der kritische Wert von 390 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen ist am Montag deutlich überschritten. Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen in Baden-Württemberg hat heute erstmals den für die Alarmstufe entscheidenden Wert von 390 überschritten und lag bei 406 (plus 27). Das teilte das Landesgesundheitsamt am Montagabend mit, wie echo24.de berichtet.

Bei einem Überschreiten der Marke an zwei Tagen hintereinander wird die sogenannte Corona-Alarmstufe am Folgetag ausgerufen. Damit könnten ab Mittwoch (17. November) deutlich schärfere Regeln gelten. Ungeimpfte Menschen in Baden-Württemberg werden dann vermutlich von der Teilnahme am öffentlichen Leben im Südwesten weitgehend ausgeschlossen.

Alarmstufe in Baden-Württemberg ab Mittwoch? Corona-Verordnung mit heftigen Einschränkungen für Ungeimpfte

Die Corona-Verordnung sieht in diesem Fall landesweit die 2G-Regel (geimpft oder genesen) etwa in Restaurants, Museen, bei Ausstellungen sowie bei den meisten anderen öffentlichen Veranstaltungen vor, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Wer ungeimpft ist und nur einen Test vorweisen kann, bleibt dann auch im Kino, im Schwimmbad oder im Fitnessstudio, in Volkshochschulkursen und Musikschulen außen vor. Detaillierte Regeln und alle Einschränkungen im Überblick gibt es in der Erstmeldung weiter unten im Artikel von echo24.de.

Sollte die Alarmstufe in Baden-Württemberg ab Mittwoch tatsächlich in Kraft treten, müssen Schulkinder in der Klasse wieder eine Maske tragen.

Alarmstufe in Baden-Württemberg: Gesundheitsminister geht von Mittwoch aus

Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) ließ am Abend wissen: „Am morgigen Dienstag werden auf den Intensivstationen im Land aller Voraussicht nach am zweiten Werktag in Folge mehr als 390 Covid-19-Patientinnen und -Patienten behandelt. Damit wird in Baden-Württemberg die sogenannte Alarmstufe ausgerufen.“ Die Lage in den Krankenhäusern sei kritisch, Operationen müssten bereits verschoben werden. *echo24.de und HEIDELBERG24 sind Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christian Ohde/dpa

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