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Babyklappen als Ausweg in der Not – so oft werden sie genutzt

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Von: Lisa Klein

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In einer „Babyklappe“ können Neugeborene anonym abgegeben werden. Die Säuglinge werden dann versorgt.
In einer „Babyklappe“ können Neugeborene anonym abgegeben werden. Die Säuglinge werden dann versorgt. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jan Woitas

Neugeborene können in Babyklappen anonym abgegeben werden, anschließend wird ein stiller Alarm ausgelöst und der Säugling wird versorgt. Fast alle Babyklappen in Baden-Württemberg werden auch genutzt.

Während sich die einen über den zweiten Strich auf dem Schwangerschaftstest freuen, bricht für andere eine Welt zusammen. Nicht immer ist im Leben Platz für ein Kind, die Gründe, sich dagegen zu entscheiden, sind vielfältig. Manchmal ist es auch einfach „zu spät“ für eine Abtreibung, die in Deutschland in der Regel nur bis zur 22. Schwangerschaftswoche möglich ist. Trotz fehlendem Kinderwunsch entscheiden sich dennoch einige für eine Schwangerschaft.

Wer sein Neugeborenes nicht behalten will, egal aus welchem Grund, hat in Deutschland die Möglichkeit, den Säugling anonym in einer Babyklappe abzugeben. Doch wie häufig passiert das? Und funktioniert eigentlich so eine Babyklappe?

Babyklappen sichern das Überleben von Neugeborenen

Babyklappen sind immer wieder ein umstrittenes Thema, genauso wie Abtreibungen. Kinder sollten das Recht haben, zu wissen, von wem sie abstammen, lautet unter anderem die Kritik. Doch in erster Linie bedeutet die Babyklappe vor allem eins, für das Neugeboren: Überleben.

Würde es die Babyklappen nicht geben, würden womöglich noch mehr ungewollte Kinder einfach ausgesetzt werden. Erst in diesem Sommer wurde eine 22-Jährige vor dem Heilbronner Landgericht verurteilt, da sie ihr Baby im September am Feldrand einfach ausgesetzt hat. In Heilbronn gibt es keine Babyklappe.

So häufig werden Säuglinge in Babyklappen abgegeben

Die Babyklappen in Baden-Württemberg werden fast alle genutzt. Im Schnitt ein bis zwei Babys werden pro Jahr zu den Einrichtungen gebracht, wie eine Umfrage der „Deutschen Presse-Agentur“ (dpa) ergab. Vor allem in Großstädten werden immer wieder Neugeborene anonym abgegeben. Babyklappen oder Körbe gibt es im Südwesten etwa in Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Pforzheim, Villingen-Schwenningen, Friedrichshafen, Singen und Lörrach. Sie sollen Müttern und Vätern in Notlagen helfen.

Im Weraheim, einem Mutter-Kind-Haus in Stuttgart, wurden seit Einführung der Babyklappe vor rund 20 Jahren die meisten Neugeborenen abgegeben – 46 Jungen und Mädchen waren es insgesamt. Ein paar Babys werden auch wieder von den Müttern abgeholt, wie eine Sprecherin erklärte. Der Großteil aber wird zur Adoption freigegeben oder in einer Pflegefamilie untergebracht. In diesem Jahr wurde ein Kind abgegeben, 2021 waren es zwei.

Die erste Babyklappe Baden-Württembergs wurde vom Diakonischen Werk in Karlsruhe gemeinsam mit der Hardtstiftung 2001 ins Leben gerufen. Laut einer Sprecherin wurden seither 27 Kinder abgegeben. Im vergangenen Jahr habe es keine Übergabe gegeben, im laufenden bisher eine. „Es kommt selten vor, dass sich nach der Übergabe eines Babys die Mutter meldet“, so die Sprecherin.

Säuglinge werden anonym ins Wärmebett gelegt – Babyklappe löst stillen Alarm aus

In Karlsruhe wird das Neugeborene in ein Wärmebett gelegt, was einen stillen Alarm auslöst. Die Mutter kann auch einen Fußabdruck des Kindes machen und mitnehmen. „Wenn ein Kind bei uns übergeben wird, wird es zuerst von einem unserer ehrenamtlichen Mitarbeitenden in Empfang genommen und erstversorgt“, erklärte die Sprecherin. Danach werde es in die Kinderklinik gebracht, dort untersucht und stationär aufgenommen.

Parallel werde dem Jugendamt die Übergabe mitgeteilt, damit das Kind in Obhut genommen werden könne und ein Amtsvormund bestellt werde, so die Sozialpädagogin. „Damit endet dann auch unsere Verantwortung für das Kind, alle weiteren Schritte sind Aufgabe des Jugendamts.“

Das passiert mit dem Neugeborenen nach der Abgabe in der Babyklappe

Nach dem Klinikaufenthalt geht es für Babys in der Regel zunächst für einige Wochen in eine Bereitschaftspflegefamilie, um der abgebenden Mutter Zeit zu geben, sich doch noch zu melden. „Wenn sich in dieser Zeit niemand gemeldet hat, wird das Kind in Adoptionspflege zu der Familie gebracht, die beabsichtigt, das Kind zu adoptieren“, hieß es von den Kliniken. Die Adoption werde in der Regel um den ersten Geburtstag des Kindes herum rechtskräftig.

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