Es könnte weitere Landkreise folgen

Corona-Hotspots: Erste Ausgangssperren in Baden-Württemberg nur für Ungeimpfte

  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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Baden-Württemberg erklärt für drei Corona-Hotspots eine Ausgangssperre für Ungeimpfte. Ab Montag gibt es einige harte Einschränkungen für betroffene Personen.

Noch am Freitag machte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und seine Regierung klar, man plane noch schärfere Corona-Regelungen für das Land. Jetzt gibt‘s bereits erste Auswirkungen für Ungeimpfte in drei Corona-Hotspots. Der Grund ist eine regelrechte Explosion der Infektionszahlen in diesen Regionen. Auch die allgemeinen Zahlen des Landesgesundheitsamtes im Coronavirus-Ticker von echo24.de deuten nicht auf eine Entspannung hin.

Drei Hotspots in Baden-Württemberg mit Ausgangssperren für Ungeimpfte

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärte der Amtschef im Sozialministerium, Uwe Lahl, in den Corona-Hotspots Schwarzwald-Baar-Kreis, Ostalbkreis und Biberach gelte ab Montag eine Ausgangssperre. Ungeimpfte in drei Hotspots von Baden-Württemberg dürfen von Montag an nachts nur noch aus triftigem Grund ihre Wohnungen verlassen. Die Sperre gilt zwischen 21 Uhr und 5 Uhr.

Als „triftige Gründe“ gelten dann nur noch medizinische Notfälle und Arbeitsgründe. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen lag im Schwarzwald-Baar-Kreis am Samstag bei 606, im Ostalbkreis bei 702,2 und im Kreis Biberach bei 631,9. Der Wert gibt an, wie viele neue Infektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche den Behörden gemeldet wurden. Der für das Ministerium ausschlaggebende Schwellenwert sei „600 und eine dynamische Lage“, erklärte Lahl.

Baden-Württemberg: Weitere Einschränkungen drohen in den Corona-Hotspots

In den betroffenen drei Landkreisen gelten mit den neuen Allgemeinverfügungen weitere Corona-Einschränkungen für Ungeimpfte. Die vierte Welle soll schnellstmögliche gebrochen werden. Für Lahl sind die Maßnahmen daher ohne Alternative. In einem Interview mit dem SWR macht er deutlich: „Die Ursache dieser vierten Welle sind die nicht Geimpften.“

Weitere Einschränkungen in den Landkreisen im Überblick:

  • Zutritt zu Gastronomie, Hotels nur für geimpfte und genesene Personen (mit Ausnahme von Geschäftsreisenden)
  • Zutritt zum Einzelhandel nur für geimpfte und genesene Personen (Ausnahme für Geschäfte und Märkte, die der Grundversorgung dienen)
  • Zur Grundversorgung zählen: Lebensmittelmärkte, Apotheken, Tank- und Poststellen, Paketdienste und Banken sowie Betriebe von körpernahen Dienstleistungen.

Auch weitere Verschärfungen wollte man beim Sozialministerium nicht ausschließen, wie Lahl in dem Bericht deutlich macht: „Wenn diese Maßnahme nicht reicht, dann muss man das zeitlich ausdehnen auf den Tag.“ Einen generellen Lockdown auch für Geimpfte wolle man nicht.

Baden-Württemberg: Kretschmann fordert härtere Corona-Kontrollen

Allerdings gehen die Verantwortlichen bereits davon aus, dass weitere Landkreise folgen werden - mehr Ausgangssperren für Ungeimpfte. Laut der dpa gehe man im Sozialministerium davon aus, „dass es bis zur Wochenmitte und damit bis zur neuen Corona-Verordnung nicht bei diesen drei Kreisen bleibe“.

Aufgrund der dramatischen Corona-Lage und den Entwicklungen bei den Infektionszahlen forderten Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) zuletzt immer wieder schärfere Kontrollen.

Weihnachtsmärkte in der Diskussion: Heilbronn hat entschieden

Ein weitere Streitpunkt ist derzeit das Thema „Weihnachtsmärkte“. Lahl erklärte gegenüber dem SWR am 20. November, man schwanke, ob es Sinn mache, sie stattfinden zu lassen. Er wolle die Weihnachtsmärkte aber stattfinden lassen. Möglicherweise müsse man auf die 2G- oder 2G-Plus-Regelung zurückgreifen.

In Heilbronn hat man derweil eine Entscheidung getroffen. Die Verantwortlichen haben sich für eine Absage des Käthchen-Weihnachtsmarkt entschieden. Die Händler äußerten danach Kritik am Zeitpunkt der Entscheidung.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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