Weihnachtsgeschäft vor dem Lockdown

Panik-Einkäufe in Baden-Württemberg: Innenstädte vor Einzelhandelsschließung brechend voll

  • Lisa Klein
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Seit Samstag gelten in Baden-Württemberg auch tagsüber Ausgangsbeschränkungen. Dennoch sind die Einkaufsstraßen in den Innenstädten rappelvoll.

  • In ganz Baden-Württemberg gelten seit Samstag sowohl nachts als auch tagsüber Ausgangsbeschränkungen.
  • Ab Mittwoch kommt in Deutschland der zweite Lockdown. Der gesamte Einzelhandel muss schließen.
  • In Baden-Württemberg gibt es bislang 188.233 Coronavirus-Infektionen (7-Tage-Inzidenz 187,2) wovon schätzungsweise 133.030 Personen bereits genesen und 3.424 Personen in Verbindung mit Sars-CoV-2 verstorben sind (Stand: 13. Dezember 2020).

Trotz Ausgangsbeschränkungen in Baden-Württemberg* zogen am dritten Adventswochenende unzählige Menschen los, um die letzten Weihnachtsgeschenke zu besorgen. „Das sind reine Panikkäufe“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg, Sabine Hagmann, laut Deutscher Presseagentur am Sonntag. Die Landesregierung hatte am Freitag Ausgangsbeschränkungen für ganz Baden-Württemberg verkündet.

Volle Innenstädte trotz Ausgangsbeschränkungen in Baden-Württemberg

Seit Samstag darf in Baden-Württemberg auch tagsüber das Haus nur noch aus einem triftigem Grund* verlassen werden, wie echo24.de bereits berichtete. Dazu gehören zum Beispiel ein Arztbesuch, die Arbeit, das Gassigehen mit dem Hund oder das Erledigen wichtiger Besorgungen.

Nachts werden die neuen Corona-Regeln gut eingehalten. Tagsüber ist von den geltenden Ausgangsbeschränkungen am dritten Adventswochenende in den baden-württembergischen Innenstädten allerdings nichts zu sehen. Und das, obwohl der Ministerpräsident Winfried Kretschmann ausdrücklich darauf hingewiesen hatte, dass nur zielgerichtetes Einkaufen und kein Schaufensterbummeln erwünschst ist.

Dennoch waren am Samstag viele Fußgängerzonen wie in Stuttgart und Reutlingen rappelvoll. Viele Menschen hätten schnell noch Weihnachtsgeschenke kaufen wollen, sagte die Handelsverbands-Geschäftsführerin. Aber auch Klopapier, Zitronat und Puderzucker seien teilweise ausverkauft.

Deutschlandweiter Lockdown: Der Einzelhandel muss schließen

Ab Mittwoch sollen angesichts der aktuellen Corona-Lage* nicht nur in Baden-Württemberg sondern für das ganze Land Ausgangsbeschränkungen gelten. Auf den Lockdown Light folgt nun der richtige Lockdown 2.0*. Im Zuge des kommenden Lockdowns muss deutschlandweit der Einzelhandel erneut schließen. Lediglich Geschäfte für den täglichen Bedarf wie Drogerien oder Lebensmittelgeschäfte dürfen öffnen.

Nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Baden-Württemberg: Eine erste Billanz

Innenminister Thomas Strobl rief die Menschen dazu auf, sich an die neuen Regeln zu halten. Die Polizei werde die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie landesweit kontrollieren. „Zunächst gilt es, den Menschen mit Augenmaß die neuen Regeln nahe zu bringen“, sagte der CDU-Politiker. In der Landeshauptstadt Stuttgart* überprüfte die Polizei in der Nacht zum Sonntag rund 500 Autos und 800 Personen.

Ein Großteil der kontrollierten Personen habe einen triftigen Grund gehabt, sich im Freien aufzuhalten. Die meisten Autofahrer seien auf dem Weg nach Hause gewesen. Rund 170 Personen hatten keinen solchen Grund. Nach Angaben der Polizei waren am Samstagabend gegen 21.30 Uhr in der Stuttgarter Innenstadt nur noch wenige Fußgänger unterwegs.

Ansturm auf Onlinehandel: DHL knackt Rekorde durch das Weihnachtsgeschäft

Verschiedene Läden, die nicht auf Laufkundschaft angewiesen sind, haben bereits am Montag ihre Geschäfte geschlossen. Der Einzelhandel erwartet einen erhöhten Anstieg an Kunden vor dem bundesweiten Lockdown am Mittwoch. Schließlich sind es die letzten beiden Tage, an denen noch vor Ort Weihnachtsgeschenke gekauft werden kann. Der Onlinehandel hat bereits Anfang des Jahres durch die Corona-Pandemie einen riesigen Ansturm erlebt. Durch das Weihnachtsgeschäft und den zweiten Lockdown wird die Nachfrage noch weiter steigen.

Die Deutsche Post hat laut eigenen Angaben bereits den Rekord von 2019 mit 1,59 Milliarden ausgelieferten Paketen in Deutschland gebrochen. Seit Anfang dieses Monats wurden bereits 1,6 Milliarden Pakete per DHL befördert. Die Deutsche Post landete zudem einen weiteren Rekord durch das Weihnachtsgeschäft: Innerhalb einer Woche sortierte und lieferte DHL 56 Millionen Pakete. *echo24.de ist Teil des Ippen Digital Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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