Corona-Auffrischungsimpfung

Impf-Booster kommen! Baden-Württemberg gibt Startdatum bekannt

  • Simon Mones
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In Bayern laufen die Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus bereits. Doch bald geht es auch in Baden-Württemberg los.

Update, 19. August: In Bayern ist es bereits so weit, in wenigen Tagen zieht dann auch Baden-Württemberg mit dem Start der sogenannten Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus nach. Wie bereits von Gesundheitsminister Manne Lucha angekündigt, sollen die Impf-Booster ab dem 1. September verimpft werden.

Zudem sollen sich die Angebote wie von den Gesundheitsministern beschlossen auf Pflegeheime und besondere Personengruppen wie Hochbetagte und Pflegebedürftige beschränken, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Berechtigt sind Menschen, die bei der Erst- und Zweitimpfung zur Prioritätengruppe eins gehört haben.

Auffrischungsimpfungen in Baden-Württemberg zunächst nur für Risikogruppen

Das Ziel sei es, vorrangig Menschen zu schützen, bei denen der Impfschutz mit hoher Wahrscheinlichkeit schneller wieder nachlässt als bei anderen. „Nach den bisherigen Erkenntnissen der Wissenschaft sind das insbesondere die genannten Risikogruppen“, erklärte der Sprecher.

Entsprechend kämen andere Gruppen zunächst auch noch nicht für eine Auffrischimpfung infrage. „Es liegen bislang keine validen wissenschaftlichen Daten dazu vor, ob eine Auffrischimpfung auch bei jungen, immungesunden Personen zum jetzigen Zeitpunkt bereits einen zusätzlichen Nutzen bringen“, ergänzte er.

Um die Drittimpfung zu erhalten, sei es ab September möglich, „einfach mit Impfpass und Ausweis zu einem offenen Impfangebot der Impfzentren zu kommen“. Es sei aber auch möglich, sich beim Haus- oder Betriebsarzt impfen zu lassen. Zu den Hochbetagten in den Pflegeheimen sollen mobile Impfteams kommen, wie schon bei der Erst- und Zweitimpfung. Auch trotz der derzeit steigenden Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg werde die Auffrischungsimpfung vor allem für Alte, Pflegebedürftige und Vorerkrankte Menschen empfohlen.

Wann kommen die Impf-Booster? Baden-Württemberg gibt Startdatum bekannt

Erstmeldung, 30. Juli: Nicht nur in Deutschland und Baden-Württemberg steigt die 7-Tage-Inzidenz. Angesichts zunehmender Neuinfektionen will Israel nun als erstes Land den über 60-Jährigen eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus geben. Und auch Baden-Württemberg möchte schon bald mit den Auffrischungsimpfungen und somit für den Biontech-Impfstoff mit einer Dritt-Impfung beginnen. Das Land hat bereits ein genaues Startdatum ins Auge gefasst, wie *echo24.de berichtet.

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) mahnt einen raschen Start der Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus an. „Ich werde am Montag auf der Gesundheitsministerkonferenz fordern, dass wir mit den Auffrischimpfungen ab dem 1. September beginnen“, sagte Lucha am Freitag (30. Juli) in Stuttgart. Die vierte Welle rolle an* und gleichzeitig gebe es freie Kapazitäten in den Impfzentren, die genutzt werden sollte, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Zugleich forderte der Grünen-Politiker die Ständige Impfkommission (Stiko) dringend zu einer Empfehlung auf, mit welchen Gruppen am besten gestartet werden solle. „Wir denken hier vor allem an die über 70-Jährigen und die Vorerkrankten, die gleich zu Beginn der Impfkampagne ihre erste Impfung erhalten haben.“

Aktuell gibt es in den Impfzentren teils leere Warteräume. Die Impfbereitschaft an sich lässt nach, obwohl erst 59,6 Prozent der Baden-Württemberger eine Erstimpfung erhalten haben und 52,3 Prozent vollständig geimpft sind (Stand: 30. Juli) – zu wenige für eine Herdenimmunität. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) schließt deshalb eine Impfpflicht nicht aus.

Auffrischungs-Impfungen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg geplant

Der israelische Regierungschef Naftali Bennett teilte laut dpa am Donnerstagabend mit, in Israel gelte das Auffrischungsangebot für Patienten, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben. Damit wären dann schon alle Geimpften dran, die seit Ende Februar durchgeimpft sind.

Ein Expertenteam in Israel hatte zuvor eine solche Auffrischungsimpfung mit dem Biontech-Pfizer-Präparat empfohlen, obwohl es noch keine entsprechende Vorgabe der Food and Drug Administration (FDA) gibt.  „Ich rufe ältere Menschen, die schon die zweite Dosis erhalten haben, sich auch zum dritten Mal impfen zu lassen“, so Bennett. „Dies schützt vor schwerer Erkrankung und Tod.“ Nach Angaben des Regierungschefs haben in Israel bereits 2.000 Menschen mit Immunschwäche eine solche dritte Dosis erhalten, ohne dass es schwere Nebenwirkungen gegeben hätte.

Dritt-Impfung gegen das Coronavirus? Ab wann und für wen?

Wann und für wen sind Auffrischungsimpfungen in der Corona-Pandemie wirklich nötig? Die Impfstoffhersteller Pfizer und Biontech hatten am 9. Juli gemeinsam mitgeteilt, dass sie von einem Rückgang der Schutzwirkung ihres Vakzins ein halbes Jahr nach der zweiten Corona-Impfung ausgehen, wie die Deutsche-Presse-Agentur berichtet. Grundlage seien unten anderem vom israelischen Gesundheitsministerium aus der praktischen Anwendung erhobenen Daten. Auf dieser Basis sei es wahrscheinlich, „dass eine dritte Dosis innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach der vollständigen Impfung erforderlich* sein wird“.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat sich auf dpa-Anfrage dazu geäußert: „Es ist im Moment zu früh zu bestätigen, ob und wann eine Booster-Dosis bei Corona-Impfstoffen nötig sein wird“. Auch Forschern und der Politik in Deutschland fehlt noch eine ausreichende Datengrundlage für Auffrischungsimpfungen. Bisher wird sie für besonders gefährdete Risikogruppen diskutiert – aber noch nicht für alle.

Für den Infektionsimmunologen Leif Erik Sander an der Berliner Charité ist es noch zu früh, mit den Auffrischungsimpfungen zu beginnen: „Wir sollten uns darauf fokussieren, dass wir unsere Impfquoten hochbekommen“, sagte er. Das könne einen Schutz geben, der Booster nicht zeitnah nötig werden ließe – abgesehen von Bevölkerungsgruppen mit einem sehr hohen Infektionsrisiko. Für alle anderen könne man wahrscheinlich abwarten, wie viele Durchbruchsinfektionen es nach zwei Impfungen wirklich gebe und wie tolerierbar das sei.

Impf-Booster: Bund und Länder bereiten sich auf Dritt-Impfungen vor

Deutschland bereitet sich nach Angaben der Bundesregierung dennoch auf Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus vor. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hätten über dieses Thema bereits gesprochen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag. Doch auch dem Bundesgesundheitsministerium reicht die Datenlage zur Empfehlung einer dritten Impfung noch nicht aus.

Impf-Booster würden aber aller Wahrscheinlichkeit nach nötig sein. „Wir warten jetzt noch die Daten, die vorgelegt werden, ab, und entsprechend wird auch eine Empfehlung seitens der Ständigen Impfkommission dazu erfolgen“, hieß es. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits zuvor grundsätzlich deutlich gemacht, dass bei Auffrischungsimpfungen als Erstes wieder mobile Teams zu den besonders gefährdeten Pflegeheimbewohnern gehen sollten. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa/Symbolbild

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