Vakzin für Ü60

Verwirrung um AstraZeneca: Wie Baden-Württemberg jetzt mit dem Impfstoff umgeht

Stuttgart - Was bedeutet die Änderung der Impfempfehlung für das Vakzin von AstraZeneca für die Impfungen in Baden-Württemberg? Alles Wichtige im Überblick:

Die Kontroverse um den Impfstoff von AstraZeneca* reißt nicht ab. Auch in Deutschland kam es in seltenen Fällen nach Impfung mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca* zu Verstopfungen von Blutbahnen (Thromboembolien). 31 Fälle von Hirnvenenthrombosen wurden bis 29. März gemeldet, neun endeten tödlich. Da die Betroffenen vorwiegend unter 55 Jahre alt waren, haben Stiko und die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Dienstag (30. März) ihre Impfempfehlung geändert*.

Auch in Baden-Württemberg* soll der Impfstoff von AstraZeneca nur noch Menschen über 60 Jahre verabreicht werden. Geprüft wird, ob nach bestehender Erstimpfung mit AstraZeneca, der seit 25. März übrigens „Vaxzevria*“ heißt, die Zweitimpfung auch mit einem anderen Impfstoff* durchgeführt werden kann. Laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist das aktuell aufgrund der Zulassungsbestimmungen nicht möglich. Was sich für potentielle Impflinge in Baden-Württemberg ab Mittwoch (31. März) ändert, erklärt HEIDELBERG24*.

AstraZeneca-Impfungen in Baden-Württemberg: Das ändert sich jetzt

Den Bundesländern steht nach dem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz nun frei, die Gruppe der 60- bis 69-Jährigen in die Impfkampagne einzubeziehen. Damit soll angesichts der wachsenden dritten Corona*-Welle die Möglichkeit geschaffen werden, „diese besonders gefährdete und zahlenmäßig große Altersgruppe nun schneller zu impfen.“ Aber was bedeutet das konkret für Baden-Württemberg? Wie die Landesregierung mitteilt, ändert sich für die Impfkampagne zunächst nicht viel: Da der größte Teil der Impfberechtigten im Südwesten ohnehin über 60 Jahre alt sind, gehe die „Impfung der hochpriorisierten Gruppen“ ohne Einschränkungen weiter. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne): „Die Impfkampagne läuft weiter und wird entsprechend angepasst.

Auch interessant: Das steht im Beipackzettel des Astrazeneca-Impfstoffs.*

AstraZeneca-Impfung: Jüngere sollen Vakzin vor Ort umbuchen können

Jüngere Menschen, die zu den ersten beiden Impfpriorisierungsgruppen zählen, können sich nach Absprache mit dem Impfarzt und auf eigenes Risiko weiterhin mit dem Vektor-Vakzin von AstraZeneca impfen lassen. Zuvor soll es eine „sorgfältige Aufklärung“ geben.

Ein Arzt hält ein Fläschchen mit dem Impfstoff von AstraZeneca in der Hand.

Wer nicht mit AstraZeneca geimpft werden will, soll nach Möglichkeit vor Ort auf einen anderen Impfstoff umbuchen können. Die Impfzentren in Baden-Württemberg* sind laut Landesregierung über das Prozedere informiert. Sollte eine Umbuchung sofort möglich sein, muss vor Ort auch ein passender Zweittermin ausgemacht werden: „Kein geimpfter Bürger sollte das Impfzentrum ohne Zweittermin verlassen“, betont das Land. Das berichtet auch echo24*. Wenn das Umbuchen nicht funktionieren sollte, kann sich der Impflinge (in Absprache mit dem Impfarzt) freiwillig AstraZeneca spritzen lassen. Sonst kommt der Impfling auf die Warteliste. Allerdings könne zum Beginn der Umstellung nicht ausgeschlossen werden, dass es „noch zu Unregelmäßigkeiten“ komme, heißt es aus Stuttgart. (rmx) *HEIDELBERG24 und echo24* ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Christophe Ena

Das könnte Sie auch interessieren