Blutgerinnsel von AstraZeneca?

Impfstopp: Wegen Nebenwirkungen - AstraZeneca-Impfung schon in acht Ländern gestoppt

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Der Astrazeneca-Impfstoff wird nun schon in acht Ländern vorerst nicht mehr verimpft. Verursacht der Impfstoff gefährliche Nebenwirkungen?

Update vom 15. März: Jetzt stoppen auch die Niederlande Impfungen mit dem AstraZeneca-Präparat. Der Gesundheitsminister Hugo de Jonge erklärt, dass dies auf der Grundlage von neuen Informationen geschehe, berichtet stuttgarter-nachrichten.de. Diese beruhen auf sechs neuen Fälle von Nebenwirkungen aus Dänemark und Norwegen am vergangenen Wochenende. In den Niederlanden gab es bisher keine Fälle von Nebenwirkungen. Das Land will jedoch trotzdem auf Nummer sicher gehen und Impfungen mit dem AstraZeneca-Vakzin pausieren.

Neben Deutschland hatte sich auch die Impfkommission in Irland für ein Aussetzen des Impfstoffs ausgesprochen. In Norwegen traten vier schwere Fälle schwerer Blutgerinnsel auf, nachdem das Vakzin verabreicht wurde. Diese sollen erstmal geprüft werden, bevor man mit den Impfungen fortfahren kann. Laut der europäischen Arzneimittelbehörde sei bisher keine auffällige Häufung von Thrombose-Fällen im Zusammenhang mit dem Impfstoff von AstraZeneca aufgetreten. Auch AstraZeneca selbst wies nach einer Analyse von Daten die Zweifel zurück.

Länder, in denen Impfungen mit dem AstraZeneca-Vakzin gestoppt wurden:

Bulgarien

Dänemark

Irland

Island

Niederlande

Norwegen

Thailand

Deutschland

Impfstopp: AstraZeneca-Impfung wegen Nebenwirkungen in drei Ländern gestoppt

Erstmeldung vom 12. März: Der Ruf des AstraZeneca-Impfstoffs muss erneut leiden. Die Länder Dänemark, Norwegen und Island setzen derzeit Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca aus. Der Grund dafür sollen krasse Nebenwirkungen durch den Impfstoff sein. In Dänemark ist eine Person nach einer Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca gestorben, wie die Deutsche Presse-Agentur mitteilt. Allerdings ist bislang nicht klar, ob es eine kausale Verbindung zwischen dem Tod und der AstraZeneca-Impfung gibt. Deutschland führt Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca dennoch weiterhin durch.

AstraZeneca-Impfung in drei Ländern wegen Todesfall in Dänemark gestoppt

Bislang gebe es keine Hinweise, dass der Todesfall in Dänemark mit dem Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca in kausaler Verbindung stehe, teilte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am Donnerstagabend mit. Nach einer ersten Prüfung halte auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) „an der positiven Bewertung des zugelassenen AstraZeneca-Impfstoffs fest“, hieß es.

Dänemark hatte entschieden, vorübergehend niemanden mehr mit dem Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens zu impfen. Als Grund wurden Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln genannt. Dabei wurde auch über einen möglichen Todesfall durch eine Impfung mit AstraZeneca berichtet.

Jedoch ist noch nicht geklärt, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vakzin und den Blutgerinnseln besteht. Nach Behördenangaben wird der Impfstopp in Dänemark zunächst 14 Tage lang dauern. Nach der Bekanntgabe in Kopenhagen entschlossen sich auch die Nicht-EU-Länder Norwegen und Island, den Gebrauch des Präparats von AstraZeneca vorübergehend zu stoppen*, wie auch *heidelberg24.de berichtet.

Nebenwirkungen von AstraZeneca: Weitere Thrombose-Fälle bekannt

Bis 10. März wurden der EMA nach eigenen Angaben bereits 30 Fälle von „thromboembolischen Ereignissen“ bei fast fünf Millionen mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpften Personen in der EU gemeldet. Dies sei nicht mehr als statistisch zufällig auch ohne Impfung in der Bevölkerung vorkomme.

Thrombose in Deutschland

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 100.000 Menschen an einer Venenthrombose. Mehr als 900.000 Patienten leiden in Deutschland an den Folgen einer Thrombose, wobei die Dunkelziffer höher liegt. Die gefürchtetste Komplikation der Venenthrombose ist die Lungenembolie, bei der Teile des Blutgerinnsels in die Lunge gelangen. In Deutschland sterben jährlich bis zu 40.000 Menschen an einer Lungenembolie – das entspricht 0,048 Prozent der Bevölkerung in Deutschland.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur erklärte unter Berufung auf ihren Sicherheitsausschuss, „dass der Nutzen des Impfstoffs die Risiken überwiegt und der Impfstoff weiterhin verabreicht werden kann, während die Untersuchung von Fällen thromboembolischer Ereignisse fortgesetzt wird“.

Das Paul-Ehrlich-Institut schreibt, es gebe derzeit „keinen Hinweis, dass die Impfung diese Erkrankungen verursacht hat“. In Übereinstimmung mit der EMA überwiegt auch aus Sicht des Paul-Ehrlich-Instituts „der Nutzen der Impfung die bekannten Risiken.»

Auch andere EU-Länder spritzen weiterhin den AstraZeneca-Impfstoff

Ähnlich wie Deutschland reagieren auch Frankreich und Österreich. Europa, Frankreich und Deutschland seien der Ansicht, dass es kein übermäßiges Risiko gebe, sagte der französische Gesundheitsminister Oliver Véran am Donnerstagabend in Paris. „Wir überwachen, wir beobachten“, fügte er außerdem hinzu. Auch Österreich sprach sich für die weitere Verwendung des Impfstoffes von AstraZeneca aus. Der Nutzen der zugelassenen und verfügbaren Corona-Schutzimpfungen sei eindeutig belegt, hieß es vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen.

Der Impfstoff von AstraZeneca wird bisher in Deutschland seltener eingesetzt als der von Biontech/Pfizer. Das könnte auf die anderen Negativschlagzeilen in den vergangenen Wochen zurückzuführen zu sein. Der jüngste Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts zählte bis 26. Februar 363.645 Impfungen mit dem Produkt von AstraZeneca. Dem stehen 5,4 Millionen Impfungen mit dem Präparat von Biontech/Pfizer gegenüber. Noch seltener sind Impfungen mit dem Präparat von Moderna (168.189 Impfungen).

Dänemark stoppt Impfungen: AstraZeneca reagiert zurückhaltend

Die dänische Gesundheitsverwaltung sprach mit Blick auf den AstraZeneca-Impfstopp ebenso wie Gesundheitsminister Magnus Heunicke von einer reinen Vorsichtsmaßnahme. Unter den gemeldeten Fällen beziehe sich einer auf einen Todesfall in Dänemark, hieß es. Das AstraZeneca-Vakzin soll nicht gänzlich abgelehnt werden, die Verabreichung solle nur vorübergehend ausgesetzt werden.

Es sei gut dokumentiert, dass das Mittel sowohl sicher als auch effektiv sei. Auf Berichte zu möglichen ernsten Nebenwirkungen müsse allerdings adäquat reagiert werden. Die allermeisten Nebenwirkungen, die nach einer Impfung mit AstraZeneca auftreten, seinen mild, wie etwa Fieber oder Kopfschmerz, schrieb die dänische Arzneimittelbehörde.

AstraZeneca gab sich auf Anfrage zunächst zurückhaltend. Man sei sich der dänischen Entscheidung bewusst, sagte ein Konzernsprecher. „Die Sicherheit des Impfstoffs ist in klinischen Phase-III-Studien ausführlich untersucht worden und die von Experten begutachteten Daten bestätigen, dass der Impfstoff generell gut verträglich ist.“

Gesundheitsexperte Lauterbach kritisiert die drastischen Maßnahmen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte den dänischen Schritt. „Der Impfstoff hätte aus meiner Sicht auf Grundlage eines Falles in Dänemark nicht gestoppt werden sollen“, schrieb er auf Twitter. Die Schädigung des Vertrauens sei immens. Er bleibe dabei, dass der Impfstoff sicher sei. „Ich würde ihn jederzeit nehmen.“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ermutigt weiterhin, sich mit dem Wirkstoff von AstraZeneca impften zu lassen. Symbolbild: Michael Kappeler/dpa

Ein weiterer deutscher Experte hält einen Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Todesfall für unwahrscheinlich. „Ein direkter Zusammenhang ist nicht richtig vorstellbar, das kann auch Zufall sein“, sagte Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg.

AstraZeneca: In Österreich gab es bereits ebenfalls Thrombose-Vorfälle

Wegen eines Todesfalls und drei Erkrankten hatte Österreich vorsorglich die Verwendung einer Charge des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca ausgesetzt. Insgesamt sei die Charge ABV5300 an 17 EU-Länder geliefert worden, jedoch nicht nach Deutschland, hatte die EU-Zulassungsbehörde EMA am Mittwochabend mitgeteilt.

Die Charge umfasst eine Million Dosen. „Es gibt derzeit keinen Hinweis, dass die Impfung diese Zustände hervorgerufen hat, die nicht als Nebenwirkungen dieses Vakzins aufgelistet sind“, betonte die EMA, die einen möglichen Zusammenhang untersucht.

In Österreich hatte eine geimpfte Person eine Thrombose bekommen und war zehn Tage nach der Impfung gestorben. Bis zum 9. März bekamen zwei weitere Geimpfte ebenfalls eine Thrombose und zudem einer eine Lungenembolie. Alle hatten Impfstoff aus derselben Charge von AstraZeneca erhalten.

Weitere Länder setzen Impfungen mit bestimmter AstraZeneca Charge aus

Die Charge ABV5300 war laut EMA-Mitteilung unter anderem nach Dänemark, Frankreich, Polen, Spanien, Schwedenin und in die Niederlande geliefert worden. Vier belieferte Länder (Estland, Litauen, Luxemburg und Lettland) setzten ebenfalls vorsorglich Impfungen mit der Charge aus. Allerdings soll in diesen Ländern die Impfung mit anderen AstraZeneca-Chargen weitergehen. Ob der dänische Todesfall ebenfalls mit der Charge zu tun hat, wurde am Donnerstag von offizieller Seite noch nicht bestätigt. *echo24.de und *heidelberg24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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