Nach Impfstopp: Bahn frei für AstraZeneca

Nach Impf-Chaos mit AstraZeneca: Ab sofort wird in Baden-Württemberg wieder geimpft

  • vonChristina Rosenberger
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  • Julia Thielen
    Julia Thielen
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Nach dem Impfstopp für AstraZeneca in Deutschland ist jetzt eine Entscheidung gefallen. Es darf wieder geimpft werden - ab sofort!

Update, 19. März, 10.00 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat ihren Entschluss über die Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffs gefasst. Die EMA-Experten haben die Sicherheit des Vakzins in ihrer Begründung nochmals bekräftigt. Gleich darauf haben Bund und Länder noch am Donnerstagabend (18. März) reagiert, und einen entsprechenden Beschluss gefasst. Ab sofort, also ab heute, Freitag, 19. März, sollen deshalb die Impfzentren das Präparat wieder verabreichen, allerdings soll es einen neuen Warnhinweis zu möglichen Nebenwirkungen geben.

Das Gesundheitsministerium des Landes Baden-Württemberg wurde auch sofort aktiv: Das Ministerium hat die Impfzentren darum gebeten, die Termine, die ursprünglich von heute bis einschließlich 22. März gebucht waren, soweit möglich doch stattfinden zu lassen. „Das gemeinsame Ziel des Landes und der Impfzentren ist es, möglichst viele Impfungen durchzuführen“, erklärte Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha am Abend in Stuttgart.

AstraZeneca-Impfstopp Baden-Württemberg: Abgesagte Termine für eine Impfung finden doch statt

Bedingung dafür ist laut Ministerium, dass sowohl die Terminbestätigung als auch die Impfberechtigungs-Bescheinigung ins Impfzentrum mitgebracht werden. Termine, die in der Zwischenzeit schon auf einen anderen Impfstoff umgebucht wurden, bleiben davon unberührt.

UnternehmenAstraZeneca
Bezeichnung des ImpfstoffsCO­VID-19 Vac­ci­ne Astra­Zene­ca
Art des ImpfstoffsVektorimpfstoff
ZulassungsnummerEU/1/21/1529

Ab Dienstag, 23. März, soll dann alles wieder wie gewohnt vonstattengehen. Alle bereits gebuchten Termine mit AstraZeneca finden wie geplant statt, erklärt das Ministerium. Doch wer sich jetzt direkt einen neuen Termin buchen möchte, der muss sich zunächst noch etwas gedulden: Als Erstes werde unter Hochdruck die Warteliste abgearbeitet, bevor die Anmeldesysteme wieder geöffnet werden.

AstraZeneca-Impfstopp: Wer jetzt als Erstes in Baden-Württemberg einen Impftermin bekommt

Das heißt: Jetzt werden zuerst die Menschen in Baden-Württemberg mit Impfterminen versorgt, die zur Prioritätsstufe Eins gehören: Menschen über 80 und über 65 aus den besonders gefährdeten Berufsgruppen. Außerdem erhalten die Personen, deren Termin Anfang der Woche abgesagt werden musste, und deren Daten auf die Warteliste genommen wurden, ein Terminangebot. Sobald also alle Wartelisten abgearbeitet sind, und die oben genannten Personen alle einen Termin bekommen haben, wird die zentrale Terminvergabe wieder freigeschaltet.

AstraZeneca-Impfstopp: Wer bekommt jetzt Ersatztermine?

Update, 16. März, 15:36 Uhr: Der AstraZeneca-Impfstopp verlangsamt die Impfkampagne in Baden-Württemberg. Das hat das Gesundheitsministerium jetzt in einer Mitteilung bekannt gegeben. „Wir müssen uns vorübergehend wieder auf die Impfungen der über 80-Jährigen konzentrieren“, heißt es weiter. Denn natürlich fallen durch den Impfstopp sehr große Mengen an Impfstoff weg.

Deshalb werden Personen über 80 und über 65-Jährige aus Berufsgruppen der ersten Priorität jetzt bevorzugt behandelt. Wie echo24.de* berichtet, werden ihre Termine, soweit möglich, auf die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna umgebucht. Alle anderen, die jetzt noch Absagen erhalten, kommen auf eine Warteliste.

AstraZeneca-Impfstopp: Terminbuchungssystem vorerst geschlossen

Die Terminabsagen gelten laut Ministerium zunächst nur bis einschließlich Montag, 22. März, und umfassen lediglich Erstimpfungen. Menschen, deren Ersttermin jetzt abgesagt wird, werden gebeten, die Informationen zum Zweittermin vorerst aufzubewahren. Bislang haben in Baden-Württemberg laut Ministerium noch keine Zweitimpfungen mit AstraZeneca stattgefunden.

Der Impfstopp für AstraZeneca ist eine Vorsichtsmaßnahme. Ich hoffe, dass die nun angesetzten Untersuchungen und Prüfungen helfen werden, die Zweifel auszuräumen.

Sozialminister Baden-Württemberg, Manne Lucha (Bündnis 90/Die Grünen)

Das Terminbuchungssystem wird zunächst bis einschließlich 22. März geschlossen. In diesem Zeitraum können in den Impfzentren keine Termine mehr gebucht werden – weder online, noch telefonisch. Alle bereits gebuchten Termine mit Biontech/Pfizer oder Moderna bleiben bestehen.

AstraZeneca-Impfstopp: Alle Termine bis 22. März gestrichen

Update, 16. März, 10.03 Uhr: Der Impfstopp für AstraZeneca in Baden-Württemberg soll vorerst bis einschließlich kommenden Montag, 22. März, gelten. Das hat das Gesundheitsministerium in einer Mitteilung bekannt gegeben. Wie auch bw24.de* berichtet, fallen so rund 15.000 Impfungen pro Tag aus. Spätere Termine bleiben vorerst bestehen. Wie es nach dem 22. März weitergeht, ist noch völlig unklar. Der für Mittwochabend geplante Impfgipfel von Bund und Ländern ist erst mal verschoben worden.

Mittlerweile haben auch Spanien, Portugal, Slowenien und Lettland die Impfungen mit AstraZeneca ausgesetzt. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will am Donnerstag über den Impfstoff beraten. Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, ist die EMA aber weiter davon überzeugt, dass die Vorteile des Impfstoffs größer sind als das Risiko durch Nebenwirkungen.

AstraZeneca-Impfstoff: Deutschland stoppt Corona-Impfungen

Update, 18.30 Uhr: Nach dem Impfstopp für Astrazeneca in Deutschland hat auch Baden-Württemberg mit sofortiger Wirkung die Corona-Impfungen mit diesem Vakzin eingestellt. Das teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Stuttgart mit. Kurz zuvor hatte das Bundesgesundheitsministerium über den deutschlandweiten Stopp informiert. Vorausgegangen waren Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung mit dem Präparat. „Der Gesundheitsschutz der Menschen steht über allem“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Alle mit diesem Impfstoff geplanten Termine würden abgesagt, auch jene für die Zweitimpfungen.

Erstmeldung, 15. März, 15.45 Uhr: In Deutschland wird die Corona-Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca vorerst gestoppt. Zuvor hatte es eine entsprechende Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) gegeben, teilt das Bundesgesundheitsministerium mit. Hintergrund sind aktuelle Meldungen über einen möglichen Zusammenhang von Thrombosen der Hirnvenen und der Impfung mit AstraZeneca.

„Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa, hält das Paul-Ehrlich-Institut weitere Untersuchungen für notwendig“, heißt es vom Bundesgesundheitsministerium auf Twitter. Und weiter: „Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA wird entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken.“

Impfstoff von AstraZeneca: Deutschland stoppt Impfungen ebenfalls

Vor Deutschland hatten bereits mehrere andere Länder in Europa die Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca ausgesetzt - darunter Dänemark, Irland, Island, die Niederlande, und Norwegen. In Italien und Österreich wurden bislang lediglich bestimmte Chargen gestoppt. In Österreich war zuletzt eine Krankenschwester nach einer Corona-Impfung verstorben. Ein Zusammenhang ist noch nicht bestätigt, doch das PEI sah offenbar dennoch Handlungsbedarf.

„Es ist ein Aussetzen“, machte Gesundheitsminister Jens Spahn in einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz deutlich. „Das Ergebnis der Überprüfung ist offen.“ Bis jetzt gebe es in Deutschland sieben Fälle, die im Zusammenhang mit Thrombosen der Hirnvenen nach einer Corona-Impfung mit AstraZeneca stehen könnten. Spahn machte angesichts vieler Menschen, die die Corona-Impfung mit AstraZeneca - teilweise erst kurz vor der Bekanntgabe - erhalten haben, aber auch deutlich: „Für die Allermeisten besteht kein Risiko.“

Deutschland setzt Corona-Impfungen mit AstraZeneca vorerst aus

Die Skepsis gegenüber dem Impfstoff von AstraZeneca war wegen vermeintlich stärkeren Nebenwirkungen und angeblich schlechterer Wirksamkeit lange Zeit hoch gewesen in Deutschland. Zuletzt hatte sich das Bild wegen neuer Studien und der Zulassung auch für ältere Menschen etwas gebessert. Nun dürfte die Kritik an diesem Vakzin, sowie den Corona-Impfungen generell, wieder lauter werden.

Auch, weil ein kompletter Stopp des AstraZeneca-Impfstoffs den ohnehin langsamen Fortschritt der Corona-Impfungen in Deutschland noch einmal drastisch nach hinten werfen würde. Spekulieren wollte Gesundheitsminister Spahn aber noch nicht. „Alles weitere, was daraus folgt, müssen wir uns in den nächsten Tagen anschauen.“ Vorerst verbleibe der gelieferte Impfstoff in den Lagern von Bund und Ländern. *echo24.de und *bw24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Chaiwat Subprasom/dpa

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