Entwicklung in BaWü überrascht

AstraZeneca: Wird der Impfstoff immer beliebter? Lucha mit Mega-Ansage

Coronavirus - Ein Mann mit Handschuhen und FFP2-Maske zieht eine Dosis Impfstoff auf. (Symbolbild)
+
Mittlerweile kann sich jeder mit dem Vakzin von AstraZeneca impfen lassen. Doch wird der Impfstoff überhaupt gut angenommen? (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
    schließen

Der umstrittene Corona-Impfstoff vom Hersteller AstraZeneca ist seit Kurzem für jedermann freigegeben. Doch wird er in Baden-Württemberg auch gut angenommen?

Es ist ein Hin und Her mit dem Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca. Das Vakzin musste bisher einige Hürden nehmen und hat besonders wegen seltener aber heftiger Nebenwirkungen massiv in seinem Ansehen gelitten – so zumindest die Annahme bisher. Denn viele Impfberechtigte wollten sich nicht mehr mit dem Präparat impfen lassen. Deshalb ist es mittlerweile ohne Priorisierung für alle freigegeben. Wie echo24.de* berichtet, scheint es jetzt allerdings so, als käme der Impfstoff in der Bevölkerung doch recht gut an.

AstraZeneca für alle* – diese Schlagzeile machte vergangene Woche (7. Mai) deutschlandweit Schlagzeilen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte gemeinsam mit seinen Länderkollegen beschlossen, den Impfstoff ohne Einschränkung für erwachsene Bundesbürger freizugeben – solange Sie laut ärztlicher Einschätzung kein erhöhtes Risiko für Hirnvenenthrombosen tragen. Diese waren in der Vergangenheit in seltenen Fällen als Nebenwirkungen des Vektor-Impfstoffes* aufgetreten und hatten teils tödliche Folgen gehabt. Deshalb blieb der Impfstoff oft liegen – es sammelten sich ungenutzte Impfdosen an, die eigentlich zur Immunisierung der Bevölkerung beitragen sollten.

Corona-Impfstoff AstraZeneca: Wie gut wird er angenommen?

Der letzte Versuch, das Präparat an den Mann zu bringen, war also die Freigabe für alle. Doch auch die schien zunächst nicht besonders gut zu laufen. Wie Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) jetzt in einer Mitteilung berichtet, gibt es immer wieder Meldungen, dass niedergelassene Ärzte wenig AstraZeneca bestellen, und deshalb teilweise „Vaxzevria*“-Impfdosen beim Pharmagroßhandel liegen bleiben.

Anders sieht es wohl in den Impfzentren aus. Wie Lucha berichtet, gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass AstraZeneca-Impftermine besonders häufig abgesagt würden – oder dass viele nicht zu ihren Terminen erschienen. Im Gegenteil berichtet der Gesundheitsminister, der Impfstoff werde dort gut akzeptiert.

Corona-Impfstoff AstraZeneca: Deshalb bleiben trotzdem Impfdosen liegen

Und es geht noch weiter – anders als erwartet gibt es anscheinend viele Menschen unter 60 Jahren, die bereits ihre erste Impfung mit dem Wirkstoff von AstraZeneca erhalten hatten und nun auch die Zweitimpfung mit diesem Impfstoff wahrnehmen. Eigentlich ein gutes Zeichen, doch wie lange gibt es in Deutschland überhaupt noch AstraZeneca-Impfstoff? Wie merkur.de* berichtet, hat Deutschland kürzlich entschieden, seinen Vertrag mit dem britisch-schwedischen Impfstoffhersteller* nicht zu verlängern.

Das ist allerdings nicht die einzige Hürde für AstraZeneca-Impfwillige. Wie Gesundheitsminister Lucha weiter erklärt, ist es auch ein Problem, wenn die Hausärzte ihre vorgesehenen Impfdosen beim Pharmagroßhandel nicht einfordern. Denn Impfstoff, der dort liegen bleibt, kann bisher nicht einfach so an die Impfzentren zur dortigen Verimpfung verteilt werden. Laut Lucha ein Versäumnis des Bundes.

Corona-Impfstoff AstraZeneca: Manne Lucha erneut mit schweren Vorwürfen

Denn es gibt wohl bisher keine sinnvolle Regelung der Bundesregierung zur Verteilung von Impfstoff vom Pharmagroßhandel an die Impfzentren. Deshalb kommt vom baden-württembergischen Gesundheitsminister scharfe Kritik – diese Tatsache dürfe „nicht länger dazu führen, dass Impfstoff in den Regalen des Pharmagroßhandels liegenbleibt.“ Lucha fordert vom Bund ganz klar eine sinnvolle Regelung, die „die kurzfristige und pragmatische Umverteilung von Impfstoff, den niedergelassene Praxen nicht abgerufen haben, ermöglicht.“

ImpfstoffherstellerAstraZeneca
ImpfstoffVaxzevria
TypVektor-Impfstoff
HerkunftGroßbritannien / Schweden

Bleibt also abzuwarten, wie es mit den AstraZeneca-Impfungen überhaupt weitergeht. Denn für eine Immunisierung der deutschen Bevölkerung waren die Impfdosen des britisch-schwedischen Herstellers fest mit einberechnet. Doch vielleicht kann der mRNA-Impfstoff des Tübinger Impfstoffherstellers CureVac die Lücke füllen, falls das Vakzin im Juni zugelassen wird. Ob und wann eine Herdenimmunität* – und damit das Ende der Corona-Pandemie – für Deutschland und Baden-Württemberg überhaupt erreicht werden kann, ist laut Experten bisher noch völlig unklar. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren