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Anruf von Energieversorgern: So schützen Sie sich vor neuer Betrugsmasche

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Von: Tobias Becker

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Strom- und Gaskosten sind stark gestiegen, doch es kommt noch schlimmer: Viele Menschen bekommen Anrufe von Energieversorgern, aber das sind häufig Betrüger.

Inflation, Energiekrise, Krieg in der Ukraine, Coronavirus - gerade in unsicheren Zeiten wie der aktuellen, sind Sparmaßnahmen in den meisten Haushalten in Heilbronn angesagt. Jeder Cent wird rumgedreht, Tipps zum Sparen beim Heizen beispielsweise wahrgenommen. Wenn man dann noch beim Strom- und Gasanbieter den ein oder anderen Euro weniger zahlen müsste, wäre das doch super. Genau diesen Gedanken machen sich Betrüger nun zu nutzen.

Mitten in der Energiekrise: Betrüger schwatzen neue Verträge auf

Durch die extremen Erhöhungen der Strom- und Gaspreise von Anbietern wie EnBW und Co. in diesem Jahr, hoffen viele Menschen auf neue Angebote, die man sich gerne anschauen könnte. Aktuell kommt es zu Anrufen, bei denen sich die Anrufer als Mitarbeitende des Stromversorgers vorstellen, wie erfahrer.chip.de schreibt.

Die Anrufer erfragen im Gespräch zielsicher Namen, Anschriften und das Wichtigste: Zählerstand und -nummer. Dann geht es um ein angebliches Angebot, das die Kunden erhalten sollen. Aus diversen Gründen sei es aber nötig, eine SMS mit „Ja“ zu bestätigen, um überhaupt ein Angebot erhalten zu können. Sonst dürfe man schließlich den Kunden das neue Angebot nicht unterbreiten.

Betrugsmasche mit Strom- und Gasverträgen: Opfer sollen SMS beantworten

Doch statt des Angebots hat man plötzlich einen neuen Vertrag an der Backe, der meist sogar noch teurer ist. Das Problem: Mit der Bestätigung in Textform ist der Vertrag gültig! Im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung durchgesetzt, dass Energielieferverträge nicht mehr nur telefonisch abgeschlossen werden können, sondern die Textform nötig sei.

Zwar ist „cold calling“, also wahllose Werbeanrufe, verboten per Gesetz, doch Betrüger wären keine Betrüger, wenn sie sich daran hielten. Das Schlimme daran: Die Masche funktioniert! Zwar seien die Unternehmen bekannt, aber bislang wird wenig dagegen unternommen. Die Bundesnetzagentur hat sich dem Fall bis dato noch nicht angenommen, auch wenn die Betrüger zum Teil wohl sogar Unterschriften der Opfer fälschen.

Fake-Anrufe von Energieversorgen: Mit diesen Tipps und Tricks schützen Sie sich vor Betrügern

Felix Methmann von der Verbraucherzentrale Bundesverband erklärt gegenüber dem SWR: „Da müsste die Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde viel stärker hinschauen und auch viel schneller reagieren. Da darf nicht erst lange gewartet werden, bis 100.000 Verbraucher betroffen sind.“ So lange aber nichts von den Behörden unternommen wird, kann man sich nur selber schützen.

Heißt: Wenn Energieversorger oder Stadtwerke anrufen, sollte man schnell auflegen und die offizielle Nummer zurückrufen, die man leicht im Internet ausfindig machen kann. Die Folge: Man spricht definitiv mit dem richtigen Unternehmen und kann dann erfragen, ob es ein spezielles Angebot oder ähnliches gibt. Auch wichtig: Zählernummern nicht am Telefon durchgeben!

Wenn es gar nicht anders möglich ist, dann kann man immer noch per Mail an das Unternehmen schreiben und die Mailadresse ebenfalls im Internet ausfindig machen. Und der wichtigste Tipp: Angebote und andere „Vorteile“ bestenfalls per Post zukommen lassen. Keinesfalls sollten Sie SMS verschicken oder beantworten, weil ein Anrufer dies gerne hätte. Mit diesen Tipps können Sie sich schon recht gut vor Betrügereien schützen.

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