Zwei-Klassen-Politik

Politiker fordert: Weniger Rechte für Getestete als für Geimpfte

Andreas Stoch (SPD)
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SPD-Fraktionschef Andreas Stoch fordert: Getestete sollten nicht die selben Rechte wie Geimpfte haben. (Symbolbild)
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Der SPD-Fraktionschef Andreas Stoch fordert eine Zwei-Klassen-Politik: Gegen das Coronavirus vollständig Geimpfte und Getestete sollen nicht gleich behandelt werden.

In der Corona-Pandemie sollten Getestete und Geimpfte nach Ansicht von SPD-Fraktionschef Andreas Stoch nicht länger in allen gesellschaftlichen Bereichen gleich behandelt werden. „Es ist bei Geimpften deutlich weniger wahrscheinlich als bei Ungeimpften, dass sich das Virus überträgt“, sagte Stoch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vor den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag.

Wie sich bei dem Corona-Gipfel am Dienstag herausstellte, scheinen dies Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten ähnlich zu sehen: Künftig soll es für Ungeimpfte in nahezu allen Bereichen des öffentlichen Lebens eine Testpflicht geben. Noch dazu sollen die Schnelltests kostenpflichtig werden – wodurch ein weiterer Anreiz für Corona-Impfungen geschaffen wird. Denn für Geimpfte wird es keine Testpflicht geben. Auch in Baden-Württemberg gibt es künftig neue Corona-Regeln.

Zwei-Klassen-Gesellschaft: Politiker fordert weniger Rechte für Getestete

SPD-Landeschef Stoch verspricht sich von kostenpflichtigen Tests auch eine bessere Impfquote. „Ich bin noch nicht bereit zu sagen, dass sich 40 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg bewusst gegen eine Impfung entscheiden“, sagte er gegenüber der dpa. „Sondern ich glaube, dass viele Menschen dem Impfen noch relativ gleichgültig gegenüber stehen und einfach nicht den Impuls haben zu sagen, sie gehen jetzt dorthin.“

Deshalb sollen nun Anreize geschaffen werden – in Form von lockereren Regeln für Geimpfte. Die Impfquote in Deutschland war auch Thema bei dem Bund-Länder-Treff. Denn aktuell ist diese noch zu niedrig, um von einer Herdenimmunität sprechen zu können. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte in der Pressekonferenz nach dem Corona-Gipfel am Dienstagabend, Ziel sei es, eine Impfquote von 90 Prozent bei den über 60-Jährigen zu erreichen. Bei den über Zwölfjährigen solle die Impfquote mindestens zwischen 80 und 85 Prozent liegen.

Aktuell sind in Deutschland 45.842.065 Personen – das entspricht 55,1  Prozent der Gesamt­bevölkerung – vollständig gegen das Coronavirus geimpft. In Baden-Württemberg sind es 55,8 Prozent. Insgesamt haben knapp mehr als 52 Millionen Menschen in Deutschland (62,5  Prozent) mindestens eine Impf­dosis erhalten. Eine Erstimpfung haben erst 60,5 Prozent der Baden-Württemberg (Stand: 9. August).

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