Feiertag in Baden-Württemberg

Allerheiligen: Was an diesem Feiertag in BW erlaubt ist – und was nicht

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
    schließen

Allerheiligen ist ein stiller, christlicher Feiertag am 1. November – einen Tag nach dem Reformationstag und Halloween. Doch was ist an diesem Tag erlaubt?

Die Monate Oktober und November sind nicht nur für das nasskalte und ungemütliche Wetter bekannt, sondern auch für einen besonderen Tag – Halloween. Längst hat sich der 31. Oktober auch in Baden-Württemberg als fester Termin für Geister und Hexen etabliert. Dass am 31. Oktober auch Reformationstag ist, scheint dagegen deutlich unbekannter. Doch Halloween ist nicht nur ein Tag für „Süßes oder Sauer“ und damit einhergehenden Streiche, sondern leitet auch einen gesetzlichen Feiertag in Baden-Württemberg ein – den Feiertag Allerheiligen.

Allerheiligen ist in vielen katholischen Staaten und Regionen ein gesetzlicher Feiertag. Das Datum des Feiertags ist für die meisten Länder der 1. November. Aber was wird an diesem Tag genau gefeiert? Und welche Gebote oder gar Verbote gelten an diesem Tag?

Allerheiligen in Baden-Württemberg: Feiertag nach Halloween und Reformationstag – nicht ohne Grund

Am 31. Oktober wird nicht umsonst Halloween gefeiert. Denn: Das Wort „Halloween“ geht auf das Wort „All Hallows‘ Eve“ (Vorabend von Allerheiligen) zurück, wie die ekd.de (Evangelische Kirche in Deutschland) berichtet. Halloween läutet also den Feiertag Allerheiligen ein. Aber was genau wird an diesem Tag gefeiert?

Allerheiligen

Am Feiertag Allerheiligen wird in der katholischen Kirche allen Heiligen gedacht, insbesondere denen, die keinen eigenen Gedenktag haben. Dazu gehören auch Heilige, deren Heiligkeit von den Menschen nicht erkannt wurde. Diese wurden also nie von einem Papst heiliggesprochen – um ihre Heiligkeit weiß niemand außer Gott. Um den verstorbenen Heiligen zu gedenken, werden am 1. November sowohl Gräbersegnungen als auch Grab-Besuche durchgeführt.

Wie bereits erwähnt ist Allerheiligen in vielen katholisch geprägten Staaten und Regionen ein gesetzlicher Feiertag – darunter auch in Baden-Württemberg in Deutschland.

In den aufgeführten Bundesländern wird Allerheiligen dem Sonntag gleichgestellt und ist somit ein arbeitsfreier Tag. Außerdem handelt es sich bei Allerheiligen, laut feiertag.info, um einen stillen Feiertag. Im Klartext: An diesem Tag gilt das sogenannte „Tanzverbot“.

In diesen Bundesländern ist Allerheiligen (1. November) ein gesetzlicher Feiertag:

Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland.

In diesen Bundesländern ist dagegen der Reformationstag (31. Oktober) ein gesetzlicher Feiertag:

Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt. Schleswig-Holstein und Thüringen.

In den übrigen Bundesländern, also Berlin und Hessen gibt es in diesem Zeitraum keinen gesetzlichen Feiertag.

Allerheiligen in Baden-Württemberg: Das ist an diesem Feiertag erlaubt – und das nicht

Der Feiertag Allerheiligen wird still gefeiert. Das heißt: Die Trauer und Andacht der Christen soll an diesem Tag nicht gestört werden. Somit sind laute Musik und Tanzveranstaltungen verboten. Wie lange das Tanzverbot gilt, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Baden-Württemberg gilt das Tanzverbot von 3 bis 24 Uhr – wenn Allerheiligen auf die Wochentage Montag bis Freitag fällt, ansonsten 5 bis 24 Uhr.

Ebenfalls verboten: Märkte, Messen, Volksfeste und geöffnete Geschäfte. Ausgenommen sind Bäcker und Blumenhändler, die dürfen – ähnlich wie an Sonntagen – für fünf Stunden geöffnet haben, wie rtl.de berichtet. Für wen genau gelten die Gebote und Verbote? Müssen sich zum Beispiel orthodox getaufte Menschen nicht an die Regelung an Allerheiligen halten?

Die Antwort: Alle Bürger Deutschlands – zumindest in den betroffenen Bundesländern – müssen sich an die Regelungen am stillen Feiertag halten. Und dabei ist es egal, ob es sich um Nicht-Christen oder Menschen, die sich einfach nicht mit dem Christentum verbunden fühlen, handelt. Wer an diesem Tag keine Rücksicht nimmt, riskiert ein Bußgeld.

Rubriklistenbild: © Caroline Seidel / dpa

Das könnte Sie auch interessieren