Corona-Maßnahmen im öffentlichen Raum

Alkoholverbot in Stuttgart verlängert: Diese „Zonen“ sind neu

Nach der Corona-Impfung im eigenen Garten mit einem Bier anstoßen, wird das empfohlen oder sollte man auf Alkohol besser verzichten?
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In Stuttgart gilt wegen Corona ein Alkoholverbot an bestimmten Plätzen im öffentlichen Raum. (Symbolbild).
  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
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In Stuttgart ist aktuell wegen des Coronavirus der Alkoholkonsum an bestimmten Plätzen nicht erlaubt - doch viele wussten das scheinbar nicht. Damit ist jetzt Schluss...

Update, 29. April: Ab sofort kann sich keiner mehr herausreden: An vielen Plätzen in Stuttgart gilt - eigentlich schon seit Oktober - ein Alkoholverbot. Doch das wussten viele nicht und gönnten sich mit Frühlingseinbruch bei schönem Wetter zum Beispiel am Feuersee gemütlich ein Feierabendbierchen. Damit ist jetzt endgültig Schluss - die Stadt hat mittlerweile Verbotsschilder aufgehängt. Darauf prangt in roten Lettern der Schriftzug „ALKOHOLFREIE ZONE - Zusammen gegen Corona“. Denn das Alkoholkonsumverbot ist eine Maßnahme im Kampf gegen die Pandemie.

In einer Mitteilung hat die Landeshauptstadt jetzt außerdem bekannt gegeben, dass das Alkoholverbot um weitere vier Wochen verlängert wurde. Dr. Clemens Maier, Stuttgarts Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, erklärt darin: „Alkohol lässt viele wichtige Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie vergessen, er enthemmt und die Abstände werden geringer. Das können wir uns bei der jetzigen Lage nicht leisten.“ Außerdem sei es auch an der frischen Luft wichtig, Abstände einzuhalten und gegebenenfalls Maske zu tragen.

Coronavirus in Stuttgart: „Alkoholfreie Zone“ um weitere Plätze erweitert

Die Stadt hat im Zuge der Beschilderung außerdem die alkoholfreie Zone erweitert. Neu dazugekommen sind der Bereich um den Bismarckturm und der Eugensplatz, einschließlich je beider Straßenseiten und allen Seiten der Plätze. Ein Verstoß gegen die Regel kann mitunter richtig teuer werden: Wer verbotswidrig Alkohol trinkt, muss - wenn er erwischt wird - mit einer Ordnungswidrigkeitenanzeige und einem Bußgeld von 250 Euro rechnen.

Auf diesen Plätzen in Stuttgart gilt das Alkoholverbot

Mehrere Spots in der Landeshauptstadt sind aktuell coronabedingt von einem Alkoholverbot betroffen - das heißt, sowohl der Alkoholkonsum als auch der Ausschank sind hier untersagt.

Das Alkoholverbot gilt neben dem Cityring auch im Mittleren und Unteren Schlossgarten, am Wilhelmsplatz, am Feuersee, im Stadtgarten, am Pariser Platz und am Mailänder Platz. Außerdem sind der Weißenburgpark, der Marienplatz, der Erwin-Schoettle-Platz, die Karlshöhe und der Bismarckplatz betroffen.

Dazu kommen der Berliner Platz einschließlich des Bosch-Areals, der Höhenpark Killesberg, die Parkanlage Villa Berg, in Cannstatt der Wilhelmsplatz, der Bahnhofsvorplatz und der Kurpark, sowie der Wilhelm-Geiger-Platz in Feuerbach und der Löwenmarkt in Weilimdorf.

Neu dazu kommen zum 30. April der Bereich um den Bismarckturm und der Eugensplatz.

Die neue Allgemeinverfügung tritt laut der Stadt Stuttgart morgen, Freitag, 30. April, in Kraft und gilt dann vorerst für vier Wochen - bis zum Mittwoch, 26. Mai. Bei dem Verbot hält sich die Stadt an die Corona‐Verordnung des Landes Baden‐Württemberg, wonach Kommunen den Alkoholkonsum und ‐ausschank im öffentlichen Raum verbieten können.

Alkoholverbot in Stuttgart: Stadt stellt Hinweisschilder auf.

Erstmeldung, 27. April: So langsam kehrt der Frühling ein - seit dem Wochenende kratzen die Temperaturen in Baden-Württemberg immer wieder an der 20-Grad-Marke und am Mittwoch (28. April) werden sogar bis zu 21 Grad erwartet. Da ist es nur natürlich, dass es die Menschen vielerorts raus in die Natur zieht. In Stuttgart beispielsweise traf man am vergangenen Wochenende an Plätzen und Seen Menschengrüppchen an, die sich sonnen, ein Eis essen oder sogar ein Bierchen zischen. Doch besonders Letzteres ist in der Landeshauptstadt aktuell an vielen Stellen gar nicht erlaubt.

Denn schon seit dem vergangenen Oktober gilt auf einigen öffentlichen Plätzen in Stuttgart wegen der Corona-Pandemie ein Alkoholverbot - beispielsweise der Schlossplatz, der Marienplatz oder der Feuersee sind davon betroffen. Hier sieht es grade an den warmen, sonnigen Wochenenden eigentlich so aus, als ob es Corona nie gegeben hätte. Anscheinend wissen die meisten Menschen, die ihre Freizeit draußen verbringen, einfach nicht, welche Regeln aktuell gelten. Deshalb wollen Stadt und Polizei jetzt etwas unternehmen.

Coronavirus in Stuttgart: So will die Stadt auf das Alkoholverbot hinweisen

Die Stadt will jetzt Infoschilder aufstellen. Die sind laut Stuttgarter Nachrichten auch schon fast fertig. „Mitte der Woche sollen sie aufgehängt werden“, sagte Albrecht Stadler vom Amt für öffentliche Ordnung gegenüber den StN. Grund für die Unwissenheit der Stuttgarter in Sachen Alkoholverbot könnte demnach sein, dass die Regelung zwar schon viele Monate gilt, es die Menschen aber erst jetzt mit Beginn des Frühjahrs nach draußen zieht. Bei frostigen Wintertemperaturen treffen sich eben viel weniger Menschen zum geselligen Beisammensein in den Parks. Deshalb hat sie das Alkoholverbot vermutlich bisher kaum tangiert.

Doch mit der Ahnungslosigkeit soll ab Mittwoch endlich Schluss sein. Die Schilder sollen dann an allen „zentralen Bereichen“ auf das Alkoholverbot hinweisen. Heißt: Man wird direkt vor Ort auf die aktuell geltenden Corona-Regeln aufmerksam gemacht - und der positive Nebeneffekt für die Polizei ist, niemand kann sich mehr herausreden und behaupten, er habe nichts von der Regelung gewusst, wenn er von einer patrouillierenden Streife beim Bierchen trinken erwischt wird.

Übrigens gilt die Allgemeinverfügung zum Alkoholverbot immer für vier Wochen und muss dann wieder erneuert werden - und das wird auch am kommenden Freitag (30. April) wieder so sein. Das heißt, die Verfügung gilt dann mindestens bis zum 28. Mai. Mit den Schildern, die am Mittwoch aufgestellt werden sollen, will die Stadt dann auch nochmals auf die AHA-Regeln hinweisen - also Abstand halten, Hygiene beachten und im Alltag Maske tragen. Diese werden in Form von Piktogrammen auf den Infotafeln auftauchen.

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