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Risiko beim Streckbetrieb: AKW-Entscheidung erneut in der Kritik

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Von: Tobias Becker

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Die Atomkraftwerke laufen noch bis April im Streckbetrieb weiter. An der Entscheidung gibt es erneut heftige Kritik seitens des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

Die Energiekrise war in 2022 ein großes Thema, das auch weiterhin bestehen bleibt. Die große Angst vieler Menschen: Kommt es zu einem Blackout, also einem flächendeckenden, langfristigen Stromausfall? Die Politik versucht unter anderem mit einem Streckbetrieb der drei noch laufenden Atomkraftwerke, darunter auch Neckarwestheim 2, dagegen anzukämpfen. Aber nun gibt es erneut heftige Kritik daran.

Kritik am AKW-Streckbetrieb: Kaum Auswirkung auf Versorgungssicherheit und Netzstabilität

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat den sogenannten Streckbetrieb für die drei letzten Atomkraftwerke in Deutschland als „reine Symbolpolitik“ kritisiert und vor möglichen Risiken gewarnt. „Atomkraft ist eine Hochrisikotechnologie - da darf es keine Experimente geben“, sagte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt in einer Mitteilung.

Der Streckbetrieb trage „weder zur Versorgungssicherheit noch zur Stromnetzstabilität“ in Deutschland signifikant bei. Zur Sicherung der Stromversorgung hatte der Bundestag im November dem vorübergehenden Weiterbetrieb der Meiler Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland bis zum 15. April 2023 zugestimmt. Für die Gemeinde Neckarwestheim bedeutet das AKW-Aus auch finanzielle Verluste.

„Schon jetzt zeigt sich, dass die maroden Reaktoren massive Sicherheitsmängel aufweisen und der geplante Betrieb sicherheitstechnisch große Fragen aufwirft“, sagte Bandt weiter. Der ehemalige Bereichsleiter für die Sicherheit kerntechnischer Anlagen im Bundesumweltministerium, Dieter Majer, warnte vor allem vor dem erneuten Hochfahren der Reaktoren.

Kritik am AKW-Streckbetrieb: Keine Erfahrungen für „störanfälligste Phase“

„Das Hochfahren eines Reaktors ist die störanfälligste Phase in einem Atomkraftwerk. Für das Anfahren während des Streckbetriebes gibt es so gut wie keine Erfahrungen“, so Majer. Solche noch ungeklärten Risiken kommen laut Majer zu den allgemeinen Risiken eines Reaktorbetriebs hinzu.

„So ist beispielsweise die Menge der radioaktiven Spaltprodukte während des Streckbetriebs besonders hoch. Bei einer Störung muss daher mit der Freisetzung besonders hoher Mengen von radioaktiven Stoffen gerechnet werden“, warnte er.

Für den geplanten Streckbetrieb war das AKW Isar 2 im Oktober kurzzeitig für Wartungsarbeiten vom Netz genommen worden. Bei den AKW Neckarwestheim 2 und Emsland müssen für den Streckbetrieb laut BUND die Brennelemente neu angeordnet werden. Für das AKW Neckarwestheim 2 sei dies Ende Dezember, für das AKW Emsland Mitte Januar vorgesehen. Inzwischen zweifelt auch die FDP am endgültigen Atom-Aus in Deutschland und hält einen Weiterbetrieb wohl für möglich.

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