Trauerzug in Louisville

15.000 Menschen begleiten Muhammad Ali auf seiner letzten Reise

+
Unzählige Menschen nahmen an der islamischen Zeremonie für den toten Muhammad Ali teil.

Louisville - Zehntausende nehmen am Freitag Abschied von Boxlegende Muhammad Ali. Will Smith trägt den Sarg, Bill Clinton hält eine Rede. 

Trauerfeier in Louisville: Muhammad Alis letzte Reise

In Louisville im US-Bundesstaat Kentucky hat am Freitag der Trauerzug mit dem Sarg der Boxlegende Muhammad Ali begonnen. Tausende Menschen versammelten sich in den Straßen von Alis Heimatstadt, um Abschied von dem mehrfachen Boxweltmeister und Bürgerrechtsaktivisten zu nehmen. Viele Zuschauer trugen Blumen, manche riefen den Namen Alis. Zu den Sargträgern gehören der Boxweltmeister im Schwergewicht, Lennox Lewis, und der Schauspieler Will Smith, der den Boxer in dem Film "Ali" dargestellt hatte. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sei bereits am Donnerstagabend nach einer muslimischen Gebetszeremonie wieder Richtung Türkei abgereist, teilte das Präsidialamt in Ankara mit. Hintergrund waren offenbar schwere Differenzen mit den US-Organisatoren der Feierlichkeiten.

Der 30 Kilometer lange Trauerzug soll unter anderem an dem Haus vorbeiführen, in dem der Schwergewichtsboxer aufgewachsen war. Im Anschluss soll in einer Sportarena eine große Trauerfeier stattfinden, zu der viele Prominente, darunter der frühere US-Präsident Bill Clinton, erwartet werden.

Bereits am Donnerstag begannen die zweitägigen Trauerfeierlichkeiten mit einer muslimischen Zeremonie. Tausende Menschen nahmen während des kurzen Rituals von der Ausnahmepersönlichkeit Abschied. Ali war als junger Mann zum Islam konvertiert.

Zur Trauerfeier werden 15.000 Menschen erwartet

Zu der anschließenden Trauerfeier in einer Sportarena werden mehr als 15.000 Menschen erwartet. Die Eintrittskarten waren kostenlos und innerhalb einer Stunde vergeben. Viele Menschen hatten dafür seit der Nacht stundenlang angestanden. Zur Trauerfeier wird unter anderem der frühere US-Präsident Bill Clinton erwartet. Der amtierende Präsident Barack Obama kann nicht dabei sein, weil er an der Schulabschlussfeier seiner Tochter Maila teilnimmt.

Das muslimische Trauerritual am Donnerstagabend wurde in der "Freedom Hall" abgehalten, wo Ali 1961 seinen letzten in Louisville ausgetragenen Boxkampf gewann. Der Sarg des Boxers und Bürgerrechtsaktivisten wurde durch die Halle getragen. Muslimische Männer und Frauen beteten in getrennten Reihen. Der Imam Zaid Shakir, der die Trauerzeremonie mitorganisiert hatte, hob hervor, dass Ali eine "sehr, sehr besondere Bedeutung" für die Religionsgemeinschaft gehabt habe. Mit dem Ritual solle sein Andenken und seine Hinterlassenschaft geehrt werden.

Muhammad Ali steht für toleranten Islam

Die Boxlegende wird von vielen Muslimen rund um die Welt als Verkörperung eines toleranten und friedfertigen Islam verehrt. Seine Konvertierung im Jahr 1964, bei der er auch seinen bürgerlichen Namen Cassius Clay aufgab, hatte damals viele in den Vereinigten Staaten entsetzt.

Der Schwergewichts-Boxer war am Freitag vergangener Woche im Alter von 74 Jahren gestorben, er war seit Jahren an Parkinson erkrankt. Als Todesursache wurde eine Blutvergiftung aufgrund natürlicher Ursachen angegeben.

afp

Muhammad Ali ist tot: Sein Leben in Bildern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare