Test: Asphaltheizung soll für eisfreie Autobahn sorgen

+
Wegen Fahrbahnheizung bald nicht mehr nötig? Einsatz des Winterdienstes auf der verschneiten A2. Foto: Marcel Kusch/Archiv

Salz und Räumfahrzeuge könnten auf kritischen Autobahnabschnitten bald einer ökologischen Variante weichen. In Köln wird mithilfe von Wärme aus der Tiefe getestet.

Köln (dpa) - Im Kampf gegen Schnee und Eis auf der Autobahn will die Bundesanstalt für Straßenwesen eine mit Erdwärme gespeiste Asphaltheizung erproben. 2017 soll der Praxistest in Köln beginnen.

Autofahrer haben von dem Test zunächst nichts, denn das Versuchsgelände wird direkt neben dem Autobahnkreuz Köln-Ost aufgebaut. Die eigentliche Fahrbahn wird in den Test nicht eingebunden.

Das Prinzip gleicht der Beheizung von Häusern mit Erdwärme. Warmes Wasser wird aus der Tiefe hochgepumpt und durch ein unter dem Asphalt verlegtes Röhrensystem geleitet, ähnlich einer Fußbodenheizung. Straßen könnten sicherer und der Streusalzverbrauch gesenkt werden. Das Onlineportal "derwesten.de" hatte zuvor über das Projekt berichtet. 2017 soll der Versuch starten.

Im Winter soll die Fahrbahn mit geringem Energieaufwand eisfrei gehalten werden, an Hitzetagen kann sie gekühlt werden. die Bundesanstalt erhofft sich mehr Sicherheit für Autofahrer, weniger Einsätze für Streu- und Räumwagen und eine längere Haltbarkeit des Asphalts.

Die Fahrbahn-Klimaanlage ist nicht der einzige Test auf dem Gelände. Auf der mehr als zwei Kilometer langen Strecke werden auch Sensoren für Brücken erprobt, die beispielsweise Risse anzeigen sollen. Die Bundesanstalt für Straßenbau in Bergisch Gladbach will auch verschiedene Straßenbeläge auf Haltbarkeit und Griffigkeit testen.

Rund 6,8 Millionen Euro soll der Aufbau der Teststrecke kosten. Sie soll 30 Jahre lang genutzt werden. Befahren wird sie nur von Testfahrzeugen - Autofahrer können vom Kölner Autobahnkreuz aus auf das Testgelände schauen.

Bericht in derwesten.de

Projekt <duraBASt> der Bundesanstalt für Straßenwesen

Projektbeschreibung Straßen.NRW

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare