An Frankreich ausgeliefert

Anwalt: "Abdeslam hat die Intelligenz eines leeren Aschenbechers"

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Saleh Abdeslam.

Brüssel - Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam ist von Belgien an Frankreich ausgeliefert worden. Jetzt soll er im Großraum Paris in Isolationshaft untergebracht werden. 

Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam soll in einem französischen Gefängnis unter maximalen Sicherheitsbedingungen isoliert untergebracht werden. Der 26-Jährige werde im Großraum Paris inhaftiert, kündigte Justizminister Jean-Jacques Urvoas am Mittwoch am Rande einer Kabinettssitzung an. Unbestätigt blieben zunächst Informationen, wonach Abdeslam in Fleury-Mérogis südlich von Paris inhaftiert werden soll. 

Am Mittwoch ist er von Belgien an Frankreich ausgeliefert worden. Damit kommen die Behörden einem europäischen Haftbefehl nach, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Nach Angaben aus Paris wurde Abdeslam um 9.05 Uhr in Frankreich empfangen. Noch am selben Tag soll er den französischen Untersuchungsrichtern vorgeführt werden. Dort werde Untersuchungshaft für den 26-Jährigen beantragt, gab die für Terrorismus zuständige Pariser Staatsanwaltschaft bekannt.

Am Mittwoch wurde auch das Zitat des belgischen Anwalts Sven Mary in der französischen Zeitung "Libération" veröffentlicht, dessen Mandant Abdeslam ist: "Das ist ein kleines Arschloch aus (dem Brüssler Stadtteil) Molenbeek, hervorgegangen aus der Kleinkriminalität, eher ein Mitläufer als ein Anführer. Er hat die Intelligenz eines leeren Aschenbechers, er ist von einer abgrundtiefen Leere.“

Unklar, ob Abdeslam auch an den Brüsseler Anschlägen beteiligt war

Dem 26-Jährigen wird unter anderem eine Beteiligung an den Pariser Attentaten vom November mit 130 Todesopfern vorgeworfen. Ob er auch an der Vorbereitung der Brüsseler Anschläge vom 22. März beteiligt war, ist bislang unklar. In Belgien wird ihm wegen einer mutmaßlichen Beteiligung an einer Schießerei mit Sicherheitskräften Mordversuch gegen Polizisten vorgeworfen.

Zuletzt war Abdeslam im nordbelgischen Beveren inhaftiert. Vor seiner Festnahme in Brüssel Mitte März - wenige Tage vor den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt mit 32 Todesopfern - war er einer der meistgesuchten Terrorverdächtigen Europas.

dpa

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