Nachfolge von Nigel Farage

Neue Ukip-Chefin Diane James will keinen "Brexit light"

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Jubel nach der Wahl: Diane James ist die Nachfolgerin von Nigel Farage als Ukip-Parteichefin.

London - Zwei Wochen nach dem Brexit-Votum der Briten schmiss Ukip-Parteichef Nigel Farage sein Amt hin. Jetzt wurde Diane James zu seiner Nachfolgerin gewählt. Sie gilt als Bewunderin Putins.

Die 56-Jährige setzte sich deutlich gegen ihre Mitbewerber durch, wie am Freitag beim Ukip-Parteitag südenglischen Bournemouth bekannt gegeben wurde. Die Europaabgeordnete tritt damit die Nachfolge des populären Brexit-Vorkämpfers Nigel Farage an. Die Partei gilt als tief zerstritten.

Bei ihrer Antrittsrede am Freitag sagte James, sie wolle Ukip zur zweitstärksten politischen Kraft nach den Konservativen in Großbritannien machen. „Sie sehen die nächste Oppositionspartei“, sagte sie an Premierministerin Theresa May gerichtet und forderte einen „hundertprozentigen Brexit“.

Der ehemalige Parteichef Farage hatte im Juli, knapp zwei Wochen nach dem Brexit-Votum, seinen Rückzug von der Parteispitze angekündigt. Bei seiner Abschiedsrede beim Parteitag am Freitag forderte er einen konsequenten EU-Austritt. Dazu gehöre auch, den EU-Binnenmarkt zu verlassen. Ukip müsse dafür Druck auf die britische Regierung ausüben. Auch James kündigte einen Kampf gegen „Brexit light“, einen abgeschwächten Austritt, an.

Diane James gilt als starke Rednerin

Für Diane James (56) ist es der bislang größte Karrieresprung. Obwohl die bisherige stellvertretende Parteivorsitzende als starke Rednerin und mediengewandt gilt, kann sie es in Sachen Popularität nicht mit dem scheidenden Vorsitzenden und Brexit-Frontmann Nigel Farage aufnehmen.

James arbeitete nach eigenen Angaben 30 Jahre lang im Gesundheitsbereich. Dort habe sie sich um Innovation und Entwicklungs-Strategien gekümmert, dies auch mit einer eigenen Beratungsagentur. Zuletzt war sie auch innen- und justizpolitische Ukip-Sprecherin. Als ein Ziel gab sie an, „gesetzestreue Briten“ vor „Einmischungen des Europäischen Gerichtshofs“ zu schützen.

Für Irritationen sorgte James kürzlich, weil sie sich weigerte, im parteiinternen Wahlkampf konkrete politische Ziele und Projekte zu nennen. Sie meinte, sie wolle nicht aus der Hüfte schießen. Kritiker nahmen es ihr auch übel, dass sie im Ringen um den Vorsitz nicht gemeinsam mit anderen Kandidaten auftreten wollte.

Neue Parteichefin bewundert Putin

Bereits zuvor verursachte James mit Bemerkungen über den russischen Präsidenten Wladimir Putin Stirnrunzeln. Putin „steht für sein Land gerade“, sagte sie laut „Guardian“ im vergangenen Jahr. „Ich bewundere ihn, er ist ein sehr starker Führer.“

In ihrer Freizeit mag sie Tanz, Antiquitäten und Reisen, zudem spricht sie nach eigenen Angaben Deutsch und Französisch.

dpa

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