News-Ticker zum Amoklauf in München

Opfer des Amoklaufs sollen Denkmal am OEZ erhalten

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Nach dem Amoklauf in München zeugen Blumen und Kerzen vor dem Olympia-Einkaufszentrum von der großen Trauer.

München - Der Amoklauf im Olympia Einkaufszentrum (OEZ) sorgt in München weiterhin für Schock und Trauer. Die aktuellen Erkenntnisse im News-Ticker.

  • Am Freitagabend eröffnete Ali David S., ein 18 Jahre alter Deutsch-Iraner, in einem McDonald's nahe des Olympia Einkaufszentrums (OEZ) in München das Feuer, tötet neun Menschen, später erschießt er sich selbst.
  • Der Täter beschäftigte sich eingehend mit dem Thema Amokläufe. Ein Zusammenhang mit dem norwegischen Amokläufer Anders Breivik ist nicht auszuschließen.
  • S. war laut Medienberichten ein rechtsextremer Rassist und stolz, wie Hitler am 20. April geboren zu sein. Er sah sich selbst als "Arier" und hegte ein "Höherwertigkeitsgefühl" gegenüber Araber und Türken.
  • Generell gehen die Ermittler bislang aber nicht von einer politisch motivierten Tat aus.
  • Die Ermittler rätseln weiter, was der Amokläufer nach den Schüssen getrieben hat. Sie gehen mittlerweile davon aus, dass er sich in einer Tiefgarage versteckt hat.

Für alle Nachrichten ab Samstag, 30. Juli haben wir hier einen neuen News-Ticker für Sie eingerichtet.

16.23 Uhr: Nach dem neunfachen Mord in München wurde ein Jugendlicher nahe Ludwigsburg festgenommen, womöglich plante auch er einen Amoklauf. Nach Informationen des Spiegel veröffentlichte er im Internet verstörende Bilder und Kommentare. Dem Blatt zufolge habe der Jugendliche unter dem Namen "Diabolischer Psychopath" ("Diabolic Psychopath") auf der Plattform Instagram Fotos von Messern, Schusswaffen und offenbar selbst gebauten Bomben hochgeladen und dazu alle chemischen Bestandteile angegeben.

Das Video einer explodierenden Bombe kommentierte er dem Magazin zufolge auf Englisch: "Ich wünschte, ich könnte meine Brandbomben an einem lebendigen Körper testen. Ich würde so gerne die verbrannte Haut und den Ruß auf dem Fleisch sehen." Daneben stellte er einen Smiley mit Herzaugen.

15.42 Uhr: Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) hat am Freitag einen Spiegel-Bericht dementiert, nach dem der 18-jährige Amokschütze zwei Pistolen gehabt haben soll. „Weder bei der Staatsanwaltschaft noch der Sonderkommission haben sich Zeugen gemeldet, die bei dem Amokläufer eine zweite Waffe gesehen haben“, erklärte LKA-Sprecher Ludwig Waldinger.

15.28 Uhr: Über die letzten Stunden des Amokläufers von München ist weiterhin wenig bekannt. Der Polizeifunk an jenem Freitagabend gibt Einblicke in die letzten Sekunden im Leben des Ali David S.

15.02 Uhr: Überdurchschnittlich viele junge Leute haben sich nach dem Amoklauf des 18-Jährigen beim OEZ mit ihren Sorgen bei der Münchner Telefonseelsorge gemeldet. In ihren Familien finden sie oft keine Hilfe.

13.13 Uhr: Die Zivilbeamten hätte man nicht erkannt und erschossen haben sie den Amokläufer ja auch nicht: So in etwa lässt sich die Kritik an der Münchner Polizei nach dem Amoklauf im OEZ zusammenfassen. Die will die Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen und wehrt sich nun gegen die Kritiker.

12.24 Uhr: Die Opfer des Amoklaufs von München sollen ein Denkmal direkt am Tatort Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) erhalten. Einen entsprechenden Antrag haben mehrere Fraktionen des Stadtrates gestellt, wie die Rathaus-SPD am Freitag mitteilte. „Wir möchten auf dem Denkmal die Namen der Opfer nennen und auch der Polizei und den Hilfskräften danken“, sagte Katja Budich, Sprecherin der SPD-Fraktion.

Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr sieht "Verbesserungspotenzial"

10.35 Uhr: Nach dem Amoklauf sieht der damalige Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr, Stephan Rudolph, Verbesserungsbedarf. „Ich sehe insbesondere im Training Verbesserungspotenzial, dass man das speziell für die Terrorgeschichte noch verstärkt trainiert mit allen Beteiligten“, sagte der 49-Jährige am Freitag.

Der Einsatz am Freitag vergangener Woche sei ganz gut gelaufen. „Ich bin aber auch sicher, dass man im Nachhinein konstruktiv-sachliche Gespräche führen muss, was kann man noch verbessern, wo gibt es noch Verbesserungspotenzial in der Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten und insbesondere vor dem Hintergrund dieser Terrorgefahr.“

Obwohl es nur am Olympia-Einkaufszentrum tatsächlich Schüsse gab, verbreiteten sich Gerüchte über Anschläge an anderen Orten der Stadt. Deshalb war die Polizei anfangs von einer Terrorlage ausgegangen. Als Blaupause für einen echten Terrorfall sieht Rudolph den Einsatz aber nicht. Das sei schwierig, „weil jeder Einsatz anders ist“, sagte er. „Insbesondere in solchen Situationen, die sehr dynamisch sind und wo man eigentlich nicht genau abschätzen kann, was passiert.“

10.19 Uhr: Der Amoklauf war noch nicht zu Ende - schon schossen die ersten kruden Theorien ins Kraut. Was ist Fakt, was Fake? 

Drei der gängigsten Verschwörungstheorien zum Amoklauf und ihre Auflösung.

9.48 Uhr: Die gefährlichen Freunde des Ali David S.: Die beiden Jugendlichen, die in Kontakt mit dem Münchner Amokläufer standen, befinden sich nun in psychiatrischen Einrichtungen. Das berichtet die SZ. Der 15-Jährige aus Ludwigsburg, der mit dem Täter via Chat über Gewalttaten kommuniziert hatte, hatte offenbar einen Amoklauf an seiner Schule geplant.

Der 16-jährige Münchner, der am Sonntag in Laim festgenommen worden war, hegte ähnlich wie der Attentäter Amokfantasien und traf sich kurz vor der Tat mit David S. am OEZ. Bei beiden Jugendlichen, so entschieden die Ermittlungsrichter, reichten die Gründe für eine Untersuchungshaft nicht aus. 

9.20 Uhr: Was hat den Ali David S. zu seiner Tat am OEZ getrieben? Die Ermittler können jeden Tag weitere Fragen beantworten. Vieles ist aber weiterhin offen, zum Beispiel der genaue Vorname des Amokläufers von München.

Amoklauf in München: Das geschah am Mittwoch

15.50 Uhr: Für ihre Live-Begleitung des Amoklaufs von München mussten ARD und ZDF viel Kritik einstecken. Wie stehen die beiden Sender zur Forderung nach einem Nachrichtenkanal? Die Antwort von ARD und ZDF gibt's hier.

Der Amokläufer von München: Offenbar tauschte er sich intensiv mit Freunden über Amok-Fantasien aus.

15.14 Uhr: Auch zu dem Video, das den Täter vor dem McDonalds-Restaurant zeigt, gibt es Neuigkeiten: Das LKA gibt an, den Urheber des Videos zu kennen und bereits vernommen zu haben. "Hier handelt es sich um einen zufällig am Tatort anwesenden Münchner, der seine Handykamera einschaltete, als er die Schreie und Schüsse hörte." Er habe sich danach selbst bei der Polizei gemeldet.

12.40 Uhr: Erste neuere Erkenntnisse gibt es demnach zu dem bislang unklaren etwa zweistündigen Aufenthalt des Amokschützen zwischen seinen Schüssen und seinem Suizid. So hätten sowohl ein Spürhund als auch Aufnahmen von Zeugen sowie Zeugenaussagen Hinweise darauf gegeben, dass der 18-Jährige sich in dieser Zeit in dem Bereich aufhielt, in dem er sich am Ende selbst erschoss. Der Hund habe zudem eine Spur in einem dort gelegenen Tiefgaragenkomplex gefunden.

12.38 Uhr: Nach dem Amoklauf von München bearbeitet die Sonderkommission noch 1750 Hinweise zu dem Fall. Es seien auch von Zeugen mehr als tausend Dateien wie etwa Filme und Fotos in das Uploadportal der Polizei hochgeladen worden, teilte das Bayerische Landeskriminalamt am Donnerstag mit. 

15-Jähriger aus Ludwigsburg hatte konkrete Amokpläne

12.38 Uhr: Der in Baden-Württemberg festgenommene Jugendliche hat nach Erkenntnissen von Ermittlern konkrete Überlegungen für einen Amoklauf an seiner Schule angestellt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Sicherheitskreisen. Demnach beschaffte sich der 15-Jährige aus dem Kreis Ludwigsburg Fluchtpläne der Schule, eine Schutzweste und Utensilien zur Maskierung.

Der Staatsanwaltschaft Stuttgart zufolge distanzierte er sich aber später von seinen Plänen. Die Polizei war dem 15-Jährigen über einen Internet-Kontakt zum Amokläufer von München auf die Spur gekommen und hatte ihn in der Nacht zum Dienstag festgenommen.

Die Anklagebehörde ermittelt wegen Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz. Bei der Durchsuchung der Wohnung seiner Eltern fanden Beamte auch eine größere Zahl Kleinkaliberpatronen, mehrere Messer und Dolche sowie Zeichnungen mit Amokbezügen. Woher der Jugendliche die Materialien hatte, ist unklar. Ermittler werten derzeit Computer, elektronische Speichermedien und das Handy des 15-Jährigen aus.

12.29 Uhr: Die Möglichkeiten im sogenannten Darknet sind unheimlich – und unbegrenzt. Auftragsmord: 45.000 bis 300.000 Dollar. Ein Bombenanschlag: 5000 bis 40.000 Dollar. Der Amoklauf in München hat die Debatte um illegale Waffenbeschaffung im Internet neu entfacht. Das Bundeskriminalamt (BKA) will einschreiten.

12.15 Uhr: Nach den jüngsten Gewalttaten unterbricht Kanzlerin Angela Merkel ihren Urlaub am Donnerstag für eine Pressekonferenz. Wir berichten im Live-Ticker.

11.49 Uhr: Der Amokläufer von München war nach Erkenntnissen der Ermittler nicht in rechtsextreme Netzwerke verstrickt. Darauf gebe es jedenfalls bislang keine Hinweise, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Donnerstag in Gmund am Tegernsee. Klar sei, dass der 18-Jährige wohl Sympathien für den rechtsextremen norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik hatte. Auch habe er es als „besonders positives Schicksal“ gesehen, dass er am gleichen Tag wie Adolf Hitler Geburtstag hatte. Der 18-Jährige hatte am vergangenen Freitag neun Menschen erschossen. Anschließend tötete er sich selbst.

11.26: Uhr: Die Anschläge und der Amoklauf haben Angst geschürt. Welche Konsequenzen werden aus den schrecklichen Taten gezogen? Die tz hat mit dem ehemaligen Münchner OB Christian Ude gesprochen.

11.21 Uhr: Nach den Anschlägen von Würzburg und Ansbach sowie dem Amoklauf in München hat die Landesregierung eine Aufrüstung der Polizei und eine deutliche Verschärfung ihrer Sicherheitspolitik beschlossen.

11 Uhr:  Was kostet eigentlich ein Hubschraubereinsatz? Die Münchner Polizei warnt im Zusammenhang mit dem Amoklauf erneut eindringlich alle Trittbrettfahrer - und prangert das "widerliche Verhalten" an. Das haben Trittbrettfahrer zu befürchten.

10.56 Uhr: Mit großen Anzeigen in mehreren Tageszeitungen trauern McDonald's Deutschland und das Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München um die Opfer des Amoklaufes. „Dass der Täter in einem unserer Restaurants auf Gäste geschossen hat, macht uns alle fassungslos“, heißt es in der Anzeige von McDonald's. „Wir trauern um die Menschen, die bei der grausamen Tat ihr Leben verloren haben.“

Das Management des OEZ schreibt: „Wir sind zutiefst erschüttert, fassungslos und unendlich traurig über das Geschehene“ und wünsche den Angehörigen der Opfer, den Kunden und Mitarbeitern, die die Tat miterlebt haben, Trost und Kraft. In und vor dem McDonald's und dem OEZ im Münchner Stadtteil Moosach hatte am vergangenen Freitag ein 18-Jähriger neun Menschen erschossen und sich dann selbst getötet.

10.52 Uhr: Freitagabend, kurz vor 17.52 Uhr: Der Amokläufer von München eröffnet das Feuer. Um 22.39 Uhr postet ein junger Muslim einen Appell auf Facebook: "Ich habe lange genug die Klappe gehalten", schreibt er. Seine Botschaft gefällt 88.000 Menschen.

Rassist ohne rechtsextremistisches Tatmotiv?

9.38 Uhr: Die Staatsanwaltschaft geht laut SZ derzeit nicht davon aus, dass David S. wie sein Vorbild aus rechtsextremistischen Motiven gehandelt haben könnte. "Die Auswertung des sichergestellten Materials ist aber noch nicht abgeschlossen", sagt Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch dem Blatt. David S., der Deutsch-Iraner war, schimpfte viel auf Türken und andere Ausländer, schrieb aber kurz vor seiner Tat in einem Chat: "Ich hasse alle Menschen."

9.36 Uhr: Der mögliche Mitwisser des Amokläufers wird in Sicherheitskreisen als "tickende Zeitbombe" bezeichnet - ginge es nach den Ermittlern, wäre er längst in U-Haft. Das berichtet die SZ. Der 16-jährige Afghane war am Sonntagabend in München-Laim festgenommen worden, bald darauf aber wieder freigelassen worden.

9.33 Uhr: Nach der Festnahme eines 15-Jährigen wegen Amokplänen in Baden-Württemberg wollen die Ermittler klären, woher er seine zahlreichen Waffen hatte. „Das Thema Amok ist gebannt“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. „Jetzt geht es daran, die Geschichte weiter aufzuarbeiten.“ Bei der Durchsuchung der Wohnung seiner Eltern hatten Beamte eine größere Zahl Kleinkaliberpatronen sowie mehrere Messer und Dolche gefunden. Der 15-Jährige war in der Nacht zum Dienstag festgenommen worden. Er soll Chat-Kontakt zum Amoktäter von München gehabt und möglicherweise einen Amoklauf an seiner Schule geplant haben.

Von den Plänen soll er sich zwar vor einiger Zeit distanziert haben. Die Ermittler halten eine solche Tat dennoch für möglich. „Man muss schon von einer erheblichen Gefährdungssituation ausgehen“, sagte der Sprecher.

7.03 Uhr: Sommerzeit ist Volksfestzeit - angesichts der aktuellen Ereignisse und der Angst vieler Bürger vor neuem Terror oder einem weiteren Amoklauf überdenken die Verantwortlichen aber noch einmal ihre Sicherheitskonzepte. Ein Überblick.

6.28 Uhr: Viele Münchner haben mit den Ereignissen vom Freitag zu kämpfen, auch aber nicht nur jene, die selbst am OEZ waren. Das Angebot der Telefonseelsorge nehmen deshalb aktuell überdurchschnittlich viele wahr.

Amoklauf in München: Das geschah am Mittwoch

17.50 Uhr: Ein 15-Jähriger aus dem Kreis Ludwigsburg stand im Chatkontakt mit dem Amokläufer von München. Der Jugendliche wurde in der Nacht zum Dienstag wegen einer möglicherweise geplanten Amoktat festgenommen.

16.18 Uhr: Nach dem Amoklauf von München wertet das Bayerische LKA weiter Handys und andere elektronische Geräte aus, die am Tatort zurückgelassen wurden. Sie würden noch auf mögliche Spuren oder Aufnahmen vom Tatgeschehen untersucht, teilten die Ermittler am Mittwoch auf Anfrage mit. Andere Fundsachen könnten dagegen bei der Polizei abgeholt werden. Den Angaben zufolge waren nach der Tat etwa 200 Jacken, Taschen, Rucksäcke und ähnliche Dinge gefunden worden - drei Viertel davon seien inzwischen von ihren Besitzern abgeholt worden. 

16.09 Uhr: Mario Barth äußert sich zu den schrecklichen Ereignissen in Würzburg, München und Nizza - und bekommt dafür von Komiker Michael Mittermeier ordentlich eins auf den Deckel

16.02 Uhr: Menschen aus aller Welt haben den Münchnern nach dem Amoklauf aufmunternde Worte geschickt. Bei einer Aktion der Bürgerbewegung Avaaz wurden am Mittwoch an Passanten auf dem Karlsplatz Botschaften verteilt, die die Organisation in den Tagen zuvor weltweit eingesammelt hatte. „Ich sende euch Liebe, Frieden und die Kraft, die euch hoffentlich den Weg zur Heilung zeigt“, schrieb zum Beispiel eine Amerikanerin. „Die beste Waffe gegen Hass ist Liebe“, war auf einem anderen Blatt zu lesen. An der Aktion beteiligten sich auch Menschen aus Großbritannien, Südafrika und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

„Schmerz kann sich in Hass und Abgrenzung verwandeln“, sagte Avaaz-Kampagnenleiter Christoph Schott. Die bessere Option sei aber, gerade jetzt zusammenzustehen. Die Aktion sollte den Zusammenhalt unterstreichen. Im Gegenzug konnten auch die Münchner Botschaften nach Kabul schicken - dort hatte es kürzlich einen Terroranschlag gegeben. Avaaz hatte ähnliche Aktionen auch nach den Anschlägen von Nizza und Paris auf den Weg gebracht. Die Bewegung engagiert sich außerdem unter anderem in der Klima- und Umweltpolitik.

15.22 Uhr: Angesichts des Amoklaufs im OEZ erscheint das Verhalten mancher Menschen dieser Tage besonders fragwürdig: Am Sonntag hat ein Betrunkener einem Passanten eine Luftdruckpistole an den Kopf gehalten.

Täter hat sich als "Arier" verstanden

14:40 Uhr: Wie die FAZ berichtet, war der Amokläufer von München nicht nur ein rechtsextremer Rassist sondern ein wahrer Hitler-Fan. Demnach sei es für David Ali S. eine "Auszeichnung" gewesen, am gleichen Tag wie Adolf Hitler Geburtstag gehabt zu haben - am 20. April. Die Zeitung beruft sich dabei auf Sicherheitskreise. Als Iraner und Deutscher habe sich S. demnach als "Arier" verstanden und das auch stolz kommuniziert. Der Iran gilt ursprünglich als die Heimat der Arier. Araber und vor allem Türken habe er demnach gehasst. Ihnen gegenüber soll er ein "Hochwertigkeitsgefühl" gehegt haben.

Die Ermittler überprüfen daher nun, ob Ali David S. bei seiner Tat gezielt Menschen mit ausländischer Herkunft getötet hat. Alle neun Opfer hatten einen Migrationshintergrund. Für sein rassistisches Motiv spreche zudem, dass S. noch viel mehr Menschen hätte umbringen können. Immerhin führte er knapp 300 Schuss mit sich.

14.22 Uhr: Stichwort "Darknet": Das Bundeskriminalamt führt derzeit mehr als 80 Verfahren wegen möglichen Waffen- und Sprengstoffhandels im Darknet. BKA-Präsident Holger Münch nannte am Mittwoch in Wiesbaden die Zahl von 85 Verdächtigen. 

14.01 Uhr: Der Amokläufer Ali David S. wurde nach Berichten von Mitschülern über Jahre gemobbt. Welche Rolle spielt Mobbing in der Schule? Wie gut werden seelisch kranke Jugendliche aufgefangen? Hätte Ali David S. früher geholfen werden können? Der Münchner Merkur hat sich zu diesem Thema Gedanken gemacht.

13.56 Uhr: Das Bundeskriminalamt (BKA) hat die Bedeutung des Darknets beim Thema Waffenbeschaffung trotz des Amoklaufs von München zurückhaltend bewertet. Es gebe Waffen in diesem verborgenen und verschlüsselten Bereich des Internets, "allerdings muss man sagen, zum Glück nicht in der Menge, wie es zum Beispiel bei Betäubungsmitteln ist", sagte BKA-Präsident Holger Münch am Mittwoch bei der Vorstellung eines Lagebilds zur Internetkriminalität. Der für den Tod von neun Menschen verantwortliche Amokläufer von München hatte sich im Darknet eine wieder scharf gemachte ehemalige Theaterpistole gekauft. Münch sagte, seit dem Jahr 2013 arbeite das BKA mit entsprechenden Fahndungsmethoden zum Darknet. 

13.29 Uhr: Trittbrettfahrer müssen mit Konsequenzen rechnen: Die Polizei München hat im Zusammenhang mit dem Amoklauf bereits zehn Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Rucksackverbot auf dem Oktoberfest? Das sagen die Wiesnwirte

13.21 Uhr: Auch Ricky Steinberg vom Hofbräuzelt hält das Rucksack-Verbot für eine gute Idee. "Es würde uns weniger Arbeit machen." Erst gestern habe er sich mit seinem Sicherheitschef fürs Zelt getroffen, so Steinberg. "Wir schauen sehr darauf, dass die Leute bei uns sicher sind."

13.19 Uhr: Es gebe weltweit derzeit ein Problem mit Terrorismus, sagt Stephan Kuffler vom Weinzelt. Jeder sei zur Zeit nachdenklich, einen Grund für Panik bezüglich der Wiesn gebe es aber nicht. "Ein Rucksackverbot halte ich aber nicht für das Allerdümmste", so Kuffler.

12.43 Uhr: "Wenn ich in ein Bierzelt gehe, muss ich keinen Rucksack mitnehmen", sagt Löwenbräuzelt-Wirt Wiggerl Hagn. Er plane mehr Personenkontrollen für sein Zelt. Auch gegen einen Zaun hat das Wiesn-Urgestein nichts einzuwenden. "Was der Stadtrat entscheidet, wird von uns getragen."

12.02 Uhr: Auch Peter Inselkammer, Wirt des Armbrustschützenzeltes, hält das Rucksack-Verbot für eine gute Idee. „An besonders vollen Tagen haben wir bisher eh schon keine Rucksäcke im Zelt erlaubt.“ Er glaube fest daran, dass die Wiesn-Besucher sehr sicher seien. Stornierungen gebe es bislang nicht viel mehr als sonst – sondern eher Nachfragen, ob Plätze freigeworden sind. Wichtig sei, dass keine Panik in den Zelten ausbreche. Für Extremsituationen habe das Armbrustschützenzelt, so wie alle anderen Zelte, seit Jahren ein Notfallkonzept.

12 Uhr: Rucksackverbot auf der Wiesn? Jetzt laufen bei der tz die Reaktionen der Wiesnwirte ein! Ein Rucksackverbot diene der Sicherheit der Wiesn. Und über die sollten Experten entscheiden, so der Sprecher der Wiesn-Wirte, Toni Roiderer. "Es operiert ja auch der Chirurg und nicht der Pfleger." Zelt-Mitarbeiter wie Bedienungen könnten beispielsweise Bänder an ihre Rucksäcke bekommen, um diese mit aufs Fest nehmen zu dürfen. Mehr Sicherheitspersonal an den Zelten brauche es nicht. Alleine beim Hackerzelt seien an Freitagen oder Samstagen schon jetzt mehr als 100 Ordner pro Tag im Einsatz. "Jetzt muss zusammengehalten werden – und dann mach‘ ma a schöne Wiesn."

11.48 Uhr: Wegen der Trauerwoche für die Opfer des Amoklaufs am Olympia Einkaufszentrum wird der Beginn der Jakobi-Dult verschoben. Das Fest auf dem Mariahilfplatz öffnet demnach erst am 1. August.

11.24 Uhr: Dienstag Abend alarmierte ein User in einem Internet-Forum die Dortmunder Polizei: Im Einkaufszentrum Thier-Galerie würde er eine Bombe zünden. Kunden und Mitarbeiter wurden in Sicherheit gebracht. Hier der Artikel.

10.49 Uhr: "Wollen sie erschossen werden? Wollen sie denn erschossen werden?" Einer unserer Mitarbeiter war beim Amoklauf vor Ort. Vor dem OEZ haben sich nach dem Amoklauf am Freitagabend wilde Szenen abgespielt. Als Videojournalist war Patrick Steinke vor Ort. Wie er die Ereignisse erlebt hat, sehen Sie hier in Text und Bild.

7.30 Uhr: Die Wiesnwirte haben sich zum geforderten Rucksackverbot auf dem Oktoberfest geäußert - und begrüßen die Überlegungen. Man brauche dort Hunger, Durst und gute Laune, sagte Wirte-Sprecher Toni Roiderer. „So teuer ist die Wiesn nicht, dass man mit einem Rucksack voll Geld hin muss.“

Amoklauf in München: Das geschah am Dienstag

21.50 Uhr: Godel Rosenberg war weit weg während des Amoklaufs von München. Dennoch fühlt sich der frühere CSU-Sprecher mit der Stadt verbunden. Er vergleicht die Situation mit Israel.

21.35  Uhr: Vier Tage nach dem Amoklauf von München nehmen Angehörige Abschied von zwei der Opfer. Dabei machen einige ihrem Unmut über das Verhalten der Stadtoberen Luft.

19.50 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Joachim Gauck werden am kommenden Sonntag zum Trauerakt für die Opfer des Amoklaufs in München erwartet. Beide hätten ihr Kommen zugesagt, teilte ein Sprecher der bayerischen Staatskanzlei am Dienstag auf Anfrage mit. Der Gedenkakt ist im Landtag geplant. Die Staatsregierung, der Landtag und die Stadt München laden dazu ein.

19.10 Uhr: Nach Informationen des Münchner Merkur wird Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag im Bayerischen Landtag an dem Trauerakt für die Opfer des Amoklaufs teilnehmen.

15.44 Uhr: Jetzt äußert sich auch Rainer Maria Schießler (55), Münchner Stadtpfarrer und Bestsellerautor Bezüglich, zur Sicherheitslage in München. Er vertraue weiter den Verantwortlichen in der Politik und bei der Polizei, wie er dem Sender Bayern 1 sagte. Dennoch habe sich natürlich etwas verändert. So dürfte etwa das diesjährige Oktoberfest zu einer „Hochsicherheitswiesn“ werden, meinte der Pfarrer, der regelmäßig als Bedienung in einem der Bierzelte zugunsten sozialer Projekte arbeitet. Dann solle es eben so sein. Man habe die veränderten Bedingungen anzunehmen so wie bei einem Beinbruch, nachdem man längere Zeit auf Krücken gehe. Das sei noch keine Katastrophe.

15.40 Uhr: Die Münchner Verkehrsbetriebe waren auf die Ausnahmesituation am Freitagabend vorbereitet. Sowohl bei Bahn als auch MVG hatten ein Notfallkonzept ausgearbeitet. Was alles dahinter steckte.

15.15 Uhr: Nach dem Amoklauf hat die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) Mitarbeitern von Restaurants und Cafés schnelle Hilfe angeboten. Dabei gehe es zum Beispiel um einen Kontakt zu einem Traumaexperten, teilte die Berufsgenossenschaft am Dienstag in Mannheim mit. Mitarbeiter der BGN seien deshalb bereits im Einkaufszentrum auf möglicherweise Betroffene zugegangen, um sie über die Angebote der Genossenschaft zu informieren. Auch wer nicht körperlich verletzt worden sei, könne Opfer sein - weil er die Geschehnisse nicht mehr aus dem Kopf bekomme. 

14.40: Nach dem Amoklauf von München hat sich der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) für einen Einsatz der Bundeswehr bei Terroranschlägen im Inneren ausgesprochen.

14.34: Nach dem Amoklauf fing am Montag auch an Münchens Schulen die Arbeit an, Kindern und Jugendlichen zu helfen, das Erlebte zu verarbeiten.

Wie sicher ist die Wiesn?

14.25 Uhr: Nach den jüngsten Anschlägen und dem Amoklauf von München kommt das Sicherheitskonzept für das diesjährige Oktoberfest auf den Prüfstand. Dies hat der Ältestenrat des Münchner Stadtrates am Dienstag einstimmig in einer Sondersitzung entschieden. „Mit dieser Entscheidung ist jetzt sichergestellt, dass rechtzeitig alle Maßnahmen getroffen werden, die die Sicherheitsfachleute für nötig erachten, um die Wiesn so sicher wie möglich zu machen“, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der die Sondersitzung kurzfristig einberufen hatte.

14.20 Uhr: Eine Stadt in Angst und Schrecken, doch der Oberbürgermeister sagte lange nichts: Dieter Reiter hielt sich am Freitag und Samstag auffällig zurück. Dass der OB öffentlich zunächst nichts und später wenig sagte, war das Ergebnis einer Absprache. Hier geht's zum Artikel.

13:58 Uhr: Mehrere hundert Menschen haben am Dienstag bei einer islamischen Gedenkfeier in München der neun Opfer des Amoklaufs gedacht. Sieben Opfer des Amokläufers, der sich nach der Tat am Freitag selbst erschossen hatte, waren muslimischen Glaubens. Aykan Inan, stellvertretender Vorsitzender der türkischen Glaubensgemeinde, betonte, dass man hier aller neun Opfer gedenke, denn die „Religionen halten zusammen in München“. Gekommen waren auch die Familien zweier Opfer, eines 15-jährigen Jugendlichen und einer 45-jährigen Frau. An den Särgen der beiden kam es zu erschütternden Szenen der Trauer.

13:48 Uhr: Das beliebte Open Air "Oper für Alle" in München am Sonntag wird abgesagt. Der Grund: Zeitgleich finden Gedenkgottesdienst und Trauerakt für die Opfer des Amoklaufs statt.

12.46 Uhr: Was hat der Täter in der Zeit zwischen 18.15 Uhr und 20.30 Uhr gemacht? Die Ermittler stehen vor einem Rätsel. Nach tz-Informationen hatte Ali David S. Zeit, sein T-Shirt zu wechseln. 

Freigelassener Mitwisser: Staatsanwaltschaft will Beschwerde einlegen

11.42 Uhr: Die Staatsanwaltschaft will Beschwerde gegen die Freilassung des mutmaßlichen Mitwissers des Amok-Schützen von München einlegen. Der Ermittlungsrichter hatte keine Verdunkelungsgefahr und somit keinen Haftgrund festgestellt - die Ermittler sehen das anders, wie Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Dienstag sagte. Gegen den 16-Jährigen wird wegen Nichtanzeigens einer Straftat ermittelt, weil er möglicherweise von dem geplanten Amoklauf wusste.

Nach Angaben der Ermittler hat er sich im Bereich des Tatorts mit dem 18-Jährigen getroffen, kurz bevor dieser am Freitag neun Menschen und anschließend sich selbst erschoss. Der 16-Jährige wurde am Sonntag festgenommen, später aber wieder freigelassen.

11.38 Uhr: An die Massenpanik im Hofbräuhaus erinnert nur noch ein notdürftig repariertes Fenster. Ganz anders als im Biergarten geht es im Fundbüro des Wirtshauses zu: Hier wird immer mehr Platz frei.

11.36 Uhr: Kim McMahon aus Pullach hat das Bild gemalt, das nach dem Amoklauf zum Symbol des trauernden Münchens geworden ist. Hier erzählt die 18-Jährige, was sie zu der Zeichnung bewegte.

10.54 Uhr: Für die Opfer des Münchner Amoklaufs findet am heutigen Dienstag, 11 Uhr, eine gemeinsame islamische Gedenkfeier statt. Ort: DITIB Gemeindezentrum München.

9.50 Uhr: Es begann mit einer kurzen Nachricht. "Hallo, ich suche nach einer Glock 17 mit insgesamt 250 Schuss Munition", schrieb der Nutzer, der sich "Maurächer" nannte. "Falls möglich" nähme er auch gerne "Ersatzmagazine". Er sei bereit zwischen 2300 und 2600 Euro für die Waffe zu bezahlen. "Dennoch soll der Verkäufer den Endpreis entscheiden", hinterließ "Maurächer". Der Spiegel beruft sich auf diese Dokumente und schreibt, dass viel darauf hindeute, dass es sich bei  "Maurächer" um Ali David S. handelt: Der Amokläufer von München. Die Nachricht soll vom 8. Dezember 2015 stammen.

Die Protokolle aus dem Darknet zeigen laut Spiegel zudem, dass sich "Maurächer" im Oktober mit der Frage beschäftigt hatte, wie er seine Kommunikation am besten tarnen könnte. Er habe damals nach Hilfe gesucht, weil er Messenger-Dienste mit starker Verschlüsselung auf seinem Rechner installieren wollte.  Wenige Tage später habe er sich dann nach einer Packstation erkundigt - dorthin wollte er an einen falschen Namen liefern lassen.

8.07 Uhr: Braucht Deutschland nach dem Anschlag von Ansbach und den Amokläufen von Würzburg und München eine Abkehr von der Willkommenskultur? Wenn es nach Politikern von CDU und SPD geht: ja.

Amoklauf in München: Das geschah am Montag

21.38 Uhr: Im Interview mit dem Münchner Merkur spricht der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) über Angst, die bisherige Abschiebepraxis - und wie Gefahren künftig minimiert werden können.

19.23 Uhr: Bei der Durchsuchung der Wohnung des 16-jährigen Mitwissers fand die Polizei laut Kriminaldirektor Hermann Utz legale Softair-Waffen. Ob der Afghane auch hinter einem dubiosen Facebook-Beitrag steckt, mit dem jemand von einem gefälschten oder gehackten Zugang aus am Sonntag Menschen zum Mathäser-Filmpalast locken wollte, prüft die Polizei. Der Beitrag hatte ein ähnliches Muster wie derjenige von S. am Freitag. 

Unterdessen sagte der Aschaffenburger Kinder- und Jugendpsychiater Götz-Erik Trott dem Nachrichtenmagazin „Focus“, dass die Wutrede des Nachbarn Thomas Salbey möglicherweise den Amoklauf, bei dem S. neun Menschen erschoss, beendet haben könnte. „Der Disput war für den Amokläufer sicher ein massiver Störfaktor.“

18.58 Uhr: Zu Beginn des Amoklaufs denkt Azad Adnan an den IS-Terror. Dann sieht er Täter Ali David S. und bemerkt: Der 18-Jährige verschonte einige Menschen.

Was der Pizzabäcker sonst noch berichtet

18.56 Uhr: Nur drei Tage nach dem Amoklauf mit neun Opfern hat das OEZ am Montag wieder geöffnet. Wie schwierig die Rückkehr der Mitarbeiter in den Alltag ist, lesen Sie hier. 

18.52 Uhr: Wie genau verlief der Amoklauf am Freitag? In einem Video haben wir den Weg des Täters nachgezeichnet.

18.20 Uhr: Die Stadt hat im Rathaus ein Kondolenzbuch für die Opfer des Amoklaufs ausgelegt. Im OEZ ist bereits Eines. Es wird Trauernden und Gedenkenden die ganze Woche zur Verfügung stehen.   

17.43 Uhr: Der Amoklauf in Winnenden 2009 war schrecklich und hat die Seelen vieler Menschen extrem belastet. Die Kollegen von "echo24" aus Heilbronn haben in Winnenden Reaktionen zum Amoklauf in München gesammelt. Auch Astrid Hahn, damals Rektorin an der betroffenen Albertville-Realschule, kommt zu Wort.

16.56 Uhr:  Das OEZ ist seit Freitagabend Schlagwort für Leid, Panik, Tod. Seit Montag hat das Olympia-Einkaufszentrum wieder geöffnet. Eine Reportage vom Ort des Unglücks: Zum Artikel.

16.53 Uhr: Der TSV 1860 München sagte daher sein Fanfest am Sonntag, 24. Juli, ab. Jetzt steht aber der Nachholtermin fest. "Der TSV 1860 München lädt alle Sechzger – Groß und Klein, aus Nah und Fern – am kommenden Sonntag, 31. Juli 2016, zum Löwen-Fanfest ans Trainingsgelände in der Grünwalder Straße 114 ein", teilt der Verein mit.

16.10 Uhr: Die McDonald's-Filiale, in der der Münchner Amoklauf seinen Anfang nahm, bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Das erklärte die deutsche Tochtergesellschaft der US-Schnellrestaurantkette. „Dass der Täter unter anderem in unserem Restaurant an der Hanauer Straße kaltblütig auf Menschen geschossen hat, macht uns fassungslos“, erklärte Vorstandschef Holger Beeck.

„Die Tat und ihre schrecklichen Folgen haben uns tief erschüttert. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien. Wir trauern mit ihnen“, sagte der Manager.

Vor einer Wiedereröffnung soll die Filiale umgebaut werden. „Klar ist zudem bereits jetzt, dass das Restaurant in der jetzigen Form nicht wiedereröffnet wird“, erläuterte ein Sprecher am Montag. „Details für einen Umbau gibt es aber noch nicht.“

15.48 Uhr: Der 16-jährige Mitwisser ist wieder frei! Nach seiner Festnahme und Vernehmung mussten die Ermittler den Jugendlichen wieder frei lassen. Das bestätigte ein Sprecher unserer Onlineredaktion. Der Haftbefehl sei abgelehnt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I. Gegen den 16-Jährigen wird wegen des „Nichtanzeigens einer Straftat“ ermittelt, weil er möglicherweise von dem geplanten Amoklauf wusste. Die Staatsanwaltschaft hatte den Haftbefehl unter anderem wegen Verdunkelungsgefahr beantragt. Der Ermittlungsrichter sah laut der Behörde aber keinen dringenden Tatverdacht und auch keinen Haftgrund. Der 16-Jährige war am Sonntag um 19.15 Uhr festgenommen worden. Nach Angaben der Ermittler hatte er sich kurz vor der Tat mit dem Amokschützen im Bereich des Tatorts getroffen, möglicherweise hatte er auch von dessen Waffe gewusst.

15.00 Uhr: Wie der Express berichtet, sorgt seit Sonntagabend eine Nachricht auf Facebook in Köln für Unsicherheit. Darin heißt es: „Hallo Schwester, komm morgen Friesenplatz Köln 17.15 Uhr holl noch am besten paar Freunde mit Wird richtig geil : )“ Die Nachricht erinnert an den Münchner Amokläufer Ali David S. (†18), der ebenfalls über Facebook aufrief, sich am Olympia-Einkaufszentrum zu versammeln. Anschließend tötete er neun Menschen. Droht Köln jetzt das gleiche Schicksal? Nein! Die Polizei geht von einem Trittbrettfahrer aus, der die Angst der Menschen schonungslos ausnutzt. „In solch unsicheren Zeiten Panik zu schüren, ist gar nicht gut“, erklärte ein Sprecher. Trotzdem würde jede Nachricht ernst genommen und geprüft. Die Beamten konnten den Absender der Fake-Nachricht mittlerweile identifizieren und aufsuchen. Die Hintergründe, was ihn zu der Nachricht bewegte, werden jetzt genau geprüft. „Er wird natürlich zur Rede gestellt“, erklärte der Sprecher.

14.08 Uhr: Nach dem Amoklauf am Freitag und der Explosion in Ansbach will die Stadt München in Sachen Oktoberfest nicht zur Tagesordnung übergehen. Aufgrund der vielfachen Medienanfragen erklärt der Leiter des Referats für Arbeit und Wirtschaft, Bürgermeister Josef Schmid, am Montag:

„Ansbach zeigt, wie wichtig effiziente Zugangskontrollen bei öffentlichen Veranstaltungen sind. Das gilt selbstverständlich auch für die Wiesn. Wir brauchen auf der Wiesn eine bessere Kontrolle, wer und was auf das Festgelände kommt. Wirksame Taschenkontrollen, ein Rucksackverbot und weitere denkbare Maßnahmen sind aber nur möglich, wenn das Festgelände jenseits der Zugänge abgesperrt ist." Auch ein Zaun dürfe kein politisches Tabu mehr sein. 

13.42 Uhr: Der Amokläufer Ali David S. wollte weitere Jugendliche zum Tatort locken. Als "Selina A." hatte er geschrieben: "Kommt heute um 16 Uhr Meggi am OEZ ich spendiere euch was wenn ihr wollt aber nicht zu teuer." Als Ismael B. (20, Name geändert) am Freitagnachmittag die Facebook-Einladung zum Gratis-Essen zu McDonald’s erhielt, dachte er an nichts Schlimmes. „Ich ging hin, weil ich Hunger hatte. Am Ende rannte ich um mein Leben“, zitiert die Bild-Zeitung den jungen Mann, der offenbar mit Ali David S. befreundet war. Der Kumpel schildert dem Blatt gegenüber die Szene: "Ich traf Ali gegen 16 Uhr im ersten Stock vom McDonald’s. Er saß in schwarzer Jeans und T-Shirt vor seinem leeren Tablett, führte Selbstgespräche. Der rote Rucksack lag neben ihm." Beim Gang auf die Toilette habe S. ihn noch begrüßt: „Ich führte meine rechte Faust ans Herz, er erwiderte den Gruß.“ Als die beiden sich zwei Stunden später wieder trafen, grüßte S. nicht mehr - er schoss.

13.24 Uhr: Die CSU hat wegen der aktuellen Ereignisse in München und Ansbach die für Montagabend geplante After-Work-Party „Lounge in the City“ abgesagt. Zur großen Sommer-Lounge in der Münchner Nobeldiskothek P1 hatten sich nach Angaben der CSU etwa 2000 Gäste angemeldet. Aus Trauer und Respekt vor den Opfern werde die Veranstaltung ersatzlos gestrichen. „Wir sind in Gedanken bei den Opfern der Tragödien, die sich ereignet haben. Wir trauern mit den Angehörigen und drücken unser tiefstes Beileid und Mitgefühl aus“, hieß es in einer Mitteilung.

13.22 Uhr: Die Münchner Polizei ist im Zuge des Amoklaufs schier mit Anfragen überschüttet worden. Noch immer seien 60.000 sogenannte Tickets nicht abgearbeitet, sagte der Leiter der Pressestelle, Marcus da Gloria Martins, am Montag. Das Präsidium kommuniziert etwa über Twitter und Facebook mit der Bevölkerung. Die sozialen Medien seien zwar eine Quelle der Erkenntnis, sagte da Gloria Martins. „Aber in allgemeiner Konfusion der Lage auch Katalysator für Unsicherheit.“ Im Zusammenhang mit dem Amoklauf hatten sich Gerüchte über weitere Taten in der Stadt gemehrt, sie hatten sich aber nicht bestätigt.

13.03 Uhr: Der Bundesverband der deutschen Games-Branche e.V. (GAME), trauert mit den Betroffenen und Angehörigen der Gewalttat in München. In einer Pressemitteilung verurteilt der Verband "jegliche Form von Gewalt, wünscht allen Verletzten schnellstmögliche Genesung und spricht allen Angehörigen und Betroffenen Mitgefühl aus". In der Mitteilung heißt es: "Im Zuge der medialen Nachberichterstattung, aber auch der politischen Nachbetrachtung der Ereignisse fordert der GAME Bundesverband damit aufzuhören, Computer- und Videospiele für derartige Gewalttaten verantwortlich zu machen."

12.50 Uhr: Wegen des Amoklaufs am Freitagabend: Fußball-Nationalspieler Mario Gomez hat seine Hochzeitsfeier verschieben müssen.

12.49: Die Bundeswehr hat nach dem Amoklauf in München rund 100 Militärpolizisten und Sanitäter in Bereitschaft versetzt. Dieser Schritt sei von Generalinspekteur Volker Wieker mit Vollmacht von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vorsorglich veranlasst worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag in Berlin. „Gerade bei so einer Lage, wo es um den Schutz der Bevölkerung geht, ist Schnelligkeit wichtig.

Polizei: Amokläufer bewegte sich wie in einem Computerspiel

12.44 Uhr: Der Amokläufer von München hat nach Angaben der Polizei mehrere Opfer mit Kopfschüssen getötet und sich dabei vermutlich an Killerspielen orientiert. „Mein Eindruck war, der hat sich wie in einem Computerspiel bewegt“, sagte Kriminaldirektor Hermann Utz am Montag. Der 18-jährige Täter habe seine Opfer regelrecht hingerichtet.

12.40 Uhr: Der Amoklauf von München zeigt, Fernsehreporter geraten durch die sozialen Netzwerke unter Zeitdruck. Was folgt, ist Kritik über spekulative Nachrichten und Panikmache. Ist das berechtigt? Hier geht's zum Artikel.

12.34 Uhr: Über die Fernsehberichterstattung zum Amoklauf von München am Freitagabend: Ein Gespräch mit dem Berliner Medienpsychologen Jo Groebel.

12.32 Uhr: Am Freitag erlebte die Stadt einen der traurigsten Tage ihrer Geschichte. Wir zeigen, wie die Stunden in Kliniken, Innenstadt und Kindergarten verliefen.

12.31 Uhr: Angeblich wollte der Täter dem 16-Jährigen noch den Inhalt seines Rucksacks zeigen. Es kam aber nicht dazu, weil zu viele Passanten unterwegs waren. Das sagt Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch.

Das Wichtigste aus der Pressekonferenz

12.02 Uhr: Der mutmaßliche Mitwisser des Münchner Amokläufers hat sich nach Angaben der Ermittler kurz vor der Tat mit dem Schützen im Bereich des Tatorts getroffen. Dies gehe aus einer WhatsApp-Kommunikation des 16-jährigen Freundes des Amokläufers mit dem Täter hervor, teilte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Montag in München mit. Der 16-Jährige habe diesen Chat zwar zu löschen versucht, aber die Polizei habe den Verlauf der Kommunikation wiederhergestellt.

Die Ermittler gehen zudem davon aus, dass der 16-Jährige gewusst habe, dass der Amokschütze im Besitz einer Waffe war. Deshalb - wegen der Anwesenheit am Tatort und einer möglichen Kenntnis von der Waffe - gehen sie davon aus, „dass er etwas von der Tat gewusst haben könnte“.

Der 16-Jährige war am Sonntagabend festgenommen worden. Er hatte sich bei vorhergehenden Befragungen durch die Ermittler in Widersprüche verwickelt. Er soll nun dem Haftrichter vorgeführt werden - wegen des Verdachts des „Nichtanzeigens einer Straftat“.

Der 16-Jährige soll den Amokläufer im vergangenen Jahr in der Psychiatrie kennengelernt haben. Dort sei ihm bekannt geworden, dass der Täter vom Freitag den norwegischen Massenmörder Breivik verehrt habe, sagte Steinkraus-Koch. Dort habe der Amokläufer demnach auch geäußert, „er hätte einen Hass auf Menschen“.

11.52 Uhr: Polizeisprecher Martins: Weihnachtsmann vor dem OEZ inzwischen identifiziert. Es war eine PR-Aktion.

11.51 Uhr: Und weiter: "Der Täter und der 16-Jährige haben über solche Gewaltfantasien kommuniziert."

11.50 Uhr: Steinkraus-Koch: "Wo war der Täter in den zweieinhalb Stunden vor seinem Selbstmord? Wir versuchen, seinen Weg ganz genau zu rekonstruieren. Können aber noch nichts genaues sagen." 

11.48 Uhr: Offenbar befinden sich keine Verletzten mehr in Lebensgefahr.

11. 46 Uhr: Martins: "Gerüchte über soziale Medien haben unsere Arbeit extrem erschwert."

11.43 Uhr: Steinkraus-Koch: "Wir haben heute beim Ermittlungsrichter Haftbefehl beantragt." Der Grund: Nichtanzeigen einer Straftat.

11.39 Uhr: Hermann Utz, Leitender Kriminaldirektor: "Wir haben uns gefragt, warum holt er gerade diesen 16-Jährigen ans OEZ? Das war eine Leitfrage. Hier haben sich zwei Einzelgänger getroffen." 

11.37 Uhr: Die Ermittler haben den Verdacht, dass sich der Täter und der 16-jährige Mitwisser am Tatort getroffen haben. Sie haben sich offenbar über einen Whatsapp-Chat kommuniziert. Der 16-Jährige hat den Chat offenbar gelöscht, die Polizei konnte ihn aber wieder herstellen. 

11.35 Uhr: Staatsanwalt Steinkraus-Koch erklärt, dass der 16-Jährige etwas von der Tat gewusst haben könnte. In diesem Zusammenhang wird jetzt ermittelt.

11.24 Uhr: Gleich beginnt die Pressekonferenz der Münchner Polizei. Gestern Abend hat ein Spezialeinsatzkommando der Polizei einen 16-jährigen Afghanen festgenommen. Er ist ein Freund des Amokläufers und soll in die Pläne eingeweiht gewesen sein. Die beiden hatten sich in der Psychiatrie kennengelernt.

Rucksackverbot auf der Wiesn?

11.17 Uhr: Nach dem Amoklauf von München hat der Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt, Dieter Reiter (SPD), ein Rucksackverbot auf dem Oktoberfest ins Gespräch gebracht. Neben intensiveren Kontrollen von Taschen und Rucksäcken könne vielleicht "sogar über ein Verbot von Rucksäcken" nachgedacht werden, sagte Reiter am Montag im Bayerischen Rundfunk. "Ich glaube, die Menschen haben für so was Verständnis."

11 Uhr: Der Amoklauf lässt Bayern nicht los. Jetzt berichtet der Radiosender Bayern 1, dass die berühmten Bayreuther Festspiele in diesem Jahr ohne roten Teppich und den traditionellen Staatsempfang stattfinden. "Unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl gehören in dieser schweren Stunde den Angehörigen der Opfer des Amoklaufs.", sagte Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe dem Radiosender.

10.40 Uhr: München steht zusammen. tz.de-Leserreporter Franz Gall hat eine Gedenkveranstaltung an die Opfer des Amoklaufs gefilmt. Sie fand gestern symbolisch am Friedensengel statt.

10.36 Uhr: Münchens ehemaliger Vize-Polizeichef Robert Kopp äußert sich in einem Statement zu den "schrecklichen Ereignissen innerhalb von wenigen Tagen." Anschlag in Nizza, Terrorattacke in Würzburg, Amoklauf in München und heute Nacht ein Selbstmordanschlag in Ansbach, zählt der jetzige Rosenheimer Polizeipräsident auf, "auch wir Polizeibeamte gedenken den getöteten Menschen, fühlen mit den Verletzten und Angehörigen der Opfer." Kopp sagt aber auch: "Angst und Furcht dürfen unser Leben nicht dominieren."

10.04 Uhr: Heute um 11.30 Uhr gibt es eine Pressekonferenz zur gestrigen Festnahme des 16-jährigen Afghanen. Das teilte die Polizei vor wenigen Minuten mit. Wir berichten zu gegebener Zeit im Ticker und Live-Stream.

10.03 Uhr: tz-Reporter Andreas Thieme ist ebenfalls vor Ort. Er berichtet: Morgen bieten die Seelsorger eine Info-Veranstaltung für alle Mitarbeiter des OEZ an. 16 Uhr in der Pfarrei St. Martin, Blauener Straße 9. Das gab Hermann Saur (60), Leiter der Notfallseelsorge der Erzdiözese München und Freising, eben bekannt.

10 Uhr: Seine Aufgabe ist es heute, Ansprechpartner zu sein. Der Körper reagiert völlig normal auf diese unnormalen Ereignisse, weiß Ibler aus Erfahrung. "Die Schlafphasen verändern sich, man fühlt sich nicht mehr in der Realität." Ibler und seine Kollegen nehmen den traumatisierten Menschen diese Angst.

Michael Ibler, Notfallseelsorger

9.59 Uhr: Michael Ibler (58) ist Notfallseelsorger - heute im OEZ. Er sagt: "Es sind heute sehr viele über die Schwelle von zu Hause hier her gekommen. Das zeugt von großer Stärke und Persönlichkeit." Ibler spricht von großer Solidarität der Münchnerinnen und Münchner in diesen Tagen. "Ein Schulterschluss!"

9.45 Uhr: Die Menschen liegen sich in den Armen, weinen miteinander. Gemeinsame Trauer bestimmt heute das Geschehen im OEZ. Die gesamte Woche wird ein Kondolenzbuch im OEZ ausliegen.

9.40 Uhr: Ein Geistlicher tritt ans Mikrofon: "Wir müssen wieder zurückfinden an diesen Ort. Wir Münchner lassen uns diesen Ort nicht nehmen. Seit Freitag ist es auch ein Ort der Trauer."

Trauernde brechen während des Gottesdienst in Tränen aus

9.39 Uhr: Viele Trauernde brechen während des Gedenkgottesdienstes in Tränen aus. Den ganzen Tag wird das KIT (Kriseninterventionsteam) im OEZ sein und sich um die Angestellten kümmern.

9.36 Uhr: Zur Stunde läuft ein Gedenkgottesdienst. "Zuerst hat er acht Menschen erschossen, und dann kam er zu uns und tötete einen weiteren", sagt ein Sprecher zu Beginn des Gedenkgottesdienstes. "Eine sinnlose Tat, die niemand vorhersehen konnte."

9.32 Uhr: "Stimmung ist sehr, sehr ruhig, schon ein mulmiges Gefühl. Die ersten Besucher schleichen andächtig durch die Gänge", berichtet unser Reporter Johannes Heininger. 

9.31 Uhr: "Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wir alle haben ein schweres Wochenende hinter uns", tönt es vor wenigen Augenblicken durch die Lautsprecher. Bevor das OEZ wieder in den "Normalbetrieb" übergeht, steht um 9.30 Uhr ein Gedenkgottesdienst an.

Besucher betreten das OEZ.

9.24 Uhr: Die ersten Besucher betreten das OEZ. Um 10 Uhr sperren die ersten Läden wieder auf.

9.16 Uhr: Unsere Reporter sind am OEZ. Heute um 10 Uhr sollen die Läden im Einkaufszentrum wieder geöffnet werden. Reporter Johannes Heininger: "Ist alles noch ziemlich ruhig."

8.37 Uhr: Kampfansage an Trittbrettfahrer: "Wir werden mit allen uns zu Verfügung stehenden Mitteln gegen sogenannte Trittbrettfahrer vorgehen", schreibt die Polizei in einer Meldung. Sie warnt vor Nachahmungstaten und stellt klar, dass polizeiliche Maßnahmen dem Verursacher in völler Höhe in Rechnung gestellt werden.

8.22 Uhr: Wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, hatten sich der 16-Jährige und der Attentäter in der Psychiatrie kennengelernt und angefreundet. Der Afghane soll in die Pläne der 18-jährigen Todesschützen eingeweiht gewesen sein.

Inwieweit er für einen Facebook-Aufruf zu einem Treffen in einem Kinokomplex in der Nähe des Hauptbahnhofes verantwortlich ist, müssen die weiteren Ermittlungen ergeben, heißt es weiter.

8.14 Uhr: Was wusste der junge Afghane, der am Sonntagabend in Laim festgenommen wurde? Der 16-Jährige, der ein Freund des Amokäufers von München ist und sich bereits am Freitag bei der Polizei gemeldet hatte, wird weiter verhört. Er hatte sich, so teilt es die Polizei mit, bei seiner Aussage in Widersprüche verstrickt. Gegen ihn wird nun wegen des Verdachts der Nichtanzeige einer geplanten Straftat ermittelt.

Amoklauf in München: Das geschah am Sonntag

21.25 Uhr: Am Sonntagabend hat die Polizei im Zusammenhang mit dem Amoklauf von München die Festnahme eines möglichen Mitwissers gemeldet. Von einem Sondereinsatzkommando wurde in München-Laim ein 16-jähriger Afghane festgenommen, so die Polizei. Der 16-Jährige soll  in einer freundschaftlichen Beziehung zu dem toten 18-jährigen deutschiranischen Amokschützen gestanden haben. Laut Polizei besteht der Verdacht, dass der Jugendliche aus Laim ein möglicher Mitwisser der Tat ist.

19.45 Uhr: Der Polizei und der  Staatsanwaltschaft zufolge hat der 18-jährige Attentäter von München als Schüler unter „sozialen Phobien“ und Depressionen gelitten, war zwei Monate in stationärer, später in ambulanter Behandlung, zuletzt im Juni. In seiner Wohnung wurden auch Medikamente gefunden.

17.16 Uhr: Fast alle Todesopfer des schrecklichen Amoklaufes von München hatten ihr Leben noch vor sich. Am Sonntag gab das Landeskriminalamt noch einmal einen Überblick bekannt, wer durch die Schüsse des 18-Jährigen Amokläufers ums Leben kam. Die traurige Liste nach Angaben des bayerischen Landeskriminalamts: eine 14-jährige Deutsche, eine 14-Jährige Staatenlose, ein 14-Jähriger Deutsch-Türke, ein 15-jähriger Ungar, ein 15-jähriger Deutsch-Türke, ein 17-jähriger Grieche, ein 19-jähriger Deutscher, ein 20-jähriger Kosovare, eine 45-jährige Türkin.

16.45 Uhr: Die Bluttat von München hat eine Debatte über den Umgang mit Waffen ausgelöst. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) schloss Verschärfungen des Waffenrechts nicht aus, die SPD verlangte mehr Anstrengungen gegen den illegalen Handel im Internet. Forderungen aus der Union nach dem Einsatz der Bundeswehr im Innern bei Terrorlagen stießen bei SPD und Opposition auf Widerspruch.

De Maizière sagte der "Bild am Sonntag", zunächst müsse ermittelt werden, wie sich der 18-jährige Todesschütze die Waffe beschafft habe. "Dann müssen wir sehr sorgfältig prüfen, ob und gegebenenfalls wo es noch gesetzlichen Handlungsbedarf gibt." Die deutschen Waffengesetze seien allerdings jetzt schon "sehr streng". 

15.59 Uhr: Einen Tag nach dem Münchner Amoklauf kaufen sich Jugendliche mehrere Softairpistolen - und halten sich die Waffen an den Kopf. Die Polizei weiß zunächst nicht, dass es sich um Spielzeugwaffen handelt.

15.44 Uhr: Hier eine Zusammenfassung der Erkenntnisse der Ermittler, über die soeben bei der Pressekonferenz berichtet wurde.

15.14 Uhr: Hüseyin Bayri fuhr am Freitag mit dem Fahrrad am OEZ vorbei, als Amokläufer Ali S. plötzlich das Feuer eröffnete. Knapp einen Meter vor Bayri fuhr ein Junge, der von Schüssen niedergestreckt wurde.

Amoklauf in München: LKA und Staatsanwaltschaft berichten über "Manifest" des Täters

15.02 Uhr: Das war es erst einmal mit der PK des LKA und der Staatsanwaltschaft.

15.01 Uhr: Das Prüfzeichen auf der Waffe (Slowakei) muss nichts aussagen. Über die Details des Tathergangs will das LKA noch keine Angaben machen.

14.59 Uhr: Noch einmal: Der Täter wurde nicht von einer Kugel der Polizei getroffen.

14.53 Uhr: Zu den Schusswunden will die Staatsanwaltschaft aus Pietätsgründen keine Angaben machen.

14.51 Uhr: Die Ergebnisse der toxikologischen Tests werden erst in einigen Wochen verfügbar sein.

14.50 Uhr: Der Täter wollte auch über den Facebook-Messenger Leute einladen. Das Smartphone muss noch überprüft werden. Der Account wurde schon im Mai eingerichtet.

14.47 Uhr: Um 20.28 Uhr kam die erste Meldung über den Suizid des Täters.

14.46 Uhr: Auf dem Computer wurden Hinweise für ein Befassen mit der Tat von Anders Breivik gefunden. Nicht aber das Manifest des Norwegers.

14.44 Uhr: Fünf Menschen kamen in dem McDonalds ums Leben. Zwei Personen starben vor dem Schnellrestaurant. Eine Person starb vor einem Technik-Laden und eine in der Haupthalle des OEZ.

14.42 Uhr: Die Polizei will weiterhin, dass Menschen anrufen, wenn ihnen etwas ungewöhnlich vorkommt. Fehlmeldungen müsse man eben hinnehmen.

14.40 Uhr: Die Waffe wurde vermutlich noch vor dem Kauf im Darknet scharf gemacht.

14.38 Uhr: Der Vater von Ali S. erkannte seinen Sohn auf einem der früh herumgeisternden Videos. Er ging daraufhin zu einer Polizeiinspektion und erklärte sich den Beamten. Bei der Durchsuchung des OEZ trafen die Beamten nicht auf den Täter.

14.37 Uhr: Der Täter litt möglicherweise unter ADS. Dies muss aber noch bestätigt werden. Die Tatwaffe stammte möglicherweise aus der Slowakei.

14.34 Uhr: Zu den vielen Hinweisen zu angeblichen weiteren Tatorten: Die Polizei kann sich das nur durch das "Flüsterpostprinzip" erklären und durch die Angst der Menschen. Die Überprüfungen konnten die Hinweise samt und sonders nicht bestätigen.

14.32 Uhr: Wie konnte der Täter so schnell nachladen und übte er den Umgang mit der Pistole? Er hatte zwei Magazine mit einem Fassungsvermögen von jeweils 17 Patronen mit sich. Er lud wohl auf dem Parkdeck des OEZ nach.

14.28 Uhr: Fotos auf der Digitalkamera des Täters beweisen seinen Ausflug nach Winnenden. Über Begleitpersonen kann man dabei keinen Aufschluss ziehen. Die Zivilpolizisten, die auf Ali S. trafen, waren eine normale Streife, die am schnellsten am Tatort war.

14.25 Uhr: Ali S. war 2015 zwei Monate in stationärer Behandlung, danach ambulant. Er litt unter Angstzuständen der Art "sozialer Phobie", zu denen noch Depressionen kamen.

14.24 Uhr: Ob der Selbstmord zum Tatplan gehörte, lässt sich derzeit nicht sagen. Im Zimmer des Täters wurde keine weitere Munition gefunden.

14.22 Uhr: Der Täter hatte möglicherweise Kontakt zu einem Schulpsychologen. Ob er Probleme in der Schule hat, werden die weiteren Ermittlungen zeigen.

14.21 Uhr: Über das Darknet lassen sich viele Dinge beschaffen. Das LKA bemüht sich um die Bekämpfung dessen, doch so einfach ist das offenbar nicht. "Es ist ein großes Feld und wir sind intensiv dran."

14.20 Uhr: Suchte Ali S. sich seine Opfer wirklich nicht gezielt aus? "Dieser McDonalds wird oft von Kindern mit Migrationshintergrund besucht. Das liegt auch an der Lage des Restaurants."

14.18 Uhr: Die Eltern und der Bruder sind nach wie vor nicht vernehmungsfähig. In dem Zimmer des Täters waren keine Verstecke. Wie er zum Tatort kam, weiß man noch nicht. Der Inhalt des Rucksacks ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.

14.16 Uhr: Der Täter hatte offenbar eine gewisse Affinität zum Internet und technisches Wissen. Dies erklärt seinen Zugang zum Darknet.

14.13 Uhr: Die Meldungen über die Waffe werden bestätigt. Es war eine Theaterwaffe, die wieder reaktiviert wurde. Wo genau der Täter Waffe und Munition beschaffte, ist noch nicht klar.

14.12 Uhr: Das Manifest des Täters wurde bislang nur grob gesichtet. Im Detail wurde es aber noch nicht ausgewertet.

14.11 Uhr: Unter den Opfern des Amoklaufs befinden sich keine ehemaligen oder aktuellen Mitschüler.

14.09 Uhr: Ein Polizeisprecher fasst noch einmal den aktuellen Stand zusammen. Auch er weist auf die Mahnwache um 18 Uhr hin. Er verspricht Polizeipräsenz. Zudem soll durch erhöhte Beamtenpräsenz in der Stadt ein Gefühl der Sicherheit geschaffen werden.

14.08 Uhr: Zu den Opfern gibt es keine neuen Erkenntnisse.

14.06 Uhr: Offenbar hat Ali S. keinen Facebook-Account gehakt, sondern einen Fake-Account angelegt und mit Daten einer wirklich existierenden Person gepflegt.

14.04 Uhr: Am Tatort wurden 58 Patronenhülsen sichergestellt. 57 davon aus der Waffe des Täters, eine aus der Pistole des Zivilpolizisten.

14.03 Uhr: Ein Chatverlauf auf dem Darknet lässt darauf schließen, dass die Waffe darüber besorgt wurde. Der Täter war "ein ausgeprägter Egoshooter-Spieler". Er spielte das Spiel "Counterstrike Source".

14.02 Uhr: Der LKA-Sprecher klärt auf: Das Manifest von Anders Breivik wurde doch nicht auf dem Rechner des Täters gefunden. Er beschäftigte sich seit einem Jahr mit dem Thema Amokläufe. Offenbar hat Ali S. aber ein eigenes Manifest verfasst und letztes Jahr den Tatort des Amoklaufs in Winnenden besucht.

14.01 Uhr: Der Täter hatte die mittlere Reife erlangt und befand sich nun auf der Fachhochschule.

14.00 Uhr: Zunächst ist der Oberstaatsanwalt dran. Er erinnert noch einmal daran, dass die Tat weder politisch noch religiös motiviert war. Die Hinweise auf eine Depression haben sich erhärtet. Ali S. war in ambulanter und stationärer Behandlung.

13.55 Uhr: In wenigen Minuten beginnt die Pressekonferenz des bayerischen LKA und der Staatsanwaltschaft.

Amoklauf in München: Drei Opfer schweben noch in Lebensgefahr

13.30 Uhr: Zur Bewältigung der schrecklichen Ereignisse beim Amoklauf im München sind Kriseninterventionsteams an den Schulen der Opfer im Einsatz. Durch den Amoklauf seien „viele Menschen unschuldig in den Tod gerissen oder verletzt“ worden, teilte Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am Sonntag in München mit. „Ihre Familien, Freunde, Verwandte und Bekannte sind geschockt und erleben tiefe Trauer. Sie haben oft die für sie wichtigsten Menschen verloren.“

Die Mitarbeiter des Kriseninterventions- und -bewältigungsteams der Bayerischen Schulpsychologen (KIBBS) sollen vor allem für die notfallpsychologische Versorgung von Schüler, Lehrern und Eltern an den betroffenen Schulen sorgen. Eine weitere Aufgabe stelle die Beratung von Schulleitungen und Lehrkräften dar.

13.00 Uhr: Auch an den Spielern des FC Bayern München ist der Amoklauf am OEZ nicht spurlos vorüber gegangen. Nach dem Sieg in einem Testspiel äußerten sich unter anderem David Alaba und Franck Ribéry.

12.40 Uhr: Angesichts des Amoklaufs von München hat die Türkische Gemeinde in Bayern ihren ursprünglich am Montag geplanten Sommerempfang abgesagt. Dies geschehe aus Respekt vor den Opfern dieser Tat, teilte Vorstandssprecher Vural Ünlü am Sonntag mit. Zu dem Empfang in der Münchner Innenstadt waren Bayerns Heimatminister Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) als Ehrengäste geladen worden.

12.23 Uhr: Thomas Salbey ist vielen Menschen bekannt, auch wenn sie es vielleicht nicht wissen. Er war derjenige, der den Attentäter Ali S. auf dem Parkhausdeck beschimpfte. Die tz traf ihn zum Video-Interview.

12.00 Uhr: Um 14 Uhr wird das bayerische Landeskriminalamt eine Pressekonferenz zusammen mit der Staatsanwaltschaft München I geben und über den neuesten Stand der Ermittlungen informieren.

11.30 Uhr: Mit Bestürzung hat Papst Franziskus auf den Amoklauf von München reagiert. In einem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Telegramm an den Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx drückte das Oberhaupt der katholischen Kirche sein tiefes Mitgefühl aus. Gleichzeitig dankte er den Rettungs- und Ordnungskräften „für ihren umsichtigen Einsatz“, wie die Deutsche Bischofskonferenz am Sonntag mitteilte. „Seine Heiligkeit nimmt Anteil an der Trauer der Hinterbliebenen und bekundet ihnen seine Nähe in ihrem Schmerz“, hieß es in dem Schreiben weiter.

11.10 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Amoklauf in München Deutschland sein Beileid ausgesprochen. „Israel kondoliert Deutschland nach dem Mord an unschuldigen Bürgern bei der tragischen Schießerei in München am Freitag“, teilte sein Büro in der Nacht zum Sonntag mit. „Israel steht an der Seite Deutschlands an diesem traurigen Tag.“

Amoklauf am OEZ in München: Zahl der Verletzten steigt

10.42 Uhr: Drei Menschen schweben nach dem Amoklauf von München noch immer in Lebensgefahr. Das teilte ein Sprecher des Landeskriminalamtes am Sonntag in München mit. Zehn Menschen hatten bei dem Amoklauf am Freitag schwere Verletzungen erlitten, vier unter ihnen hatten Schussverletzungen.

10.23 Uhr: Die deutschen Handballer werden auch bei ihrem zweiten Spiel des Vier-Nationen-Turniers im französischen Straßburg mit Trauerflor antreten. Bei der Partie um Platz drei gegen Afrikameister Ägypten tragen die deutschen Spieler zum Gedenken an die Opfer des Amoklaufs von München am Freitag schwarze Armbinden. Das gab der Deutsche Handballbund (DHB) am Sonntag wenige Stunden vor der Begegnung bekannt.

10.03 Uhr: Natürlich steht die bayerische Landeshauptstadt immer noch stark unter dem Eindruck der Bluttat am OEZ. Weil viele nicht in ihrer Trauer allein sein wollen, haben Sie sich zu einer öffentlichen Mahnwache vor den Einkaufszentrum verabredet. Stand jetzt hat die Facebook-Veranstaltung dazu schon über 3.000 Zusagen.

9.35 Uhr: Die unfassbare Bluttat sorgt weltweit für Entsetzen und Anteilnahme. In der französischen Hauptstadt Paris erstrahlte der Eiffelturm am Samstagabend in Gedenken an die Opfer in den deutschen Nationalfarben Schwarz, Rot und Gold.

9.10 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann forderte, dass bei Terrorlagen zur Unterstützung der Polizei auch die Bundeswehr eingesetzt werden kann. In extremen Situationen wäre es völlig unbegreiflich, wenn gut ausgebildete Soldaten nicht eingesetzt werden dürfen, obwohl sie bereitstehen, sagte der CSU-Politiker der „Welt am Sonntag“. Die Oberhoheit für den Einsatz müsse aber bei der Polizei bleiben. Das Interview mit Herrmann wurde nach dem Axtangriff von Würzburg und vor dem Amoklauf von München geführt.

8.30 Uhr: Nach dem Amoklauf von München hat sich die Zahl der Verletzten weiter erhöht. Momentan sei von 35 Verletzten auszugehen, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes am Sonntag in München. Zehn von ihnen gelten weiter als Schwerverletzte. Unter den 35 Menschen seien auch welche, die am Freitagabend bei den panikartigen Szenen in Teilen der Münchner Innenstadt verletzt worden waren.

Amoklauf in München: Schock und Trauer am OEZ

Nach dem Amoklauf in München setzt die politische Debatte ein, wie solche Bluttaten künftig verhindert werden können. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sprach sich dafür aus, die Einsatzkonzepte der Polizei noch einmal unter die Lupe zu nehmen. „Das wird sicher jetzt noch einmal überprüft werden müssen“, sagte der CDU-Politiker am Samstagabend in der ARD. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte in der „Welt am Sonntag“, dass „wir in extremen Situationen“ wie Terroranschlägen „auch in Deutschland auf die Bundeswehr zugreifen können“.

In den Blickpunkt rücken zudem die Waffengesetze: De Maizière sagte der „Bild am Sonntag“, zunächst müsse ermittelt werden, wie der Amokläufer an die Tatwaffe gelangt sei. „Dann müssen wir sehr sorgfältig prüfen, ob und gegebenenfalls wo es noch gesetzlichen Handlungsbedarf gibt.“ Auch Vizekanzler Sigmar Gabriel betonte im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Die Waffenkontrolle ist ein wichtiger Punkt. Wir müssen weiter alles tun, um den Zugang zu tödlichen Waffen zu begrenzen und streng zu kontrollieren.“ Der SPD-Politiker sagte zudem, Staat und Gesellschaft müssten bei psychisch instabilen Menschen „hinsehen und intervenieren - gerade bei Jugendlichen“.

Am Freitagabend hatte ein 18 Jahre alter Einzeltäter vor und im Olympia-Einkaufszentrum kaltblütig neun Menschen - darunter sechs Jugendliche - erschossen und sich dann vor den Augen von Polizisten selbst getötet. Er hatte nach Behördenangaben noch 300 Schuss Munition übrig. In der Wohnung des jungen Mannes wurde nach Aussage de Maizières Material gefunden worden, das Verbindungen zum Amoklauf von Winnenden 2009 und zum Massenmord des Norwegers Anders Behring Breivik vor genau fünf Jahren vermuten lasse. Einen zunächst befürchteten Bezug der Bluttat zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) schlossen die Behörden aus.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich schockiert. Zugleich lobte sie - wie Politiker aller Parteien - die Einsatzkräfte für ihre „hoch professionelle“ Arbeit. Nun gehe es darum, die Morde vollständig aufzuklären. Deutschland trauere „mit schwerem Herzen um die, die nie mehr zu ihren Familien zurückkehren werden“, sagte Merkel. Sie fügte an die Adresse der Angehörigen hinzu: „Wir denken an Sie, wir teilen Ihren Schmerz, wir leiden mit Ihnen.“

Nahe dem Tatort in München legten zahlreiche Menschen zum Gedenken an die Opfer Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Der Eiffelturm in Paris erstrahlte am Samstagabend in den deutschen Nationalfarben Schwarz, Rot und Gold. Präsidenten und Regierungschefs sowie Prominente und Sportler weltweit drückten den Hinterbliebenen ihr Beileid aus und verurteilten den Amoklauf scharf.

Auf Hass dürfe nicht mit Hass reagiert werden, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller der „Welt am Sonntag“. Außerdem könne eine Großstadt wie Berlin nicht an jede Ecke einen Polizisten stellen. „Ebenso wenig können Sozialarbeiter überall einen Blick hineinwerfen“, sagte der SPD-Politiker.

Der Täter war für die Sicherheitsbehörden ein unbeschriebenes Blatt. „Gegen ihn waren bisher keine polizeilichen Ermittlungen bekannt“, sagte de Maizière. „Und es gibt auch keine Erkenntnisse der Nachrichtendienste über diese Person.“ Möglicherweise sei der junge Mann gemobbt worden. De Maizière machte brutale Internetvideos und Computerspiele für Gewaltexzesse wie in München mitverantwortlich.

Der Amokschütze, der in München aufgewachsen ist und zur Schule ging, hatte nach ersten Erkenntnissen von Ermittlern eine Erkrankung „aus dem depressiven Formenkreis“. „Wir haben einige Hinweise dafür, dass eine nicht unerhebliche psychische Störung bei dem Täter vorliegen könnte“, sagte auch Bayerns Innenminister Herrmann.

Die Getöteten stammten nach Angaben des Münchner Polizeipräsidenten Hubertus Andrä alle aus München und Umgebung. Zwei 15-Jährige und drei 14-Jährige seien ums Leben gekommen, so die Ermittler. Weitere Opfer seien 17, 19, 20 und 45 Jahre alt gewesen. Unter den neun Todesopfern seien drei Frauen. Drei Tote stammten aus dem Kosovo. Der Präsident des Balkanstaates, Hashim Thaci, ordnete für Sonntag Staatstrauer an.

„Einen Tatort zu begehen, geht ins Mark. Um die Eltern zu wissen, die um ihre Kinder weinen, die Freunde, die um ihre Schulkameraden trauern. All das ist bitter“, sagte de Maizière in München. Er appellierte an die Menschen in Deutschland und Europa, ruhig zu bleiben. „Ich verstehe, dass die Bevölkerung besonders aufgewühlt ist. Nach Nizza, Würzburg nun München - es ist sehr wichtig, dass wir jeden Fall einzeln aufklären, dass wir die Hintergründe verstehen und die richtigen Konsequenzen ziehen können.“

Die bayerische Landesregierung will nach dem Amoklauf die Polizei besser ausstatten, wie Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nach einer Sondersitzung des Kabinetts in München sagte. „Die Bevölkerung kann sich darauf verlassen, dass wir als politisch Verantwortliche alles Erdenkliche tun werden, um unsere Bevölkerung zu schützen.“ Seehofer ließ durchblicken, dass es mehr Geld für die Polizei geben soll - sowohl für zusätzliche Stellen als auch neue und bessere Ausrüstung. Am Freitagabend waren etwa 2300 Polizisten im Einsatz gewesen, darunter auch die Spezialeinheit GSG 9 der Bundespolizei.

Amoklauf am OEZ in München: Das ist passiert

Am Freitagabend gegen 17.50 Uhr begann der 18 Jahre alte Deutsch-Iraner Ali S. in einem Schnellrestaurant nahe des Olympia Einkaufszentrums in München um sich zu schießen. Er nutzte dabei eine Pistole des Typs Glock und hatte offenbar mehr als 300 Schuss Munition dabei. S. setzte seinen Amoklauf vor dem Restaurant fort und zog danach weiter in das nahe OEZ. Dort flohen die Menschen voller Panik vor dem Täter, der letztlich neun Menschen tötete, acht von ihnen waren Jugendliche. Nachdem die Polizei das Gebiet weiträumig abgesperrt hatte und unter anderen mit SEK und GSG9-Einheiten vorging, wurde Ali S. schließlich gestellt und beging vor dem Auge der Beamten Selbstmord.

Hier können Sie die Ereignisse des Amoklaufs vom Freitag im Ticker nachlesen. Eine Chronologie der Schießerei am OEZ in München finden Sie hier. Die Erkenntnisse vom Samstag finden Sie hier.

Internationale Bestürzung: So trauert die Welt mit München

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