Offenbar Opfer von Schiffsunglück

87 Leichen von Flüchtlingen an Strand in Libyen gefunden

Tripolis - An einem Strand in Libyen sind die Leichen von 87 Flüchtlingen gefunden worden, die offenbar bei einem Schiffsunglück auf der Überfahrt nach Europa ums Leben kamen.

Seit Freitag habe eine Gruppe Freiwilliger 87 Leichen von einem Strand der Küstenstadt Sabrata geborgen, sagte ein Sprecher der örtlichen Stadtverwaltung am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Sabrata liegt rund 70 Kilometer westlich der Hauptstadt Tripolis und ist ein häufiger Abfahrtsort für Flüchtlinge.

Die Leichen würden zur Entnahme von DNA-Proben zur Gerichtsmedizin gebracht, bevor sie registriert und dann beerdigt würden, sagte der Sprecher. Die Stadtverwaltung hat kürzlich eine Gruppe Freiwilliger aufgestellt, um die Leichen ertrunkener Flüchtlinge an der Küste aufzusammeln. Anwohner wurden aufgerufen, die Behörden über Tote zu informieren. Die Stadtverwaltung äußerte die Befürchtung, dass Sabrata zu einem "Zentrum für den Menschenhandel und die illegale Einwanderung" wird.

Wegen des ruhigen Wetters machen sich in den Sommermonaten besonders viele Flüchtlinge auf die gefährliche Überfahrt nach Europa. Dabei gibt es immer wieder tödliche Bootsunglücke. Viele der von den Schleppern eingesetzten Boote sind nicht seetauglich und völlig überladen. Seit 2014 starben laut dem UN-Flüchtlingskommissariats mehr als 10.000 Flüchtlinge bei der Überfahrt über das Mittelmeer - der Großteil zwischen Libyen und Italien.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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