Würzburg, Nizza, Koppenhagen

Chronologie: Terroristische Einzeltäter in Europa 

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Menschen legen an der Promenade in Nizza Blumen nieder. Am 17. Juli raste hier ein Lastwagen in eine Menschenmenge.

Würzburg - Einzeltäter, die bis zu einem Angriff nicht auffallen, sind eine besondere Gefahr. Die Sicherheitsbehörden haben sie nicht auf dem Schirm. Eine Chronologie.

Einzeltäter, die völlig losgelöst von Netzwerken agieren, stellen eine besondere Herausforderung für Terrorismus-Bekämpfung dar. So auch im Fall des Axt-Angreifers aus dem Zug bei Würzburg. In Deutschland ist es der bisher dritte Angriff dieser Art. Einige Beispiele aus Europa:

  • Juli 2016: Ein Attentäter rast in Nizza mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge. Mindestens 84 Menschen sterben, weitere 200 werden verletzt. Der Islamische Staat (IS) ist nach Angaben aus Kreisen, die der Terrormiliz nahestehen, für den Anschlag verantwortlich.
  • Juni 2016: Ein Islamist ersticht im Umland von Paris einen Polizisten und verschanzt sich in dessen Haus. Die Polizei stürmt das Gebäude und erschießt den Täter. Später wird dort auch die Lebensgefährtin des Opfers tot aufgefunden.
  • Februar 2016: Bei einer Kontrolle am Hauptbahnhof Hannover verletzt eine 15 Jahre alte Deutsch-Marokkanerin einen Bundespolizisten lebensgefährlich mit einem Messer. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um einen gezielten Angriff mit IS-Hintergrund handelte.
  • August 2015: Ein 25-jähriger Marokkaner eröffnet in einem Zug von Amsterdam nach Paris das Feuer und wird von mehreren Fahrgästen überwältigt. Die Pariser Staatsanwaltschaft geht von terroristischen Motiven aus.
  • Juni 2015: Ein 35-Jähriger wird überwältigt, als er in einem Industriegas-Werk bei Lyon eine Explosion verursachen will. Er hatte zuvor seinen Arbeitgeber enthauptet und den Kopf mit zwei Islamisten-Flaggen auf den Fabrikzaun gesteckt.
  • Februar 2015: Ein arabischstämmiger 22-Jähriger feuert in Kopenhagen auf ein Kulturcafé. Ein Mann stirbt. Vor einer Synagoge erschießt der Attentäter einen Wachmann, bevor ihn Polizeikugeln tödlich treffen.
  • Mai 2014: Im Jüdischen Museum in Brüssel erschießt ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird er festgenommen. Als selbst ernannter „Gotteskrieger“ hatte er zuvor in Syrien gekämpft.
  • März 2011: Ein junger Kosovo-Albaner erschießt auf dem Flughafen Frankfurt/Main zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer. Der Mann gilt als extremistischer Einzeltäter.

dpa

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