Nächster Fake macht die Runde

Bluttat in Grafing: Diese Meldung sollten Sie nicht glauben

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In sozialen Netzwerken macht diese Meldung über eine angebliche Verhaftung in Müncheberg die Runde.

München - In Folge der Bluttat von Grafing Bahnhof kursieren im Netz immer mehr Fake-Meldungen über angebliche Fakten. Nun geht es um eine angebliche Verhaftung in Brandenburg.

"Nach der Messerstecherei in Garfing wurde auf dem Bahnhof in Müncheberg in Märkisch Oderland ein weiterer Mann aus Hessen vorübergehend festgenommen." Klingt zunächst einmal dramatisch und nach einer Meldung, die durch alle großen Medienportale gehen sollte. Und zwar recht schnell. Denn verfasst wurde sie immerhin von der Deutschen Nachrichtenagentur. Beziehungsweise der Agence France-Presse (AFP). Wie bitte?

Wenn man die Meldung, die derzeit durch die sozialen Medien geistert, nur schnell überfliegt, fallen einem gewisse Dinge vielleicht gar nicht auf. Etwa dass sich die schlimme Bluttat am Dienstag nicht etwa in "Garfing" abgespielt hat, sondern eben in Grafing Bahnhof. Dennoch kursiert der angebliche Zeitungsauschnitt derzeit recht erfolgreich. Die Sache ist nur: Er ist offensichtlich durch ein Bildbearbeitungsprogramm entstanden. Nicht nur die angesprochenen Fehler springen bei näherem Hinschauen ins Auge, sondern auch andere Dinge.

Wie dem auf Enthüllungen von Hoaxes spezialisierten Portal mimikama.at aufgefallen ist, benutzten die Macher unterschiedliche Schriftarten im Vergleich zu dem an der rechten Seite beginnenden Artikel. Auch sind die Zeilenabstände bei dem gefaketen Artikel deutlich großzügiger. Auch ein "Kriminaldirektor Maik Kowalski" sei bei der Landespolizei Brandenburg Ost nicht bekannt, geschweige denn dass der Posten eines Kriminaldirektors überhaupt existiere.

Es handelt sich also offensichtlich um eine Fake-Meldung. Leider gibt es derzeit einige solche, auch wenn diese über eine Verhaftung nicht so gefährlich ist, wie ein Artikel, der behauptete, die Wahrheit über den Namen des Täters Paul H. offenzulegen. Es gibt noch einige Fragen, die nach diesem schlimmen Morgen in Grafing Bahnhof offen sind. Doch man sollte sich vor solch einfachen (und vor allem offensichtlich gefälschten) Antworten hüten.

bix

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