Wie geht es jetzt weiter?

Betriebsräte erleichtert über Wende bei Kaiser's Tengelmann

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Kaisers's Tengelmann Markt.

Mülheim/Ruhr - Die Betriebsräte von Kaiser's Tengelmann reagieren erleichtert auf die Wende im Gezerre um die Zukunft der defizitären Supermarktkette. So geht es weiter:

Dass nun doch die Komplettübernahme durch Edeka zustande gebracht werden soll, sei "auf jeden Fall ein gutes Signal", sagte der Betriebsratsvorsitzende der Kette in Nordrhein-Westfalen, Rainer Schroers, den "Ruhr Nachrichten" vom Freitag. "Für die Kollegen bedeutet die Entscheidung eine riesige Erleichterung."

Es bestehe die Hoffnung, dass nun alle Arbeitsplätze bei Kaiser's Tengelmann erhalten bleiben, sagte Schroers - zumindest für fünf Jahre. Dies sehen die Auflagen der Sondererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vor, die er für die Kaiser's-Übernahme durch Edeka erteilt hatte. Betriebsrat Schroers sagte, bei einer Zerschlagung würde im Gegensatz dazu "der Großteil der 16.000 Beschäftigten auf der Straße landen".

Spitzentreffen von Donnerstag gibt neue Hoffnung

Auch die Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Kaiser's Tengelmann, Janetta Jöckeritz, betonte, es gehe um den Erhalt aller Arbeitsplätze. Das betreffe nicht nur die Filialen, sondern auch andere Geschäftsbereiche wie die Produktion, sagte Jöckeritz am Freitag im Deutschlandfunk. Sie hoffe daher auf die Umsetzung der Ministererlaubnis, auch wenn es noch keine konkreten Zusagen gebe.

Bei einem Spitzentreffen am Donnerstag hatten die Chefs von Tengelmann, Edeka, Rewe, Markant und Norma sowie Vertreter der Gewerkschaft Verdi vereinbart, innerhalb von elf Tagen eine Einigung erzielen zu wollen. Ziel ist es dabei, dass Edeka wie schon vor zwei Jahren vereinbart die Kette als Ganzes übernimmt; die Konkurrenten sollen ihre Klagen vor Gericht zurücknehmen.

97 Prozent der Jobs sind möglicherweise gesichert

Wegen dieser Klagen liegt die Übernahme derzeit auf Eis. Nun soll aber doch die Ministererlaubnis umgesetzt werden, wie es nach dem Treffen hieß. Edeka könnte somit alle Filialen von Kaiser's Tengelmann übernehmen und müsste 97 Prozent der dortigen Jobs für mindestens fünf Jahre sichern. Außerdem müssten die drei Birkenhof-Fleischwerke mindestens drei Jahre erhalten werden.

Die Streitparteien gaben sich bis 17. Oktober Zeit, um eine endgültige Einigung zu finden. Bis 18. Oktober sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte Verdi mit.

AFP

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