Frühling, Sommer, Herbst und ... naja, was denn nun? Über einen Winter, der mal wieder keiner ist

Der warme Winter und die Folgen

Wieder war’s in diesem Winter fast nix mit Schnee. Da wird der Schlitten aus Verzweiflung schon mal zum Pflügen benutzt. Für die Gesundheit ist das warme Wetter eher schädlich: Es begünstigt das Ausbreiten von Grippeviren.Fotos: avs/Fotolia
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Das milde Klima in diesen Monaten wirkt sich auf viele Bereiche des Lebens aus.

16,5 Grad an Weihnachten, der Januar drei, die bisherigen Februartage im Schnitt sechs Grad zu warm. „Die Temperaturen in diesem Winter sind zu hoch“, erklärtRoland Rösch. Dreimal täglich erfasst der Hobbymeteorologe mit seiner Wetterstation in Heilbronn-Böckingen die Temperatur. Klar, dass da Schnee und Glatteis weitgehend ausbleiben. Rösch: „Wir hatten lange keinen Bilderbuchwinter mehr. Schon in den vergangenen Jahren waren die Winter zu warm.“ Dazu war der Niederschlag aber überdurchschnittlich. Diese Entwicklungen wirken sich auf viele Alltagsbereiche aus. Eine Auswahl:

V Gesundheit:Nass und windig – auch wenn die manchmal frühlingshaften Temperaturen in diesem Winter dem Körper grundsätzlich nicht schaden, bringen Feuchtigkeit und Stürme Erkältungen mit sich. Raimund Hofmann, Geschäftsführer der Brunnen-Apotheke in Leingarten, erklärt: „Das unnatürlich warme Wetter begünstigt Grippewellen, und die Menschen stecken sich schneller an. Der Wind kann Kreislauf und Blutdruck gefährden.“ Dazu startet nun die Allergiesaison so früh wie noch nie. „Pollenflug wird eigentlich erst im März erwartet.“

V Handel: Auch der Einzelhandel leidet unter dem Wetter. Mäntel, Jacken und Skiausrüstung sind Ladenhüter. Hakan Yesilkök, Filialleiter Intersport Grabert im Ö-Center in Öhringen, berichtet: „Die Temperaturen haben uns im Textilbereich beschäftigt. Wir mussten die Preise stark reduzieren. Die Menschen haben sich jetzt schon günstig für den nächsten Winter eingedeckt. Dafür verkaufen wir mehr Wanderkleidung und Laufschuhe.“ Wolfram Struth, Geschäftsführer der Galeria-Kaufhof in Heilbronn, erklärt: „Wegen der kalten Tage im Januar konnten wir durch Rabattaktionen noch bis zu 70 Prozent der Restbestände verkaufen.“ V Flora und Fauna: „Durchdas warme Wetter überstehen viel mehr Stechmücken und andere Schädlinge den Winter“, sagt Volker Koehlervom Nabu Heilbronn. Amphibien kommen schon jetzt aus ihren Winterlagern. Und das kann gefährlich werden: Wenn plötzlich der Boden gefriert, können sich zum Beispiel Erdkröten nicht wieder einbuddeln – und erfrieren dann. Koehler erklärt: „Schon jetzt sieht man Blumen, die eigentlich erst in ein paar Wochen dran sind. Auch die Apfelblüte kommt immer früher.“

V Polizei: Einen positiven Einfluss hat die Wärme auf den Straßenverkehr im echo-Land. Die Polizei Heilbronn, auch für den Hohenlohekreis zuständig, stellte im vergangenen Dezember nur acht Unfälle wegen Glatteis fest. Ein Jahr zuvor waren es noch 40.Jonas Dreßvon der Pressestelle erklärt: „Wäre es kälter, hätten wir im Straßenverkehr mehr zu tun.“ Auch, wenn schon die ersten Frühlingsgefühle aufkommen, gilt: Die Winterreifen bleiben auf den Felgen. Dreß: „Noch kann das Wetter schnell umschwingen.“

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