Ein Insektenexperte klärt auf

Das hilft wirklich gegen die Wespen-Plage

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Auf unserem Essen fühlen sich Wespen besonders wohl.

Insektenexperte Klaus Reinhold gibt Tipps für den richtigen Umgang mit den schwarz-gelben Tierchen.

Sie fliegen unruhig durch die Luft, lieben unser Essen und machen vielen eine Heidenangst: Wespen. Gerade jetzt sind viele der kleinen, schwarz-gelben Quälgeister unterwegs. Doch wer ein paar Tipps befolgt, der kann auch noch zur Wespen-Hochzeit sorgenfrei auf dem Balkon oder im Garten schlemmen.

Sind im Moment tatsächlich mehr Wespen unterwegs? 

"Ja", sagt Insektenexperte Professor Klaus Reinhold von der Universität Bielefeld. "Ende August, Anfang September haben die Wespen nicht mehr viel im Nest zu tun. Deshalb fliegen sie vermehrt aus." Natürlich tauchen sie deshalb auch am Tisch auf. Schließlich gibt es hier oft ein reichliches Nahrungsangebot.

Sind die Wespen im Spätsommer und Herbst aggressiver als im Frühjahr? 

Reinhold: "Wespen sind nur aggressiv, wenn man zu nah an ihr Nest kommt, egal zu welchen Jahreszeit." Deshalb gilt: Unbedingt einen Abstand von mindestens zwei Metern zum Nest halten. Auch wenn es schwer fällt, schlagen sollte man nicht nach den Tieren. "Wespen stechen auch, wenn sie sich bedroht fühlen." Schieben Sie die Insekten stattdessen lieber sanft zur Seite. Übrigens: Die Wespen wegzupusten ist keine gute Idee. Das in der Atemluft enthaltene Kohlendioxid macht die Wespen ebenfalls aggressiv.

Haben Sie Angst vor Wespen?

Wie kann ich den Kontakt mit den Insekten vermeiden? 

Einige Hausmittelchen können helfen, die Wespen gerade beim Essen in eine andere Richtung zu locken. Reinhold: "Man kann zum Beispiel Flaschen mit Zuckerwasser füllen. Das zieht die Wespen an. Allerdings sollte man auch einen Tropfen Spülmittel in die Mischung tun." Denn die darin enthaltene Seife zerstört die Oberflächenspannung des Wassers. Das sorgt dafür, dass die Wespen nicht nur in die Flaschen fliegen, sondern auch ertrinken. Es hilft auch auf duftende Shampoos, Haarspray und Parfüms zu verzichten. Kindern sollten Speisereste, zum Beispiel von getropftem Eis, abgewaschen werden, rät Markus Kuhn von der Kaufmännischen Krankenkasse Heilbronn. "Bewährt hat sich auch, Wespen mit einer speziellen Futterquelle wie überreifen Weintrauben abzulenken."

Was tun, wenn ein Nest am Haus oder im Garten entdeckt wird? 

"Das Nest sollte auf keinen Fall allein entfernt werden", erklärt Reinhold. Einige Wespenarten sind zudem geschützt und dürfen nicht getötet werden. Deshalb: Lieber bei der Feuerwehr oder dem Landratsamt um Rat fragen.

Und wenn man nun doch gestochen wird? 

"Ich habe einmal versehentlich mit einer Sense ein Nest erwischt. Wie im Comic ist der Schwarm dann hinter mir hergeflogen. Ich wurde 30 Mal gestochen", erzählt der Insektenexperte. Mit Antiallergikum und einem Tag Zeit ging es Reinhold schnell besser. „Wespenstiche sind in der Regel ungefährlich“, sagt auch Kuhn. So lange der Betroffene nicht allergisch auf das Insektengift reagiert, hilft es die betroffene Stelle sofort zu kühlen. Gels und Cremes können ebenfalls Linderung verschaffen. "Inzwischen gibt es auch Stifte, die den Hautbereich Lokal erhitzen. Dadurch fällt die Reaktion des Körpers deutlich geringer aus", erklärt Reinhold. Bei Stichen im Mundbereich, Allergikern und Kindern ist allerdings Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall sollten Sie lieber einen Notarzt alarmieren.

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Julia Fischer

Julia Fischer

Lifestyle, Essen und Trinken sind ihre Themen. Auch als Szene-Reporterin und bei lokalen Events mittendrin. Kolumne: "Angerichtet".

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