Ein Jahr danach sind noch viele Fragen offen

Wer ist schuld am Jagstunglück?

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Ein Jahr ist das Jagstunglück nun her.

Noch immer ist nicht klar, wer für die Öko-Katastrophe zur Rechenschaft gezogen werden muss.

Ein Jahr nach dem Düngemittel-Unglück und der anschließenden Öko-Katastrophe an der Jagst suchen die Ermittler weiter nach den Verantwortlichen. Bis Ende des Jahres sollen die Ergebnisse der aktuellen Ermittlungen vorliegen. Die Vergehen im Fokus: fahrlässige Brandstiftung und fahrlässige Gewässerverunreinigung.

Beim Brand einer ehemaligen Mühle in Kirchberg bei Schwäbisch Hall war am 23. August 2015 mit dem Löschwasser Ammoniumnitrat aus Düngemitteln in die Jagst gelangt. Tausende Fische starben. Der Fluss hat sich noch immer nicht erholt. In Abschnitten der Jagst gibt es heute kaum Fische. Immer wieder werden Tiere mit beschädigten Kiemen gefunden.

Und wer muss dafür geradestehen? Nix Genaues weiß man nicht! Man ermittle "in dem Gesamtkomplex" weiter, erklärt die Staatsanwaltschaft vage. Älteren Meldungen zufolge steht ein 21-Jähriger im Visier. Er soll auf dem Mühlengelände Müll verbrannt und Funkenflug verursacht haben, der zum Brand führte. Der Sachschaden vor einem Jahr: 2,5 Millionen Euro.

Weiter im Raum steht zudem der Vorwurf der fahrlässigen Gewässerverunreinigung. Auch der Betreiber der Lobenhausener Mühle sei noch nicht aus dem Schneider. Nach dem Brand war bekannt geworden, dass auf dem Mühlen-Gelände offenbar illegal wassergefährdende Stoffe gelagert wurden. Düngemittel waren mit dem Löschwasser über ein Kanalsystem in die Jagst gespült worden. Wie viele Personen und wer genau im Visier der Ermittler steht, wollte der Sprecher nicht sagen.

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