Gonzo spricht vielen Künstlern aus der Seele

Reaktionen auf Gonzo: Nicht nur Musiker betroffen

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Für Künstler ist es nicht leicht, von ihrer Arbeit zu leben.

Nach den deutlichen Aussagen von Gonzo melden sich nun auch andere Künstler zu Wort.

"Danke endlich sagt es mal einer!"  (Tony Fazio) oder "ich danke dir für diese klaren und wahren Worte" (Kai Bee). Auf Facebook haben Gonzos Aussagen eine lebhafte Diskussion darüber ausgelöst, wie viele Künstler entlohnt werden. Im Gespräch mit echo24.de hat Josip Gonzo Krolo, Sänger bei Gonzo'N'Friends, erklärt, dass viele Veranstalter und Kunden Musiker nicht für voll nehmen und in der harten Arbeit der Künstler lediglich einen vergnüglichen Zeitvertreib sehen. Viele vergessen, dass hinter jedem gelungenen Song auch lange Vorbereitung steckt.

Gonzo: Schonungslos offen über das Künstlerleben

Kunst kommt schließlich auch von Können. Das sieht auch Facebook-Nutzer Alexander Kläger so: "Jeder ungelernte Kasper kriegt heute Mindestlohn, ohne große Verantwortung und Engagement." Eine Lösung hat Martin Renner aus Neckarsulm in seinem Facebook-Kommentar bei echo24.de parat: Bands sollen erwirken, dass der Eintritt zu einem Konzert mindestens zehn Euro kostet - damit überhaupt etwas bei den Musikern hängenbleibt.

Wird Kunst zu wenig wertgeschätzt?

Wenn Straßenmusiker einen Hut vor sich hinstellen, kann jeder, dem Kunst etwas wert ist, freiwillig eine Summe geben. Manchmal müssen die Künstler aber mit dem Hut durchs Publikum ziehen. Sänger Gonzo aus Weißbach sagt dazu: "Das ist dann betteln. Und das hat kein Künstler nötig."

Doch nicht nur bei den Musikern liegt einiges im Argen. Auch Fotografen können oft nicht von ihrer Kunst leben. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass Fotografie mehr ist als nur durch die Linse zu schauen und auf den Auslöser zu drücken. "Es ist erschreckend, welche saudummen Sprüche man sich hier anhören muss", schreibt Fotograf Guido Goerdes auf Gonzos Facebook-Seite.

Und in einer Mail an echo24.de berichtet Beatrix Mutschler, ebenfalls Fotografin, dass von vielen Medien und Bands Interesse an professionellen Fotos besteht. Die Bereitschaft, die Leistung auch zu entlohnen, sei aber gering.

Allerdings ist es fragwürdig, ob es der Qualität von Songs, Fotos und anderen kulturellen Erzeugnissen nützt, wenn sie nur noch "nebenher" produziert werden, weil der Urheber eben auch einen "Brotberuf" braucht, um überhaupt leben zu können. Qualität hat schließlich ihren Preis, wie Alexander Kläger auf Gonzos Facebookseite schreibt: "Wir haben es nie bereut, euch gebucht zu haben.....jede Sekunde eures Auftrittes war geil und die Kohle allemal wert."

  

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Daniel Hagmann

Daniel Hagmann

Als Reporter in der Region unterwegs. Hauptinteressen: Kunst, Kultur und Kokolores im echo24-Land. Kolumne: "Nachgehagt".

E-Mail:daniel.hagmann@echo24.de

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