Kein gutes Zeugnis

Mehr Unfälle in der Region: Im Verkehr wird's immer aggressiver

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Aggressiver Autofahrer

Eine große Umfragemehrheit empfindet den Straßenverkehr als chaotisch, aufreibend  und stressig.

Jetzt haben es die Deutschen schwarz auf weiß: Im Straßenverkehr sind sie sind zum großen Teil aggressiv, rücksichtslos und ungeduldig. Das besagt jedenfalls die repräsentative Umfrage "Verkehrsklima 2016" der Unfallforschung der Versicherer. Insgesamt wurden 2061 Verkehrsteilnehmer befragt. Eine Tendenz, die nicht ungefährlich ist.

Und bei uns in der Region? Das Polizeipräsidium Heilbronn kann die Ergebnisse der Studie weder bestätigen noch dementieren. "Wir haben in diesem Bereich keine Erhebung durchgeführt", erklärt Polizeisprecher Rainer Köller.

Allerdings ist ein Ansteigen der Verkehrsunfälle in der Region zu verzeichnen. Wurden im ersten Halbjahr 2015 noch 11.432 Unfälle gemeldet, waren es im selben Zeitraum 2016 bereits 12.367! Die Anzahl der dabei getöteten Personen ging zwar von 17 auf 16 zurück, allerdings waren mehr Fußgänger in tödliche Unfälle verwechselt. Ihre Zahl stieg von eins auf drei.

In der Studio gab gut die Hälfte der Befragten gab zu, einen aggressiven Fahrstil an den Tag zu legen. Am aggressivsten sind demnach die Autofahrer zwischen 25 und 34 Jahren. Bemerkenswert:  Fahrer mit höherem Einkommen und Bildungsgrad bekennen sich häufiger zu einem aggressiveren Fahrstil. Logischerweise auch diejenigen, die des Öfteren wegen Fehlverhaltens im Straßenverkehr zur Kasse gebeten werden. Erkenntnis: Es trifft die Richtigen, an ihrem Verhalten ändern die Strafen und Geldbußen aber nichts.

Auch mit einem anderen Vorurteil räumt die Studie auf. Die aggressive Fahrweise ist längst nicht mehr nur eine reine Männerdomäne. Um Drängler in die Schranken zu verweisen, tippen Frauen häufiger als Männer mal eben auf die Bremse oder treten aufs Gaspedal, um einem überholenden Fahrer das Manöver zu erschweren.

Drängeln, Lichthupe, Stinkefinger: Sind Sie ein aggressiver Autofahrer?

Frappierend ist auch die Diskrepanz bei der Einschätzung des beobachteten und zugegebenem aggressiven Fehlverhaltens. Nahezu alle Befragten hatten schon einmal ein absichtliches Zufahren einer Lücke oder ein zu knappes Einscheren beobachtet, wohingegen aber nur 20 Prozent zugaben, dieses Verhalten selbst schon einmal an den Tag gelegt zu haben. Ein weiteres Resultat der Umfrage: Die Deutschen fühlen sich zwar zunehmend sicherer im Verkehr, gleichzeitig wird er aber auch als stressig, chaotisch und aufreibend empfunden.

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echo24.de Redaktion

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