Bei Ute Böttinger trifft Spannung auf die leckere Hohenloher Küche

Ein Krimi, der auf der Zunge zergeht

+
Krimi und Kultur: Kürzlich veröffentlichte Ute Böttinger aus Neuenstein-Kleinhirschbach ihren Roman "Friedrichsruhe".
  • schließen

Die Orte und Köstlichkeiten sind alle bekannt. Die Personen und Ereignisse aber entspringen der Fantasie.

Die Spannung ist auf dem Höhepunkt: Die Öhringer Landesgartenschau läuft auf Hochtouren und Starkoch Olaf Ben Struck soll auf dem Öhringer Marktplatz seinen Michelin-Stern erhalten. Alles ist angerichtet, doch Struck fehlt. Bald tauchen bei Waldenburg Blutspuren auf. Und schon ist das Ermittlerteam aus einer jungen Hohenloherin und einem Kommissar aus dem Sauerland mittendrin in einem aufregenden Kriminalfall.

"Die Schauplätze kennt man als Hohenloher. Das Geschehen entspringt aber meiner Fantasie", erzählt Ute Böttinger. Die 54-Jährige stammt aus Herrenberg, lebt aber seit 2004 in Neuenstein-Kleinhirschbach. Eine "Reingeschmeckte". Sie gibt zu: "Eine waschechte Hohenloherin bin ich nicht." Land und Leute hat sie trotzdem ins Herz geschlossen. So sehr, dass sie vor wenigen Wochen ihren Krimiroman "Friedrichsruhe" veröffentlicht hat, der wie eine gedankliche Reise durch Hohenlohe viel Wert auf stimmige Details legt. Auch wenn die Handlung in der Zukunft, im Juni 2016, angesiedelt ist und es in Öhringen schon überall kreucht, fleucht und blüht. Böttinger betont: "`Friedrichsruhe ist kein Laga-Krimi. Die Gartenschau ist nur der Handlungsaufhänger."

Wichtiger ist die Hohenloher Lebensart, die den Rahmen für die spannende Geschichte um den verschwundenen Sternekoch  bildet. Bei ihren Forschungen tauchen die Ermittler tief ein ins kulinarische Milieu und sind bei Hausschlachtungen dabei, treffen auf Backhäusle mit herzhaftem Blooz und zwischendurch wird gevespert. Natürlich Schwarzwurst und herzhaftes Brot. Der Roman-Untertitel: "Ein kulinarischer Krimi". Und das nicht nur, weil einem beim Lesen das Wasser im Mund zusammenläuft, sondern auch weil die Kapitel wie ein 13-gängiges französisches Mahl angeordnet sind. Von der kalten Vorspeise (Hors-d`oeuvre froid) bis  zum  Dessert. 

Böttinger: "Hervorragende Landgasthöfe, viele Selbstvermarkter und jede Menge Wild - Hohenlohe ist wie eine unendliche Speisekammer, ein  Juwel." Und das will die Autorin nach außen tragen. "Auch überregional sollen die Leser einen Eindruck von unserer schönen Gegend bekommen. Und dazu gleich noch bis zum überraschenden Krimiende miträtseln."

Bisher hat sich Böttinger auf Sachtexte beschränkt. Im 2012 erschienenen Band "Hohenlohe pur genießen!: 66 Lieblingsplätze und 11 Köche" hat die Mutter von vier Kindern besonders schöne Orte vorgestellt. Allerdings keine öden Beschreibungen wie in jedem beliebigen Reiseführer, sondern aufgezogen an kleinen Geschichten. Zum Beispiel beschreibt sie nicht den Lieblingsplatz als solchen - das erleben die Besucher ja später selbst - sondern erläutert die Arbeit eines Geigenbauers, der nahe des Platzes lebt. Immer im Zentrum: Der Blick fürs Detail. "Und der ist geblieben", erläutert Böttinger. Nur eben jetzt im Bezug auf fiktive Ereignisse an wahren Orten." Aber mit Figuren, die den typischen Hohenloher Schaffensdrang verkörpern.

Der nächste spannende Roman ist schon in Planung. Die Autorin verrät: "Alte Bekannte aus `Friedrichsruhe` werden wieder vorkommen." Die Krimihandlung ist aber im Heilbronner Raum angesiedelt. Auch das Weindorf ist mit dabei. Und ob das Käthchen Täter, Opfer oder überhaupt Teil der Geschichte ist, darauf darf man schon jetzt gespannt sein. Genauso wie auf die bald startende Laga.

Mehr über Ute Böttinger gibt es auf ihrer Facebook-Seite

Facebook

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare