Hier sind die Meinungen aus der Region

Soll das Haltbarkeitsdatum weg?

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Bundesernährungsminister Schmidt plädiert für eine Abschaffung des MHD.
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Werden durch die Abschaffung des Haltbarkeitsdatums weniger Lebensmittel weggeschmissen? So sieht das die Region.

„Pfui, Schimmel!“ – das dachte sich Yannik Mattes aus Bad Friedrichshall, als er in ein verdorbenes Brot biss. Normalerweise schmeißt Mama Birgit Mattes schlecht gewordene Lebensmittel in die Tonne. Ihre Orientierungshilfe? Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf Produkten. Christiane Manthey, Abteilungsleiterin Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale in Neckarsulm, erklärt: „Das MHD gibt nicht nur Informationen zur Haltbarkeit des Lebensmittels. Es ist ein Qualitätsversprechen und nicht mit dem Verfallsdatum zu verwechseln.“

Dieses Risiko ist allerdings sehr hoch: Nicht selten können Verbraucher diese Begriffe auseinanderhalten. Manthey: „Dadurch werden noch genießbare Nahrungsmittel sehr schnell weggeschmissen.“ Und genau das möchte Christian Schmidt zukünftig vermeiden. Der Bundesernährungsminister fordert eine Abschaffung des MHD, um die Verschwendung zu halbieren. Und so sieht das die Region:

Kevin Nietsch, Heilbronn:

Auf keinen Fall! Wie erfahre ich denn dann, wie lange Waren in den Regalen stehen, wann was abgelaufen ist und ob alte Ware aussortiert wird? Ich persönlich greife im Laden immer zu den hinteren, also frischesten Produkten, sodass eine lange Haltbarkeit gewährleistet ist. Fragwürdig sind eher ungesunde Inhaltsstoffe in Lebensmitteln.

Eugen Schuler, Gundelsheim:

Bei manchen Produkten, die schnell schlecht werden, ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum wichtig. Bei Konservendosen, die ewig haltbar sind, ist es es unnötig. Ich schmeiße Lebensmittel sofort weg, wenn sie über dem Datum sind. In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass ich oft zu viel einkaufe und in den Müll werfe. Das gibt mir ein mulmiges Gefühl.

Birgit Mattes, Bad Friedrichshall:

Ich komme selbst aus dem Einzelhandel. Daher weiß ich, dass es sich bei dem Datum um einen Richtwert handelt, der anzeigt, bis wann Produkte mindestens haltbar sind. Es hat nichts mit dem Verfallsdatum zu tun. Bei einer Abschaffung würde es keine reduzierten Preise mehr geben, auf die viele angewiesen sind. Aufklärung wäre hier besser.

Soll das Mindesthaltbarkeitsdatum weg?

 

Florian Hansen, Erlenbach:

Ich möchte, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln bleibt. Es gibt dem Kunden eine Orientierung, wann er Essen besser nicht mehr anfassen sollte. Die meisten Leute sind sowieso viel zu verschwenderisch. Ohne ein Datum besteht die Gefahr, dass noch mehr in den Müll wandert. Ich versuche, so gut wie nichts wegzuwerfen.

Yannik Mattes, Bad Friedrichshall:

Die Dinge sollten so bleiben, wie sie sind. Wenn, dann könnte man das Mindesthaltbarkeitsdatum bei Produkten, wie Nudeln weglassen. Bei frischen Lebensmitteln, wie Eier und Milch nicht. Ich richte mich null nach dem Wert. Mama kauft ein und Mama schmeißt weg. Einmal jedoch habe ich in ein verschimmeltes Brot gebissen. Das war eklig!

René Langendorf, Eberstadt:

Ich versuche nur so viel einzukaufen, wie ich auch verzehren kann. Produkte sind auch noch ein paar Tage nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar. Das erkennt man am Aussehen und indem man einfach an den Produkten riecht. Elektronische Chips mit einer Farbskala zur Erkennung der Haltbarkeit von Lebensmitteln sind denke ich sinnlos.

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