Terrorgefahr in der Region

"Hier sitzen wir auch auf einem Pulverfass!"

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Die Polizei im Einsatz.

Wieder ein Anschlag. Wieder Tote. Diesmal noch in Nizza, aber ist es nur eine Frage der Zeit, bis in Heilbronn etwas passiert?

Schock! Schon nach den Anschlägen in Brüssel wurde deutlich: Deutschland ist auch ein mögliches Ziel für Terroristen. Aber der Anschlag in Nizza hat eine neue Dimension: es muss keine Hauptstadt sein mit Millionen von Menschen. Es braucht einfach eine Menschenmenge und Fanatiker, die mit Hass erfüllt sind.

Diese Voraussetzungen erfüllt auch Heilbronn. Die beiden Städte sind sich ähnlicher, als manch einem lieb ist: mittelgroße Bevölkerungsanzahl, etwas dezentral, aber immer noch groß genug, um Menschenmassen vorzufinden. 

Besonders bei den nächsten Veranstaltungen, die vor der Tür stehen. Traut man sich da noch ohne ein mulmiges Gefühl auf das Volksfest oder das Weindorf? "Hier direkt bei uns fühle ich mich gar nicht sicher. So ein Anschlag wie gestern lässt sich von keinem Sicherheitsdienst vermeiden. Der Mann ist ja einfach mit dem Lkw in eine Menschenmenge gerast", sagt E. Teike aus Heilbronn.

Haben Sie Angst vor Terroranschlägen in der Region?

Der Schock bei ihr über das Unglück in Nizza sitzt tief. Fanatische Menschen gibt es überall. Auch in Heilbronn. Auch in Künzelsau. Auch in Eppingen. Ruth Schilling aus Heilbronn ist überzeugt: "Wir leben hier nicht auf einer heilen, sicheren Insel! Hier sitzen wir auch auf einem Pulverfass. Das sollte für jeden klar sein."

Bei den Gesprächen mit den Heilbronnern hört man eine gewisse Unsicherheit heraus. Manche versuchen trotzdem nach vorne zu schauen. "Man kann sich nicht einsperren.", antwortet die Heilbronnerin Nadine Winkler. Sie hat vor, auch in Zukunft Feste zu besuchen. Ansonsten haben die Terroristen ihren Kampf schon gewonnen. Allerdings gibt auch sie zu: "Es kann schon hier etwas passieren, das kann immer sein. In Heilbronn ist das genauso möglich wie in Nizza."

Jonas Lutz' Haltung ist wesentlich entspannter. "Klar, theoretisch kann auch Heilbronn ein Ziel von Anschlägen sein. Aber rein statistisch gesehen, st das eher unwahrscheinlich. Wir sollten uns jetzt nicht unterkriegen lassen." Das ist leichter gesagt, als getan. Die Heilbonnerin Neslihan Keceli gibt ihre Verunsicherung offen zu. "Es war schon ein komisches Gefühl, als ich das gehört habe. Auf große Feste gehe ich nicht mehr so gerne. Man hat natürlich auch Angst vor größeren Menschenmengen."

Das Schlimme am Terror ist, dass Unschuldige sterben und dass man machtlos ist. Niemand kann einem vollkommene Sicherheit garantieren. Was soll man also tun? Fakt ist, dass eine reale Gefahr besteht. Jeder sollte selbst entscheiden, ob ihm das Risiko, Veranstaltungen mit Menschenmassen zu besuchen, zu groß ist. Zum Schluss bleibt nur die Hoffnung, dass unsere Region verschont bleibt.

Von Jasmin Stirn

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