Immer mehr Produktrückrufe: Verbraucherzentrale gibt Tipps für sicheren Konsum

Trau, schau, wem!

In 14 Biersorten wurde Glyphosat gefunden.
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Plastik im Schokoriegel und Salmonellen in der Salami: Was kann man eigentlich noch essen?

Manchem Süßschnabel blieb kürzlich die Schokolade beinahe im Hals stecken: Vierzig (!) Varianten von Mars-Riegeln wurden vom Hersteller zurückgerufen, weil sich Plastik zwischen den Karamellschichten fand.

Es war ein gigantischer Produktrückruf, aber beileibe nicht der erste der vergangenen Monate. Kurz vor Weihnachten mussten hunderte Hobbyköche umplanen, weil ein polnischer Gänselieferant verdorbenes Fleisch verkauft hatte. Wer dann noch einen VW mit Dieselmotor in der Garage stehen hatte, war bereits vollkommen bedient – ehe auch noch Unkrautvernichtungsmittel im Bier entdeckt wurden. Wem können Verbraucher eigentlich noch trauen – hilft nur Konsumverzicht?

„Wir leben nun einmal in einer arbeitsteiligen Welt und produzieren unsere Lebensmittel nicht mehr selbst“, sagt Christiane Manthey, Abteilungsleiterin Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Glassplitter, Plastikteilchen, Salmonellen oder Listerien – bei der Herstellung kann immer etwas schief gehen. Das Wichtigste ist dann, das betroffene Produkt schnellstmöglich aus dem Verkehr zu ziehen: „Nicht panisch, aber aufmerksam“ sollten Verbraucher daher auf Rückrufe reagieren, empfiehlt Manthey.

Gerade bei verunreinigten Lebensmitteln ist Vorsicht geboten. „Fremdkörper oder mikrobiologische Belastungen können akut gesundheitsgefährdend werden.“ Deshalb muss der Hersteller das Produkt sofort aus dem Handel nehmen und den Verbraucher warnen. In solchen Fällen werden Ross und Reiter benannt, Kosten und Imageschaden für den Produzenten sind oft erheblich. Wer dagegen „nur“ Rückstands-Höchstwerte überschreitet, muss nicht namentlich genannt werden.

Aber was, wenn die Salami schon verspeist, der Saft getrunken ist? „Jeder Mensch reagiert anders“, erklärt Christiane Manthey, „aber besonders Ältere oder Schwangere sollten auch bei nicht eindeutigen Symptomen besser einen Arzt konsultieren.“ Wer tatsächlich krank wird, hat Anspruch auf Schadensersatz: „Der Unternehmer ist dafür verantwortlich, dass sein Produkt einwandfrei ist.“

Aktuelle Warnungen: www.lebensmittelwarnung.de

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