Zu wenige Beamte für zu viele Einsätze

Polizei stößt an ihre Grenzen

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Die Bereitschaftspolizei muss bei der Vielzahl der Demonstrationen durch die Alarmhunderschaften unterstützt werden.
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Mehr Demos. Zu wenig Polizeibeamte. Ein Haufen Überstunden. Die Einsatzkräfte stoßen immer häufiger an die Grenzen der Belastbarkeit. Eine Besserung scheint allerdings nicht in Sicht.

200 Polizeibeamte bei einer Demonstration in Heilbronn. 400 kurdische Männer, Frauen und Kinder. 80 Störenfriede. Ausschreitungen. 14 verletzte Beamte. Schwerstarbeit. Die Bilanz der Kurdendemonstration im Januar ist sicher keine Ausnahme.

Die Zahl der angemeldeten Demos und Kundgebungen nimmt zu. Die Anzahl der verfügbaren Polizisten allerdings nicht. Die Folge: Überstunden. Überbelastung. „Klar, die Einsätze haben deutlich zugenommen. Da die Bereitschaftspolizei komplett ausgelastet ist, müssen die Alarmhundertschaften aushelfen“, erklärt Uwe Ullrich, Vorsitzender des Kreisverbandes der Deutschen Polizeigewerkschaft vom Präsidium Heilbronn. Und nicht nur in Heilbronn. Diese Form der Hundertschaften besteht aus „normalen“ Polizisten, die dann meist in ihrer Freizeit diesen Zusatzdienst leisten. Ullrich: „Jedes Polizeipräsidium hat im Grunde seine eigene Alarmhundertschaft.“

Die angehäuften Überstunden müssen die Beamten vor sich herschieben. Wann sollten sie frei machen, wenn es eigentlich an allen Ecken und Ende an Personal fehlt? „Das ist ein Teufelskreis“, sagt Ullrich. Und die Einsatzkräfte haben ein echtes Mammutprogramm: Nach der Demo gegen ein Demonstrationsverbot (4. März) folgte eine Pegida-Demo, eine AfD-Veranstaltung (7. März) und die Demonstration in Neckarwestheim gegen Atomkraft (6. März).

Bei den anfallenden Zusatzschichten ist es mehr als verständlich, dass sich die Beamten gegen den Verfall der Überstunden wehren. Danach sollen diese nach drei Jahren einfach gestrichen werden.

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