Unsere User sind richtig sauer

ÖPNV-Reaktionen: "Dass die sich nicht schämen"

Die echo24.de-Leser sind richtig sauer. Zurecht! Denn bei diesen Geschichten kann man nur den Kopf schütteln.

Zwei Stunden von der Schule nach Hause. Ohne Informationen mit einer Riesengruppe verlassen am Bahnsteig. Oder bei einer Beschwerde belächelt worden. Kurzum: Der öffentliche Nahverkehr treibt unsere User regelrecht zur Weißglut. Und nicht nur die Stadtbahn kommt dabei schlecht weg.

"Mit unseren täglichen Erlebnissen könnten wir wahrscheinlich ein Buch füllen", sagt Daniela Thiele. Sie ist Mutter von vier Kindern und hat vor allem von den Bussen die Nase voll. "Da werden Grundschüler voll bepackt an der Bushaltestelle zurück gelassen, weil der Bus angeblich zu voll ist." Dass die Busse auch am überfüllten letzten Schultag jeden Schüler mitnehmen können, das erwartet Thiele einfach. Zurecht!

Besonders heftig: Die Busse fahren an Wartenden offenbar vorbei. "Einmal sogar mit einem freundlichen Winken des Busfahrers." Auf die anschließende Nachfrage beim Busunternehmen kam dann die freche Antwort: Das könne nicht wahr sein. Der Chef lege für all' seine Busfahrer die Hand ins Feuer. "Wenn er sich da mal nicht verbrennt", sagt Thiele. Sarkasmus - offenbar die einzige Methode, die noch bleibt, um angesichts der Vorfälle nicht durchzudrehen.

Erich Sauer aus Schwaigern ist dagegen überhaupt nicht mehr zum Scherzen zumute. Bei der Stadtbahn versteht er schon lange keinen Spaß mehr. Der 78-Jährige wollte zu einem Arzttermin nach Heilbronn. Doch wer nicht kam, war die Bahn. Dafür hätte er noch Verständnis. Aber zusätzlich fehlte jegliche Information. "Kein Ton kam aus dem Lautsprecher. Dass man eine halbe Stunde einfach stehen gelassen wird, das ist frech und dreist."

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Als Sauer sich telefonisch beschwert, bekommt er eine unglaubliche Antwort. Statt einer Entschuldigung wird ihm der Ratschlag erteilt, er könne sich doch übers Handy im Internet informieren. "Dass, die sich nicht schämen. Alte Menschen sollen sich noch ein Smartphone anschaffen, nur damit die keine Durchsagen an den Bahnsteigen machen müssen." Seinen wichtigen Arzttermin hat er dann übrigens abgesagt.

Auch Roland Rösch geht der schlechte Informationsfluss auf die Nerven: "Danke, Kritik war schon lange fällig!" Am 25. Juni stand er - ahnungslos, weil auskunftslos - am Bahnhof und wartete. Gemeinsam mit 40 anderen. Alle wollten sie mit der S4 von Karlsruhe nach Heilbronn zu einem Theaterbesuch. "Wir standen im Ungewissen an der Haltestelle." Fast eine Dreiviertelstunde lang. Letztlich schaffen es alle noch zum Theater. Doch Rösch fragt sich: "Was passiert, wenn die letzte Bahn ausfällt?" Ob die Fahrgäste dann auch einfach stehen gelassen werden? Vermutlich, schließlich sind ja auch Grundschüler am Straßenrand offenbar kein Grund anzuhalten.

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Julia Fischer

Julia Fischer

Lifestyle, Essen und Trinken sind ihre Themen. Auch als Szene-Reporterin und bei lokalen Events mittendrin. Kolumne: "Angerichtet".

E-Mail:julia.fischer@echo24.de

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