Die Fans der Eppinger Pop-Punker finanzieren Album über Crowdfunding

Der Sound für den Sommer

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Die Eppinger Pop-Punker No Date Theory.

Crowdfunding eröffnet jungen Bands tolle Möglichkeiten, ihre Träume zu verwirklichen. 

Eine Band ist ein teures Hobby: Die Instrumente müssen gekauft und gewartet werden, die Gage für Gigs deckt gerade so die Spritkosten – und Songs aufnehmen ist auch nix für den kleinen Geldbeutel. Der CD-Verkauf deckt kaum die Kosten für Produktion, Artwork und Pressung. Wenn es gut läuft. "Für unser Debütalbum 'Virgin Diaries' werden Kosten von 5.500 Euro anfallen", sagt Lukas Benz. Der Eppinger ist Gitarrist bei den Pop-Punkern No Date Theory. Aufnahmen: 2.000 Euro. Pressung: 500 Euro. Musikvideo: 1.000 Euro. Merchandise: 1.000 Euro. Marketing: nochmal 1.000 Euro. Ganz schön viel Kohle, obwohl knapp kalkuliert!

Ironisch und erotisch

Daher haben No Date Theory über www.startnext.com ihre Fans zur Unterstützung aufgerufen. Benz: "Startnext ist eine Crowdfunding-Plattform." Das heißt: Bevor ein Projekt - etwa ein Film oder eine CD - realisiert wird, stellt der Urheber seine Pläne vor. Er ruft ein finanzielles Ziel aus, das zusammen mit den Unterstützern erreicht werden soll. Wer an dem Projekt interessiert ist, kann einen freien Betrag spenden. Oder das Album bereits vor der Produktion bestellen. Schlagzeuger Marvin Ocker erklärt: "Für zehn Euro bekommt man das Album später von uns zugeschickt. Für fünf Euro mehr gibt's noch eine Widmung oben drauf." Und wer die eingängigen Songs richtig feiert und 300 Euro locker macht – zu dem kommen die fünf Jungs für ein privates Konzert nach Hause.

Benz betont: "Das Ganze basiert auf dem Vertrauen der Fans." Aber wer No Date Theory auf dem Viel-und-draußen-Festival im vergangenen Sommer in Heilbronn erlebt hat, weiß, dass er nicht die Katze im Sack kauft, wenn er für die Fünf einen Zehner locker macht. Einige der neuen Songs sind schon Teil des Liveprogramms. Und die klingen nach Sommer, guter Laune und Leichtigkeit. Sänger Jerry Koegel erklärt: "Wir machen eingängige Lieder, die wir selbst gerne hören wollen." Thematisch geht's ums Erwachsenwerden, Mädels und Partys. "Einfach ironisch und erotisch", sagt Gitarrist Stefan Petsche.

Benz: "Wir haben lange überlegt, ob wir 'Virgin Diaries' über das Crowdfunding finanzieren sollen. Als Grenze haben wir 1.500 Euro festgelegt, die wir in 35 Tagen zusammenbekommen wollen. Den Rest finanzieren wir selbst und über Sponsoren. Falls nur 200 Euro zusammenkommen, ist das fast peinlich. Wenn es mehr wird, können wird das Musikvideo aufwendiger gestalten."

Würdet ihr auch bei einer Crowdfunding-Kampagne mitmachen?

Aber die Realität sieht zum Glück ganz anders aus: No Date Theory haben treue Fans. Schon nach der Hälfte der Zeit ist die 1.500-Euro-Grenze gefallen. Die mittlerweile knapp 2.000 Euro fließen erst recht ins Projekt, wie die Band auf ihrer Facebook-Seite erklärt: "Jetzt wird's noch geiler!" Das Album klingt dann noch fetter und das Video wird eben noch eine Spur verrückter.

"Virgin Diaries" kann auf jeden Fall kommen – wie es zum Sound passt im Sommer. Koegel: "Unsere Release-Show ist auf dem Viel-und-Draußen-Festival am 29. Juli." Gitarrist Petsche verspricht: "Die Show wird mindestens so viel Schwung und Schmackes wie im vergangenen Jahr haben."

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Daniel Hagmann

Daniel Hagmann

Als Reporter in der Region unterwegs. Hauptinteressen: Kunst, Kultur und Kokolores im echo24-Land. Kolumne: "Nachgehagt".

E-Mail:daniel.hagmann@echo24.de

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