Englisch-Unterricht im indonesischen Bukit Lawang an einer Schule

Neckarsulmerin auf den Spuren der Orang-Utans

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Zwei Urgesteine in Bukit Lawang: Orang-Utan Sasha und Dschungel-Eddy.

Englisch-Unterricht im Dschungel geben und Malen mit Orang-Utans. Eva Vidaic hat sich einiges vorgenommen.

Durchschnittlich 26 bis 28 Grad von Juli bis Oktober. 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Einmal am Tag Regen. Etwa 400 Menschen leben in dem kleinen Dschungel-Ort Bukit Lawang im Norden der Insel Sumatra – und für die Zeit von 18. Juli bis 18. Oktober auch Eva Vidaic. Die Neckarsulmerin wird dort an einer Schule als Volontärin Englisch unterrichten.

15 bis 25 Schüler im Alter von sechs bis zehn Jahren sind in einer Klasse. "Es können aber auch mal mehr sein. Es ist nicht unüblich, dass die Älteren ihre jüngeren Geschwister mitbringen", erklärt Vidaic. Der Kunst- und Kreativtherapeutinist die Umgebung nicht fremd: "Ich war bereits vor sieben Jahren dort. Der Kontakt ist in all der Zeit nie abgerissen." Ansprechperson in Bukit Lawang ist Dschungel-Eddy.

Können Sie sich vorstellen auch in den Dschungel zu gehen?

Er ist der Gründer der Station. Namen und Adressen wie wir es kennen, gibt es dort nicht. "Wenn man ein Paket für Dschungel Eddy hat, schreibt man 'Bukit Lawang und Dschungel-Eddy' drauf – und es kommt an." Mit den Kindern wird sie sich dem Thema "Menschenrechte" widmen. Spielerisch, wie sie verrät: "Wir werden das mit Kasperlefiguren machen und die Charaktere natürlich anpassen. So wird der Polizist zum Park-Ranger."

Unterstützt wird sie von den Lehren vor Ort. "Mein Indonesisch ist nicht mehr so gut. Und wenn es auf Englisch nicht mehr weiter geht, dann helfen sie aus." Außerdem dürfen sich die Kinder kreativ betätigen. Auf Leinwänden und Papier sollen sie mit natürlichen Farbpigmenten die Kulissen für das kleine Theater selber gestalten. Vidaic: "Das wird bestimmt toll. Es gibt dort in der Schule so etwas wie eine Leinwand nicht. Erst vor Kurzem haben sie ein paar Tische bekommen im Klassenzimmer."

Überhaupt ist alles sehr einfach dort. Holzhütten, Feld- und Schotterwege bestimmen das Ortsbild. "Ich werde mit den anderen Volontären im Nebenraum in der Schule auf Polstern schlafen – aber das reicht schon." Das Material, dass sie mitnimmt stammt von Freunden und Bekannten. "Da bin ich sehr dankbar für die große Unterstützung."  Neben den Kindern wird sich Eva Vidaic noch einer weiteren Aufgabe widmen: den Orang-Utans.

Ab geht's in den Dschungel

Bukit Lawang gehört zu den wenigen Auffangstationen für die bedrohten Menschenaffen. "Die können nicht mehr richtig ausgewildert werden und laufen frei durch den Ort. Sie werden akzeptiert." Gefüttert werden dürfen sie nicht. Es gibt feste Futterstellen. Und dank Vidaic bald auch große Leinwände. "In Absprache mit Dschungel Eddy stelle ich ein paar davon etwas Abseits auf. Beim Malen lasse ich mich von den Orang-Utans beobachten und gehe dann." Sie hofft auf die Neugierde der Menschenaffen.

"Es gibt damit dort keine großen Erfahrungen. Ich glaube schon das es klappt, dass sie sich mit den Farben und Leinwänden beschäftigen werden." Auch Dschungel Eddy ist übrigens zuversichtlich. Und wir werden es auch erfahren. Eva Vidaic wird uns während ihrer Zeit in Bukit Lawang auf dem Laufenden halten.

Dominik Jahn

Dominik Jahn

Hat immer die regionalen Top-Themen im Visier. Besonders der Sport (NSU, VfB, 1899) ist im Fokus. Kolumne: "Der Bruddler".

E-Mail:dominik.jahn@echo24.de

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